Wie lange prüft eine Unfall- oder BU-Versicherung bis sie die Leistungspflicht anerkennt?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Also grundsätzlich kann man diese Frage nicht beantworten.

Tendenziell ist es so das Versicherungen die bei der Aufnahme locker sind das sich so eingekaufte Risiko anschliessend eher versuchen abzuwehren als die die bei der Aufnahme pingelig sind. So hat mich jemand angeschrieben das er meine Produktempfehlung gut fand das bei diesem Produkt er nach 3 Monaten BU Rente bezogen hat, während er bei einem parallel abgeschlossenen Produkt seit 1,5 Jahren (!!!) auf die BU Rente wartet.

Es zählen im Vorfeld bei Abschluss sehr viele Faktoren. So kritisiere ich sehr viele BU Antragsfragen die zu allgemein definiert sind und sicherlich zu Problemen führen.

Dann muss man sagen, um da auf deinen Text einzugehen, es gibt keine "nicht besonderen" Dinge in der BU Versicherung.

Bsp.: Kd. Eins: Vor 4,5 Jahren 11 Sitzungen Psychotherapie angefangen, diese dann aber nicht fortgesetzt. Grund war eine kurze depressive Verstimmung auf Grund einer Scheidung. Von BU Versicherer komplett bei allen ABGELEHNT ! Nix Risikozuschlag usw. .

Bsp.: Vor 18 Jahren wurden bei einem Kd. Schlieren an den Augen festgestellt. Seit 18 Jahren nicht in Behandlung !!! 15% Risikozuschlag nach harten Verhandlungen. Dazu muss man sagen das die Anträge garnicht mal schlecht waren. Es wurde nur 5 Jahre bei ambulanter Behandlung zurück gefragt. Allerdings gibt es eine Frage die darauf hin lautet ob Anomalien bestehen :-)

Am Sichersten fährt man daher mit einer ärztlichen Untersuchung im Vorfeld. Diese birgt aber das Risiko das Dinge entdeckt werden von denen man nichts weis und die einen vielleicht überhaupt nicht beeinträchtigen.

Wenn aber eine EU bereits anerkannt ist dann sollte es schnell gehen. AUSSER: Die Gesundheitsangaben waren nicht korrekt da der Versicherte oder irgend ein Vermittler meinte das man ne Schnoddernase nicht angeben muss. Dann kann es Probleme geben und es wird halt gefragt ob man das vergessen hatte oder verschwiegen hatte.

BU ist ein wichtiges Thema das man aber nicht mal ebend selbst abschliessen kann.

Übrigens noch eine kleine Info: Viele Menschen glauben das Billigangebote mit guten tariflichen Leistungen/Bedingungen genau so durchkalkuliert sind wie teurere Angebote.

Hier ein kleines Beispiel aus der KV:

Für einen 50 Jährigen wurde von den Gesellschaften kalkuliert wie viel Geld sie im Laufe der Zeit kosten. Eine Gesellschaft meint mit 50000 Euro auszukommen. Alle anderen kalkulieren mit 70.000 bis 160.000 Euro. Nun kann man sich dann ausrechnen was das bei ähnlichen Kalkulationen in der BU für die Beitragsentwicklung und letztendlich für die Leistungsabwicklung bedeutet. In letzterem Falle nämlich langwierige Prozesse :-)

Übrigens noch eine kleine Info: Viele Menschen glauben das Billigangebote mit guten tariflichen Leistungen/Bedingungen genau so durchkalkuliert sind wie teurere Angebote.

Hier ein kleines Beispiel aus der KV:

Für einen 50 Jährigen wurde von den Gesellschaften kalkuliert wie viel Geld sie im Laufe der Zeit kosten. Eine Gesellschaft meint mit 50000 Euro auszukommen. Alle anderen kalkulieren mit 70.000 bis 160.000 Euro. Nun kann man sich dann ausrechnen was das bei ähnlichen Kalkulationen in der BU für die Beitragsentwicklung und letztendlich für die Leistungsabwicklung bedeutet. In letzterem Falle nämlich langwierige Prozesse :-)

Übrigens noch eine kleine Info: Viele Menschen glauben das Billigangebote mit guten tariflichen Leistungen/Bedingungen genau so durchkalkuliert sind wie teurere Angebote.

Hier ein kleines Beispiel aus der KV:

Für einen 50 Jährigen wurde von den Gesellschaften kalkuliert wie viel Geld sie im Laufe der Zeit kosten. Eine Gesellschaft meint mit 50000 Euro auszukommen. Alle anderen kalkulieren mit 70.000 bis 160.000 Euro. Nun kann man sich dann ausrechnen was das bei ähnlichen Kalkulationen in der BU für die Beitragsentwicklung und letztendlich für die Leistungsabwicklung bedeutet. In letzterem Falle nämlich langwierige Prozesse :-)

Übrigens noch eine kleine Info: Viele Menschen glauben das Billigangebote mit guten tariflichen Leistungen/Bedingungen genau so durchkalkuliert sind wie teurere Angebote.

Hier ein kleines Beispiel aus der KV:

Für einen 50 Jährigen wurde von den Gesellschaften kalkuliert wie viel Geld sie im Laufe der Zeit kosten. Eine Gesellschaft meint mit 50000 Euro auszukommen. Alle anderen kalkulieren mit 70.000 bis 160.000 Euro. Nun kann man sich dann ausrechnen was das bei ähnlichen Kalkulationen in der BU für die Beitragsentwicklung und letztendlich für die Leistungsabwicklung bedeutet. In letzterem Falle nämlich langwierige Prozesse :-)

Okay, es fehlt die Info, dass die Versicherungen unmittelbar mit Berufsbeginn, also im (BU-Versicherungstechnisch) zarten Alter von 18 Jahren abgeschlossen worden waren.
Bis dahin war tatsächlich nichts gesundheitlich auffälliges passiert bzw. bis zum Leistungsfall in diesem Beispiel sind 17 Jahre vergangen.
Die Fragen entsprachen dem damals AVB-üblichen Standardfragen, die ja zwischenzeitlich wesentlich dedizierter geworden sind.
Die Frage nach der Dauer der Prüfung bezieht sich deshalb auch im wesentlichen auf den zeitlichen Bedarf um eine 17jährige Versicherungszeit bezüglich der gesundhetlichen Aspekte zu prüfen. (Anfrage bei allen Ärzten, Krankenkasse, versorgende Klinik(en) nach dem Unfall, nachversorgende Ärzte, Rentenanstalt, Versorgungsamt mit ingesamt ca. 20 bis 30 Adressen).

@user1099

Wieso stehen meine Antworten alle zweimal hier grübel

Ah ok, verstehe. Vor noch 15 Jahren habe ich keine BU`s angeboten. Die waren mir zu schwammig. Die Zeit bzgl. der Prüfung selbst hängt natürlich auch ein wenig von den mitwirkenden Personen ab. Gerade bei Krankenhäusern muss man da manchmal nachhaken. Ärzte haben evtl. die Praxis aufgegeben und der Nachfolger hat nicht unbedingt die Unterlagen. Aber wenn man hier keine Lücke sucht dann sollte es schnell gehen - vor allem wenn eine anerkannte EU vorliegt. Also wie gesagt so 3 Monate. Sollte, hätte, können ... naja.

@Frank5000

Folgenden zeitlichen Verlauf eines Unfalls und seiner zeitlichen Folgen angenommen:

  • Starttermin Einkommensverlust + kurzfristige Meldung an die Versicherung
  • Erste Entlassung aus Klinik nach 4 Wochen (Operationen, Fixateure für Brüche, etc.)
  • Erste Reha nach 3 Monaten (mal sehr optimistisch geschätzt)
  • Entfernung der Fixateure, erste Ergebisse der Heilung der Brüche nach ca. 6 Monaten
  • Weitere Reha und/oder weitere Behandlungen bis Erfolg der OPs relativ sicher beurteilbar. Abschlußberichte verfügbar.
    Gelichzeitig Anträge Rentenkasse wg. BU und Versorgungsamt wg. Behinderung.
  • Nach 2 Monaten Gutachten medizinischer Dienst.
  • Nun kann Versicherung aktiv werden mit Prüfung: weitere 3 Monate (wenn es keine Komplikationen gibt, ansonsten eher länger).
    .
    Das würde bedeuten man braucht eine "Zwischenfinanzierung" bei halbwegs komplexen (Un-)Fällen von ca. 1 bis 1,5 Jahren?
@user1099

Ja und nein.

Es ist ein alter Vertrag und da wird höchstwahrscheinlich in den Bedingungen stehen das die BU leistet wenn man voraussichtlich dauernd berufsunfähig wird. Dann ist deine Vermutung korrekt.

Bei neueren Verträgen steht oft/meist das ab Beginn der BU (manche nach Monat, manche taggenau) Leistungen erhält wenn die BU voraussichtlich mind. 6 Monate besteht.

Heisst also das die Ärzte quasi einen Zwischenbericht einreichen können wenn feststeht das der Patient voraussichtlich mind. 6 Monate BU ist. Ab dann beginnt die Prüfung und ist entsprechend schneller abgeschlossen.

Aber wie gesagt: Gilt in der Regel nicht für Altverträge von vor 10 Jahren und länger. Die hatten diese KLausel nohc nicht

@Frank5000

Ah, Danke für den Hinweis.
Hoffentlich wissen das die Millionen, die die alten Verträge haben ...

@user1099

Hmm, diese Frage kannst du dir womöglich beantworten wenn du dir vorstellst was passiert wenn ein Vermittler bei einem Kunden anruft und sagt: Wir sollten mal ihre BU besprechen da sich da einige Dinge geändert haben und diese nicht mehr zeitgemäss ist.

Nöö, danke. Der will mir eh nur was verkaufen :-)

@user1099

Vollkommen richtig. Allerdings enthalten die meisten alten Versicherungsbedingungen noch den abstrakten Verweis. Nicht gerade rosige Aussichten. Dann doch lieber neue Bedingungen, korrekte und vollständige Angaben zu den Gesundheitsfragen und evtl. erst nach 6 Monaten BU-Rente.

Also prinzipiell bin ich wieder mal völlig einer Meinung mit Frank5000, wie ich eignetlich überhaupt finde, das er gute Tipps gibt. Was die Frage selber angeht, so kann ich hier nur aus der Praxis reden, die da leider nicht sehr positiv ist. Bei 4 verschiedenen Versicherungen wurden von 4 verschiedenen Kunden mit verschiedenen Leiden jeweils Anträge auf Berufsunfähigkeitsrente gestellt. Bei einer Person wegen einem Unfall und den einhergehenden Folgen und bei den anderen wegen einer schweren Krankheit. Alle Police bestanden schon länger als 10 Jahre und alle hatten den Verzicht der abstrakten Verweisung. Bei allen meldeten wir schon zu Beginn eine Berufsunfähigkeit an und alle gaben sie die gleiche Antwort. Melden sie sich in 6 Monaten wieder. Arztberichte waren scheißegel. Nach 6 Monaten aber meldeten sich die Versicherungen von alleine in Form eines dicken Umschlages mit allen möglichen Unterlagen. Lange Rede, kurzer Sinn. Viel Papierkrieg und Ärger. Ablehnungen und Wiederaufnahme. Bei allen hat es zwischen 12 und 15 Monate gedauert, bis die BU anerkannt war. Alle gehen inzwischen wieder arbeiten. 2 mal Krebs, einmal Herzinfarkt und einmal Unfallfolgen (innere Organe, Brüche, Lungenriß). Sie erfüllen alle die 50% Klausel nicht mehr und haben keinen Anspruch mehr auf Rente. Langsamer treten ist nicht, also warten bis zum nächsten mal. Vielen Dank

Hallo :-) Danke für deinen ausführlichen KOmmentar. Vor 10 Jahren gab es noch keine BU die tatsächlich voll auf die abstrake Verweisung verzichtet hat (vielleicht 1-2 aber ich wüsst nicht welche). Dazu waren da die Fragen im Antrag etwas anders gestellt. Es wurde Leistung zugesagt wenn man voraussichtlich dauerhaft (!) zu 50% BU ist. Aus diesem Grunde habe ich damals keine BU verkauft. Gute Bedingungen leisten wenn man mind. 6 Monate BU ist rückwirkend ab 1. Tag. Egal wie lange dann die weitere Prüfung dauert.

@Frank5000

Hallo Frank, danke für den Hinweis. Mag sein, dass meine Antwort hinsichtlich der abstrakten Verweisung ein wenig irreführend war, aber da ich alles aufhebe und nochmals nachschaute, muss ich sagen, du hast Recht. Das Bedingungswerk war zu dieser Zeit sehr schwammig und die Gesundheitsfragen sehr dünn. Allerdings galt hier schon, Zahlung nach 6 Monaten rückwirkend zum 1. Tag, wenn du mindestens zu 50 % BU bist. Alle arbeiten wieder in ihrem alten Beruf bis auf einen, der inzwischen an den Folgen seiner Krebserkrankung gestorben ist. Vom erneuten Ausbruch bis zum Tod dauerte es gerade mal knappe 6 Monate. Bis dahin ging er aber arbeiten. Seither verkaufe ich stärker die Dread Disease Police.

Danke für die Ergänzung.
Nun ist es ja Standard, dass erst ein halbes Jahr gewartet wird und dass es eine Menge Papierkram ist auch.
Bei der Unfallversicherung weiß ich inzwischen, dass die Versicherung innerhalb von 3 Monaten entscheidet. Ab dem Zeitpunkt zu dem ihr alle Unterlagen vorliegen.
Von daher dürfte ein Zeitraum von einem Jahr eher schnell bis normal sein. Aber bei der BU habe ich nichts dazu gefunden.
Und bei den sogenannten "Sofortleistungen" habe ich gelernt, dass diese auch erst gezahlt werden, wenn die Versicherung ihre Leistungspflicht dem Grunde nach anerkannt hat.
Insofern ist die Sofortleistung wohl eher als sofortige Leistung zu verstehen, solange die genaue Höhe der Leistungshöhe nocht nicht feststeht.

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