Wie merkt man das als Chef?

5 Antworten

Es gibt schon typische Muster für Blaumacher:

  • krank an Montagen und Freitagen
  • krank bei ungünstigen Arbeitszeiten oder -Bedingungen
  • allgemein demotiviert.
  • auffällige Häufung von Kurzzeiterkrankungen.

Am häufigsten verraten sich die Blaumacher selbst durch unbedachte Äußerungen und Dummheiten. Ich habe einmal erlebt, wie sich eine Kollegin auf dem Wunschplan als "krank" eingetragen hatte (drei Monate vorher) und dann tatsächlich am entsprechenden Tag "krank" wurde, mit einer typischen Blaumacherkrankheit.

Oft sind triviale Begegnungen Grund für die "Enttarnung" eines Blaumachers. Einen Detektiv dürfen Arbeitgeber dagegen nur bei Verdacht auf Straftaten (z.B. Arbeit für Konkurrenz, konkurrierende Schwarzarbeit) beaurftragen.

Die Entscheidung zum Blaumachen treffen aber eher nicht motivierte Arbeitgeber, die einen positiven Beitrag zum Unternehmen liefern. Daher dürfte Blaumachen nur ein Baustein bei der Entscheidung gegen eine Weiterbeschäftigung sein.

Einer Kündigung wegen ärztlich attestierter, gehäuft auftretender Bagatellerkrankungen wird wohl eher nicht arbeitsrechtlich haltbar sein, sondern es werden sich dann andere Dinge finden.

Wie willst Du das merken?

Klar, wenn ein MA stockheiser und die Nase verstopft ist, hört man das evtl. aber wie soll ein AG "hören", wenn man z.B. "Magen-Darm", Gleichgewichtsstörungen, Kreislaufprobleme, Migräne etc. hat?

Der AG glaubt es oder eben nicht. Solange der AN sich an die Regeln hält und bei Bedarf eine AUB bringt, muss er es zur Kenntnis nehmen.

Glaubt er es nicht, kann er die Krankenkasse über seine Zweifel informieren und die wird, sollte sie selbst auch Zweifel haben, den MdK einschalten. Bei einer Krankmeldung des AN von einigen wenigen Tagen wird das allerdings sehr wahrscheinlich nicht passieren.

Hätte ich oder bestimmt auch niemand anderes nicht besser ausdrücken können.

Gar nicht.

Und es ist auch nicht Aufgabe eines Chefs, den Hobby-Mediziner zu spielen und Diagnosen zu stellen.

Ob man einem Mitarbeiter vertrauen kann, sollte man am täglichen Umgang merken. Als Chef mit Führungsaufgaben sollte man auch ein wenig Menschenkenntnis mitbringen. Und wenn man als Chef den Mitarbeitern grundsätzlich nicht traut, darf man umgekehrt auch keine Loyalität erwarten.

Sollte der Mitarbteiter tatsächlich betrügen, muss man ebenfalls selbst damit klarkommen und nicht Fremde fragen.

Am Telefon vielleicht nicht direkt, aber man sollte Chefs nicht unterschätzen.

Wenn ein Mitarbeiter zuverlässig ist, immer ehrlich handelt und wenn er tatsächlich krank ist, sich immer sofort beim Chef meldet und auch gleich seine Krankmeldung abliefert, dann

weiß der Chef, dass dieser Mitarbeiter zuverlässig ist und er keine Ausreden braucht, um sich eine Krankmeldung zu erschwindeln.

Kommt immer auf die Arbeitsmoral eines Mitarbeiters an und wenn einer NULL Bock-Einstellung hat, der wird auch bei einer Krankmeldung nicht immer ehrlich sein.

Kommt darauf an, wie geschickt der Mitarbeiter vorgeht und wie häufig (und an welchen Wochentagen) die (vermeintlichen) Krankmeldungen erfolgen...

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