Wie stelle ich fest ob ich mir eine Eigentumswohnung leisten kann?

5 Antworten

Hallo Tobilie,

ich schließe mich da meinen Vorrednern an.

Am besten vereinbarst Du einen Termin mit Deiner Hausbank oder einem freien Berater und lässt Dir Deinen Darlehensspielraum mal durchrechnen. Hol Dir dort auch ein Angebotsbeispiel ein, damit Du die monatliche Belastung besser abschätzen kannst.

Wenn Banken einen Kredit prüfen, führen sie eine sogenannte Haushaltsrechnung durch. Von Deinem Nettogehalt werden dann Lebenshaltungskostenpauschalen abgezogen sowie ggf. weitere Ausgaben verrechnet (z.B. Ausgaben für Kfz; ggf. bestehende Kreditraten).

Je nach Bank sind die Pauschalen sehr unterschiedlich, so dass auch das Ergebnis immer anders ausfallen kann. Die Lebenshaltungskostenpauschalen für einen Ein-Personen-Haushalt beginnen meist bei ca. 650 Euro, können aber auch deutlich höher liegen.

Unterm Strich sollte nach Abzug noch ausreichend übrig bleiben, um Deine Kreditrate (ggf. inklusive Sicherheitspuffer) bequem bedienen zu können.

Neben Deinem Einkommen ist auch die Höhe des Eigenkapitaleinsatzes ein wichtiger Faktor in der Finanzierung.

Viele Banken setzen hierbei immer noch ca. 20% Eigenkapital voraus, wie ja bereits einige User richtig geschrieben haben.

Generell gibt es aber auch Finanzierungen mit geringerem Eigenkapitaleinsatz. Dabei ist aber mit höheren Zinskosten zu rechnen.

Es ist auf jeden Fall empfehlenswert mindestens die Kaufnebenkosten anzusparen, da nur sehr wenige Banken diese mitfinanzieren und Deine Zinsen dadurch meist deutlich steigen. Die Darlehensobergrenze liegt meist maximal beim Kaufpreis der Immobilie.

Die Kaufnebenkosten bestehen aus der Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5%), Notar- und Grundbuchkosten (ca. 2%) und ggf. Makler (unterschiedlich, meist zwischen 3,57% und 7,14%).

Ich hoffe, ich konnte Dir hiermit ein Stück weiterhelfen.

Viele Grüße

Mario von Interhyp

Mach am besten erstmal eine Aufstellung aller Fixkosten. Handy, DSL, Strom, Gas, Benzin etc. Für Lebensmittel &Co kannst du was schätzen, frag deine Eltern doch mal, die können dir da bestimmt einen Richtwert für dich geben.
Dann hast du den Betrag übrig, den du rein theoretisch (vom Sparen und Unvorhergesehenen abgesehen) für die Wohnung monatlich aufbringen kannst.

Pi mal Daumen sagt man aber auch, dass die Kosten für Miete oder eben Eigentum nur ca 1/3 des Gehalts ausmachen sollten. Das wird in deinem Fall vermutlich knapp.

Kalkuliere mal mit 100000 €. Vielleicht kannst Du von Deinen Eltern das Eigenkapital in Höhe von 15' bis 20' Euro zur Verfügung gestellt. Den Rest finanzierst Du und rechne die Finanzierung ohne weiteres über 30 Jahre.

Einen Teil des Darlehens machst Du mit ener Zinsbindung von 5 Jahren (günstigerer Zinssatz) und einen anderen Teil mit einer Bindung von 10 Jahren. Möglichst immer mit der Möglichkeit für Sondertilgungen.

Die Wohnung vermietest Du erst einmal für 3 bis 5 Jahre und zahlst damit Deine Kreditraten (Tilgung u. Zinsen), sowie das Hausgeld, also die nicht umlagefähigen Posten der jährlichen Abrechnung (bis ca. 50 % der umlagefähigen Kosten). Vielleicht kannst Du sogar noch was zur Seite legen.

Falls Du dann irgendwann eine eigene Wohnung beziehen willst, hast Du die Wahl, die Wohnung mit einer Eigenbedarfskündigung selbst zu beziehen oder eine andere Wohnung zu mieten, denn es ist völlig egal, ob man sich Miete durch eine eigene Wohnung erspart oder die Mieteinnahmen der eigenen Wohnung nimmt, um eine Mietwohnung zu bezahlen. In dem Fall hättest Du aber Zins/Tilgung/Hausgeld aus dem Arbeitseinkommen zu zahlen, das bis dahin aber schon wieder höher geworden ist.

Du musst nur gut rechnen und brauchst das Eigenkapital, dann kann das eine lohnende Sache sein.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – In diesen Bereichen selbst seit langer Zeit tätig.

In Hamburg sind die durchschnittlichen Finanzierungsnebenkosten 12,75%. Darin enthalten Notar, Grundbuch, Makler etc...

Die musst Du zum Kaufpreis noch hinzurechnen. 20% vom Kaufpreis solltest Du an Eigenkapital haben. Bedenke auch, dass die monatlichen Hausgelder etwas höher sind als die Nebenkosten als Mieter. 

Finanzierungskosten monatlich aus Kreditbetrag plus Zins + 2% Tilgung rechnen - das ist das Minimum. 

Vom Einkommen her kannst Du maximal ca. 150´000 finanzieren. Aber um auf den Anfang zurück zu kommen: Ohne Eigenkapital geht es nicht. 

Ich verdiene momentan 1400 netto nach der Ausbildung.

Festgestellt: Kannst du nicht!

Einem Menschen unter 1.700,- € Nettoeinkommen (Beamte, Angestellte und Selbständige brauchen mehr), kriege ich keine Immobilie vermittelt, nicht einmal zur Fremdnutzung (was einfacher zu bekommen ist als zur Eigennutzung).

Anders sähe es nur dann aus, wenn entsprechend großes Vermögen vorhanden ist, was eingebracht wird und den EK-Anteil erhöht.

Ich weiß auch, dass neben den monatlichen Kreditraten noch das Hausgeld
und eine persönliche Instandhaltungsrücklage fällig wird.

Und die Nebenkosten, die auch ein Mieter tragen müsste, sofern sie nicht bereits unter "Hausgeld" zusammengefasst sind.

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