Wie wäre die Gesetzlage, wenn ich einen Schuh auf Kleiderkreisel für 1€ kaufe?

5 Antworten

Ein Kaufvertrag kommt zustande wenn 2 übereinstimmende Willenserklärungen vorliegen.

Heißt wenn du auf "Kaufen" klickst und dann auch bezahlst, gilt das als geschlossener Kaufvertrag. (Sofern der Preis nicht irgendwie auf VHB steht)

Der Verkäufer gibt seine Willenserklärung ab indem er das Angebot online stellt.

Die 2 übereinstimmende Willenserklärungen sind ein fester Bestandteil eines wirksamen Kaufvertrages. Ohne diese ist ein Kaufvertrag nichtig.

Sofern der Verkäufer und der Käufer mit dem Preis einverstanden sind und du die Ware kaufst und bezahlst kommt also ein wirksamer Kaufvertrag zustande.

Grüße

Genau das habe ich mir auch gedacht, weil ich es genau so in Wirtschaftsrecht gelernt habe. Das der Verkäufer den Kauf anfechten kann, steht aber außer Frage oder ? 

@MRFRIO

Da musst du mal im BGB schauen. Würde dir das hier zwar gerne mit § belegen hab aber kein BGB da...

Das ist rechtlich umstritten. 

Bei Internetangeboten geht man eher von invitatio ad offerendum aus (Rüthers/Stadler, BGB AT, § 19 Rn. 5).

Sozusagen die Aufforderung zur Angebotsabgabe.

Für ein erfolgreiches Angebot fehlt es nämlich den bestimmten Empfänger der Willenserklärung "ich verkaufe die Schuhe für 1 Euro". Es kann jedermann sein.

Wenn du also auf kaufen klickst, dann unterbreitest du ein Angebot "Ich kaufe dir die Schuhe für 1 Euro ab". Worauf der Verkäufer mit ja (Annahme) oder nein (Ablehnung) reagieren kann.

Wenn der Schuh deutlich mehr wert ist, kann der Verkäufer dem entgegensetzen, in dem er sagt, dass es ein offensichtlicher Tippfehler war.

Dann ist der Kaufvertrag nichtig.

Wenn der Kaufvertrag bereits mit 2 übereinstimmenden Willenserklärungen geschlossen ist, dann nicht. Ein Schuh der "ausversehen" für 1€ verkauft wird: Da brauch im nachhinein keiner mehr ankommen mit Tippfehler, etc.

Hallo.

Ich habe mir vor ein Paar Jahren einen 50" HD Fernseher gekauft.

Diesel mal im Internet. Hatte mich beim Kollegen pp. Schlau gemacht und haben so einen Fernseher der damals ca. 1700- 2300€ kostete , war mit 799,--€ ich habe nachdem der Anbieter nochmals auf den Günstigen Preis hingewiesen und habe den Fernseher gekauft für 799€ frei Bordsteinkante.

3 Tage später kam das Gerät. Original verpackt. bei mir an.

Einige Tage später rief der Verkäufer an und wollte den Vertrag rückgängig machen, weil er anstatt 799,-- 1.799 für das Gerät haben wollte.

Ich habe ihm ein Einschreiben mit Rückantwort geschrieben das das Gerät mehrmals verkauft währe und er immer nachgeschoben habe. Wir hätten einen Rechtsgültigen Vertrag geschlossen.

Er hat sich nicht wieder gemeldet.

Bley 1914

Google mal Anfechtung wegen Irrtum / BGB

Was möchtest Du wissen?