Wieso gelten die Deutschen als Gastfreundlich wenn es hier aber so viele Rechte gibt?

16 Antworten

LGastfreundschaft gibt es in allen Gesellschaften mehr oder weniger ausgeprägt. Sie stammt aus der Zeit in der Reisenden, wenn sie durch fremden Ländern zogen, auf die Hilfe der Einheimischen angewiesen waren. Man versorgte diese Leute mit Nahrung, Wasser, bot ihnen einen Schlafplatz an, uneigennützig, denn jeder ging davon aus, dass man selber eines Tages auch Hilfe in Anspruch nehmen musste.

Solche Art der Gastfreundschaft bin ich überall begegnet, und je ärmer das Land, je größer die Bereitschaft der Menschen, mich, als Fremde zu sich ein zu laden. Einer meiner Freunde ist in den Siebzigern mit seinem Motorrad in der Ost-Türkei verunglückt, und wurde von einer Kurdischen Hirtenfamilue sechs Wochen lang gesundgepflegt. Sie wollten weder Dank noch Geld.

Aber heute sind die Fremden keine bedürftige Reisenden mehr, sondern treten im Land häufig fordernd auf, haben Ansprüche und können sich nicht zurückhalten. Die Notwendigkeit, diese Ausländer auf zu nehmen entfällt, und die "Vorteile" wie das Kennenlernen anderer Lebensweisen, Sprachen, Kulturen, sind nicht mehr gegeben.

Ich werde die AfD wählen, und bin in deinen Augen somit "rechts". Ich nehme aber immer wieder Gaststudenten auf, im Bemühen, sie Deutschland näher zu bringen. Die Erfahrungen mit diesen jungen Studenten sind schon sehr oft ernüchternd: sie halten sich nicht an die zuvor abgemachte Essenszeiten (wobei ich immer frage, wann sie essen möchten), bestehen darauf Cola zum Essen zu trinken, oder ersaufen alles in selbstgekauften Ketchup, motzen uns an weil wir auf das Auto verzichten (wegen Umweltschutz), und sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren müssen. Die drei Minuten zur Bushaltestelle sind schon zu viel verlangt. Sie zeigen ostentativ ihr Desinteresse an unser Land, und stellen keine Fragen die Geschichte, Traditionen, Literatur etc. zum Inhalt haben. Sie wollen einfach nur gratis unterkommen und in Ruhe gelassen werden. Auf Gäste wie diese kann man gut verzichten, aber ich versuche es dennoch immer wieder.

Die Ausländer in Deutschland sollte man nicht über einem Kamm scheren. Es gibt viele sehr angenehme Leute darunter, die mir sehr willkommen sind. Und es gibt unverschämte, ausbeuterische und uns gegenüber feindselig auftretende Typen, die ich ganz sicher nicht einladen werde.

Das alles hat nichts mit "links" oder "rechts" zu tun, sondern mit Aktzeptanz, Höflichkeit und Neugierde. Wenn der Gast sich ebenso verhält, wird er/sie in Deutschland überall gut behandelt.

Italien ist nicht wohlhabend.

Ich als Deutsche sehe hier auch keine Gastfreundschaft. Nicht mal unter deutschen Freunden/ Kollegen, wenn man bei Ihnen zum Essen eingeladen wird. Gegeizt wird vorn und hinten am Essen und Getränken, und wehe man isst die doppelte Portion, während andere nur eine essen. Eine Rechnung im Restaurant wird nur so aufgeteilt, das jeder nur das zahlt, was er gegessen hat und keinen Euro mehr.

Bei Türken und Russen kommt man an einen übertrieben reich gedeckten Tisch und bekommt das beste vorgesetzt. Im Restaurant wird einfach Hälfte Hälfte gezahlt, oder abwechselnd ausgegeben ohne mitzuzählen wer wieviel wann trinkt/ isst. Italiener, Spanier und Albaner wollen uns grundsätzlich einladen, mit der Erklärung, das es bei ihnen üblich wäre, wenn der älteste Herr am Tisch zahlt. Auch mit Afrikanern und Argentiniern diskutiert man nie über Geld und Bezahlung. Es ist ein Geben und Nehmen, bei dem man gerne gibt, ohne etwas zu verlangen oder zu erwarten.

Mit Briten habe ich diese positive Erfahrung nicht gemacht. Von anderen kann ich nicht erzählen.

Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel.

Was Gesellschaft und Politik angeht, so krieselt es genauso zwischen Nationen in Großbritanien und in Frankreich ist es äußerst extrem. Die Rechten gibt es überall.

Was ist mit Bulgaren rumänen?

@MrWinston42

Ich habe geschrieben: Von anderen [Nationen] kann ich nicht erzählen.

Ich habe noch nicht das Vergnügen gehabt alle Nationen kennenzulernen. 😁

@MrWinston42

Ich bin oft in Ost-europa, zwischen Budapest und Kiev und bin begeistert von den Menschen dort. Allerdings sind die vielen Roma und anderen Zigeuner mit Vorsicht zu genießen.

Servus,

ich höre eher selten, dass wir Deutschen als gastfreundlich gelten.

Wir werden eher als "kühl", "direkt" oder "ehrlich" bezeichnet.

Meinem Empfinden nach sind andere Länder da deutlich angenehmer in Sachen Gastfreundlichkeit. Siehe Italien, Spanien bzw. allgemein die südlicheren Länder.

In Sachen Unfreundlichkeit übertreffen uns wohl nur noch die Franzosen. ;-)

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Wir gelten als gastfreundlich, weil wir es nunmal sind.

Besonders im internationalen Vergleich.

Hier sind Rechtsextremismus, Ausländerhass und Nationaltümelei zwar auch vorhanden, aber gesellschaftlich eher an den Rand gedrängt. Das verdienst der AfD ist es dabei unbestritten, diesen rassistischen und Ausländer hassenden Rand wahlpolitisch sichtbar zu machen.

Im Umkehrschluss aber fallen halt knapp 88 % der Bevölkerung auf rassitische und ausländerfeindliche Stimmungsmache nicht herein und verabscheuen sie zumeist.

woher du auch immer stammst - in deinem ursprünglichen Heimatland herrschen sicherlich weit weniger tolerante Rahmenbedingungen. :-)

Das scheint sich mit deiner Einstellung zu decken. Daraus zu schließen, dass die Deutschen allgemein so denken bzw. empfinden, zeugt von beschränktem Verständnis.

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