Wielange hat der Vermieter Zeit, die Mängel geltend zu machen?

9 Antworten

Wie lange hat Vermieter Zeit Mängel geltend zu machen?

Bis zu 6 Monaten.

Rückzahlung der Mieterkaution

Allgemein kann von 3 Monaten bis höchstens 6 Monaten ausgegangen werden. Diese Überlegungsfrist besteht aber nur dann, wenn von vornherein auf Seiten des Vermieters ein Sicherungsbedürfnis auch für noch nicht fällige Ansprüche besteht, ansonsten nicht. (z.B. AG Flensburg, Urteil vom 23. März 2000 , Az: 61 C 558/99).

Beim Auszug habe ich das Übergabeprotokoll nicht unterschrieben, da so viele Sachen da drin standen, die ich gewesen sein soll, dass ich gesagt habe ich unterschreibe das nicht.

Weder Mieter noch Vermieter sind verpflichtet ein Protokoll zu unterschreiben; dann aber ist es gut wenn man ein eigenes Protokoll macht und von Zeugen unterschreiben lässt und vielleicht noch Fotos zur Beweissicherung.

MfG

Ohne Mängelfreiheitsbescheinigung eines unterschriebenen Übergabeprotokolls hat der Vermieter ein sechsmonatiges Prüfrecht.

Mängelbeseitigungsansprüche verjähren n. § 548 I BGB genau 6 Monate nach Rückgabe der Mietsache, das ist der dem Mietvertragsende nachfolgende erste Werktag.

Ansprüche des Mieters auf Ersatz von Aufwendungen (Handwerkerrechnung seiner Ersatzvornahme geschuldeter Schadensbehebung) verjähren in sechs Monaten nach der Beendigung des Mietverhältnisses, § 548 II BGB.

Vmtl. wartet er die (mit 4 Wochen durchaus) angemessenen Fristsetzung zur Behebung der umfangreichen Mängel ab, bevor er Handwerker überhaupt erst beauftragen darf und dann deren Rechnungen eintreiben oder mit der offenen Kaution als verrechnet erklärt :-(

Mit einem fehlenden Übernahmeprotokoll hat sein Beseitungsanspruch hingegen nichts zu tun: Wenn du vorhanden Mängel nicht zeitnah reklamiert hast oder Beweise beibringst, gelten sie als in eure Mietzeit fallend.

Und in einer WG beißen den letzten die Hunde, meint, er darf sich in der gesamtschuldnerischen Haftung aller WGler eben auch nur  - allein und in voller Höhe - an dich halten :-(

G imager761

Ohne unterschriebenes Übergabeprotokoll hat der Vermieter eine sechsmonatige Prüffrist.

Ohne unterschriebenes Übergabeprotokoll mit aufgeführten Mängeln gleichwohl das Recht, alle darin festgestellten und nachträglich entdeckten Mängel  innerhalb angemessener Fristsetzung von dir beseitigt zu verlangen oder eben, nachdem du das offen verweigert hast, die Kosten einer Instandsetzung eines Fachbetriebes nach Kostenvoranschlag von deiner Kaution einzubehalten oder darüber einen Mahnbescheid zu erwirken.

Ob du das gewesen bist, kann ihm schnurz sein, wenn die Mängel (auch) während deiner Mietzeit entstanden sein müssen, da sie bei Übergabe + 6 Monate vorhanden waren und du fahrlässigerweise meintest, auf Instandsetzung verzichten zu können :-O

Dies gilt umsomehr, als dass du offenbar auf ein Übernahmeprotokoll mit dokumentierten Vorschäden meintest verzichten zu können :-((

Den letzten beißen die Hunde und da hörst bestimmt demnachst etwas von ihm, nur siehst aller Voraussicht nach nie wieder etwas von deiner Kaution wieder :-(

G imager761


Ansprüche des Vermieters aus der Verschlechterung der Mietsache verjähren nach 6 Monaten (Vgl. § 548 BGB). Ausschlaggebend ist hier nicht das Kündigungsdatum, sondern der Tag der Rückgabe der Mietsache.

Der Vermieter müsste dich nun erst einmal auffordern, die Mängel zu beseitigen. Kommst Du dieser Forderung nicht nach, könnte er eine Firma hiermit beauftragen und die Kosten Dir gegenüber geltend machen (Dein Verschulden vorausgesetzt).

Wie schaut die Sache denn aus, wenn es kein Übergabeprotokoll gibt - weder beim Einzug, noch beim Auszug?

In dem Fall muss der Vermieter Dir ein Verschulden nachweisen.

Muss diese Aufforderung schriftlich erfolgen? Das hat er bisher nämlich auch nicht getan.

@Kapp83

Zumindest muss er Euch nachweislich dazu auffordern. In der Regel bedarf es hierzu der Textform.

@ChristianLE

Nein: Eine Mängelbeseitigungsaufforderung bedarf ausnahmlos gerade weder der Schrift- noch der Textform. Wenn der Vermieter bei Rückgabe konkrete Mängel feststellt und der M deren Behebung verweigert,  bedarf es insoweit keiner weiteren Inverzugsetzung.

Im Übrigen trüge der Mieter die Beweislast, würde er die darüber einbehaltenen Kaution nach Ablauf der Prüffrist gem. § 548 BGB aus Rechtsgrund ungerechftertigter Bereicherung herausverlangen. 

G imager761

@imager761

 Wenn der Vermieter bei Rückgabe konkrete Mängel feststellt und der M deren Behebung verweigert

Wo steht denn geschrieben, dass der Fragesteller die Behebung verweigert? Ich lese hier nur, dass die Unterschrift unter das Protokoll verweigert wurde. Das sind zwei völlig verschiedene paar Schuhe.

Eine Mängelbeseitigungsaufforderung bedarf ausnahmlos gerade weder der Schrift- noch der Textform.

Sorry, aber das ist mir zu theoretisch. Ich schrieb, dass der Mieter nachweislich aufgefordert werden müssen. Im Idealfall erfolgt dies in der Textform. Oder wie willst Du das sonst einem Richter nachweisen?

Verdeckte Mängel, also solche die bei der Übergabe nicht zu sehen waren, kann der Vermieter bis 6 Monate nach der Übergabe geltend machen.

Andere Ansprüche, wie z. B. Nebenkostennachzahlungen, bis im E-Fall ca. 23 Monate nach Mietende.

Was möchtest Du wissen?