Wie weit darf das Gehalt unter dem Tarifgehalt liegen?

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Ein Gehalt ist dann sittenwidrig, wenn ein auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung vorliegt. Das ist der Fall, wenn die Arbeitsvergütung nicht einmal zwei Drittel eines in der betreffenden Branche und Wirtschaftsregion üblicherweise gezahlten Tariflohns erreicht.
http://www.lto.de/recht/hintergruende/h/niedrigloehne-wann-ist-ein-gehalt-sittenwidrig/

Das ist die rechtliche Variante. Die menschliche lautet:ein Gehalt ist dann sittenwidrig,wenn der AN davon nicht leben kann und also deswegen noch ergänzend Harz4 oder andere Zusatzleistungen beziehen muß! Nur leider ist das so in D nicht einklagbar.....

@Dorfrocker

Wie auch, es gibt Menschen, die können nicht von 5.000,--€ monatlich leben und andere kommen (wie auch immer) mit 200,--€ im Jahr aus und sind glücklich...
Bei einer 10köpfigen Familie muss das Gehalt auch recht hoch sein, um kein Fall für H4 zu sein.
Wo ich Dir recht gebe, ein Vollzeit-Arbeitsplatz, wo ein Alleinstehender unterhalb der Aufstockungsgrenze verdient, hat keine Existenzberechtigung.

Wenn ein Arbeitgeber den entsprechenden Verbänden angeschlossen ist, kann er sich nicht um die Zahlung des Tariflohns drücken. Anders sieht das mit Zusatzleistungen, wie Urlaubsgeld aus. Das steht in einigen Branchen tatsächlich nur den gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitern zu. Wie es bei dir ist, kannst du aber herausfinden, indem du den Tarifvertrag über die Suchmaschine raussuchst, nachliest und entsprechende Konsequenzen ziehst.

" derArbeitgeber nicht im Arbeitgeberverband ist"

@Ellwood

wie mein Chef zum Beispiel , bei uns in der Firma wird nur der Satz gezahlt - der ihn und uns nicht in die Sittenwidrigkeit abrutschen lässt , und in seiner anderen Firma die er noch zusammen mit seiner Frau hat ( gleiches Gewerbe !!! ) - wird genau der Tarif gezahlt , der vorgegeben ist !! - Klasse , oder ? ... Antwort darauf liegt hier drin : Der Auftraggeber für den unsere Schwesterfirma arbeitet , zahlt seinen Angestellten höhere Löhne - und um eine Fluktuation zu dem Auftraggeber zu verhindern , musste er das machen . Das kuriose an dieser Geschichte : Der Auftraggeber ist sein Schwiegervater ....

@Dieter2701

Interessant find ich übrigens dieses hier ! , was einer Absprache zum Lohndumping Haus und Hof öffnet .

Fehlt ein Tarifgehalt: "Verkehrsübliches Gehalt" Wie aber liegt der Fall, wenn ein Tarifgehalt in einem Wirtschaftsgebiet nicht üblich ist? Dann ist auf das verkehrsübliche Gehalt abzustellen. Damit wird es für von Lohndumping betroffene Arbeitnehmer ungleich schwieriger, denn man wird von einem Arbeitgeber nicht unbedingt erwarten können, dass er die verkehrsübliche Vergütung kennt.

Bleibt die Frage, ob sich die Frage der Sittenwidrigkeit auch dann noch stellt, wenn eines Tages einmal ein Mindestlohn in der Bundesrepublik gelten sollte.

Unterschritten werden darf er nicht, eine solche Vereinbarung verstieße dann gegen ein gesetzliches Verbot und wäre nach § 134 BGB nichtig. Auch ein Gehalt über dem Mindestlohn kann jedoch sittenwidrig sein, wenn es sich um ein Gehalt handelt, das 2/3 des übliches Tarifgehaltes nicht erreicht .

Personalmangel, Überstunden, schlechte Bezahlung

Ich arbeite in einer kiefer-gesichtchirurgischen Praxis und auch klinik. ( beides ist sozusagen angemeldet). Wir können auch stationär aufnehmen, allerdings nur privat Patienten. Mein Chef ist nicht tarifgebunden, da er nicht in der Gewerkschaft ist. (Oder so ähnlich, kenne mich da nicht richtig aus) Wir haben 3 Assistenzärzte und einen Angestellten Arzt. Nun zum Problem: alle Mitarbeiter werden unterbezahlt als es der Tarif vorschreibt! Da er sich nicht an den Tarif halten muss darf er das nehme ich an. 2 Mitarbeiter sind seit Gründung der Praxis dabei, bekommen aber wenig Lohn und noch ne ne Erhöhung gehabt (seit 10 Jahren). Beide ca 50 Jahre und deshalb schlechte Chancen den Arbeitgeber zu wechseln. Die restlichen Angestellten werden auch unterbezahlt (10 EUR Std- brutto) Auszubildende bekommen im ersten Lehrjahr je 100 EUR weniger. Müssen ihre Bücher selber zahlen! Alle Angestellten müssen klinikklamotten selber kaufen. Urlaub gibt es nicht mehr als vorgegeben 24 Tage. Manchmal stehen nach Arbeitsende (10 Std tag- 40 Std Woche) noch Unfälle an, die im Krankenhaus operiert werden müssen. Dh zwei bis drei Angestellte müssen mit. Es gibt dafür keine Zuschläge, nur diese überstanden darf man aufschreiben und wieder abbauen. Überstunden werden nicht gezahlt. Zu all dem sind wir ständig unterbesetzt da zu wenig Personal. Dadurch entsteht Chaos und Überlastung. Ständig und permanent. Keiner hat sein Aufgabengebiet. Bei einer so vielseitigen Praxis das reinste Chaos. Auch mit der Hygiene nimmt er es nicht so genau. Benutzt Anästhesie Kanülen mehrfach obwohl die nur einmal benutzt werden dürfen (örtliche Betäubung). Schreit rum wenn etwas fehlt, was bei dem Stress nicht ausbleibt. Droht mit Kündigung wenn jemand aufmuckt! Fakt: 5 Ärzte, assistenzhelferinnen: 4 , Auszubildende: 2 , Anmeldung 2 (zu wenig bei 5 Ärzten , Auszubildende: 1! Da ist Aufbereitung zu machen (ne Menge) einschweißen, sterilisieren. Vorbereitung, Assistentz und aufräumen. Einige leiden schon an Depressionen und Überforderungen kann man was tun???

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Krankengeld wann bezahlt wer wieviel?

Hey.

WOHNE IN ÖSTERREICH

Ich bin seit diesen Montag krank. Habe für Dienstag und Mittwoch eine krankenmeldung und gehe morgen zum arzt, wen der mich nun auch noch nächste woche komplett krankschreiben tut, bekomme ich dann komplettes gehalt von der Krankenkasse obwohl ich erst seit letzte woche mittwoch eingestellt bin? Natürlich nur für die tage die ich krankschrieben bin und sowie montag nicht. Oder bekomme ich nur einen teil?

TgkK:

Geld bei Krankheit

Wer krank wird, muss von Arbeitgeberin oder Arbeitgeber weiterhin Entgelt bekommen. Entgelt ist nicht nur Lohn und Gehalt. Auch regelmäßige Überstunden oder Zulagen, im Durchschnitt gerechnet, gehören dazu. Wie lange bezahlt werden muss, hängt von der Dauer der Betriebszugehörigkeit ab und ist bei ArbeiterInnen und Angestellten verschieden. Zunächst muss der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin das Entgelt voll zahlen, später zur Hälfte. Danach gibt es Krankengeld.

Entgeltfortzahlung bei ArbeiterInnen

In den ersten 5 Jahren haben ArbeiterInnen Anspruch auf 6 Wochen volles und 4 Wochen halbes Entgelt pro Arbeitsjahr. Zusätzlich haben ArbeiterInnen für jeden Arbeitsunfall einen Anspruch auf jeweils maximal 8 Wochen (bzw. 10 Wochen nach 15 Arbeitsjahren) volles Entgelt.

Entgeltfortzahlung bei Angestellten

Angestellte haben in den ersten 5 Jahren Anspruch auf 6 Wochen volle und 4 Wochen halbe Entgeltfortzahlung. Erkranken Angestellte innerhalb von 6 Monaten neuerlich, so bekommen sie noch einmal 6 Wochen 50 % Entgeltfortzahlung und 4 Wochen 25% Entgeltfortzahlung.

Höhe der Entgeltfortzahlung

ArbeitnehmerInnen dürfen während des Krankenstands finanziell nicht schlechter gestellt werden. Sie müssen jene Bezahlung erhalten, die sie bekommen hätten, wenn die Krankheit nicht eingetreten wäre (= Ausfallsprinzip).

Höhe des Krankengeldes

Die Höhe des Krankengeldes hängt vom Einkommen im letzten Monat vor der Erkrankung und von der Höhe der geleisteten Entgeltfortzahlung ab. Gar kein Krankengeld gibt es für jene Zeit, für die ein Anspruch auf mehr als die Hälfte des vor dem Krankenstand bezogenen Entgelts besteht. Sinkt der Anspruch auf die Hälfte des Entgelts, steht Ihnen die Hälfte des Krankengeldes zu. Sinkt der Anspruch unter die Hälfte des Entgelts, gibt es volles Krankengeld.

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