Wieso geht man vors Gericht statt ein Lügendetektor zu benutzen?

8 Antworten

Der Lügendetektor ist eben kein Beweismittel. Selbst wenn der Test positiv ausfallen würde. Muss die Staatsanwaltschaft Beweise vorlegen, die die Schuld des Angeklagten belegen. Einzig auf Basis eines Detektortests einen Menschen zu verurteilen, ist dann wohl doch ein bisschen zu einfach. Außerdem sagt ein solcher Tests noch nichts über die Motive und Hintergründe, oder die besondere Schwere einer Tat aus. Es geht hier ja nicht nur darum ein Verbrechen aufzuklären, sondern auch darum eine angemessene Strafe zu verhängen. Ein Detektortest würde viele Ermittler (die ja auch nur Menschen sind) vielleicht dazu verleiten einseitig zu ermitteln oder voreingenommen gegen einen Menschen zu sein, der bei uns so lange unschuldig ist, bis seine Schuld erwiesen ist.

Ein Lügendetektor reagiert ja auf:

  1. Blutdruck (Cardio-Sphygmograph)
  2. Herzschlagsfrequenz (Cardio-Sphygmograph)
  3. Atemluft --rein und raus (Pneumograph)
  4. Schwitzen in den Fingerspitzen (Galvanograph)

Ein gekonnter Lügner wird lügen können, ohne dass er schneller atmet. Und ein nervöser Unschuldiger hat plötzlich so Angst vor der möglichen Strafe, dass sein Herz anfängt schneller zu klopfen.

Die Lügendetektoren können zwar mit 98%tiger Wahrscheinlichkeit dir sagen, ob dein Blutdruck steigt, aber nicht, ob aus Reue oder Angst.

das ergebnis hat nicht unbedingt was mit der häufigkeit der messung zu tun. manche leute reagieren eben anders als der durchschnitt, werden nervös, auch wenn sie die wahrheit sagen. da versagen lügendetektoren. zudem muss der angeklagte in unserem rechtsystem nicht dabei mitwirken, dass ihm was nachgewiesen werden kann; er muss auch nicht seine unschuld beweisen. so oder so würde dann kein lügendetektor zum einsatz kommen können.

Das wäre eine gute Idee. Keine Ahnung warum in fast allen Ländern ein Lügendetektortest vor Gericht nicht zugelassen ist. Aber da in dem Fall, den Du schilderst, die Polizei den Mann absichtlich hinter Gittern gebracht hat, hätten die auch einen Lügendetektor so manipuliert, dass er "Lüge" angezeigt hätte. Wäre die Polizei ehrlich gewesen und hätte keine Zeugen unter Druck gesetzt, wäre er auch nicht verurteilt worden. So ein Test kann auch nach hinten los gehen, wenn der Angeklagte so nervös ist, dass der Test eine Lüge anzeigt, obwohl es die Wahrheit war.

Ein Lügendetektor sieht ja nicht in dein Hirn sondern nur wie dein körper auf die Befragung reagiert. und das kann man eben verschieden auslegen (mir würde da auch ordentlich die Pumpe gehen wenn ich vielleicht unschuldig ins Gefängnis müsste) Außerdem braucht man halt Beweise. ist doch auch besser so als in den USA wo man zum Teil Jahre später feststellt "oh, der zum Tode Verurteilte war ja doch nicht schuldig. Tja. blöd gelaufen das"

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