Wie lange hat ein Arbeitgeber Zeit auf Urlaubswünsche zu reagieren?

5 Antworten

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Wie ralosaviv schon geschrieben hat, geht die Rechtsprechung davon aus, dass man 4 Wochen nach dem Urlaubssantrag davon ausgehen kann, dass der Urlaub genehmigt ist, wenn der Betrieb nicht widerspricht. Probem bei dir ist allerdings, dass in der Tat ein Widerspruch kam, wenn auch später als 4 Wochen.

Es dürfte also nicht so einfach werden, dennoch auf dem Urlaubstermin zu bestehen. Das Bundesurlaubsgesetz erwähnt, dass Beschäftigte, "die unter sozialen Gesichtspunkten Vorrang bei der Urlaubsplanung verdienen", bervorzugt werden sollen. Es wäre die Frage, ob du das nachweisen kannst und das auch durchsetzen willst.

Gibt es einen Betriebsrat? Dann frag dort bitte nach. Du hast Recht - es ist unbefriedigend, wenn derjenige den Urlaub bekommt, der zuerst gebucht hat. Aber solange es keine spezielle Regelung (Betriebsvereinbarung) gibt, wie die Urlaubsplanung und Genehmigung laufen soll, ist es schwer, gegen diese Entscheidung anzugehen.

Hallo, ich sehe schon, Frechheit siegt! In Zukunft werde ich egoistischer handeln! Fakt ist nämlich auch, das ein Arbeitnehmer, wenn er Urlaub bucht, ohne das der Arbeitgeber diesen genehmigt hat, keine Regressansprüche an der Arbeitgeber stellen kann, falls aus betrieblichen Gründen der Urlaub nicht genehmigt wird. Der betreffende "Kollege" hat erst gebucht und danach die Termine ( vor 2 Wochen) eingereicht. Das allein macht die Entscheidung des Chefs schon nicht nachvollziehbar. Davon bin nicht nur ich betroffen. Ganz gleich, was ich tun werde, das Klima ist vergiftet! Trotzdem Danke!

Lt. BAG sind sogar 4 Wochen Stillschweigen als Genehmigung zu werten. Das Problem ist jedoch, dass noch nicht angetretener Urlaub aus dringenden betrieblichen Gründen auch nach Genehmigung vom AG widerrufen werden kann.

Hallo,danke für die schnelle Antwort. Sind dringende betriebliche Gründe, das Arbeitnehmern, die ohne vorherige Absprache mit dem Arbeitgeber einfach Urlaub buchen dann bevorzugt werden? Dann ist sicher, was ich im nächsten Jahr tun werde! MfG.elli6493

@elli6493

Dringende betriebliche Gründe sind, dass deine Kollegen abwesend sein werden und der Geschäftsbetrieb ohne dich dann doch ins Stocken geraten würde. Man darf natürlich nicht buchen, ohne Genehmigung. Normalerweise......

Ehrlich gesagt würde ich an deiner Stelle keine so große Welle schlagen.

Du bist erst 6 Monate in der Firma - versuch einen Kompromiss (auch mit den Kollegen) und deinem Chef zu finden - ich würde dir allerdings nicht raten "dein Recht" vor ihm mit Paragraphen untermauert durchzudrücken und auf deinen Urlaub ohne wenn und aber zu bestehen - das schafft kein gutes Betriebsklima!

(Auch wenn ich dich verstehen kann)

Hallo, da hast du ganz sicher Recht! Aber wenn du, wie ich, seit 4 Jahren 2 Firmeninsolvenzen mitgemacht hast und in diesen 4 Jahren immer aus sogenannten innerbetrieblichen Gründen mit deinem Partner keinen geplanten Urlaub machen konntest, dann würdest du auch anders denken! Wir leben nicht mehr in der Sklaverei und Arbeitgeber haben auch Regeln zu beachten. Oder ich muß lernen, das jeder sich selbst der nächste ist, wenn ein gebuchter Urlaub einen Rechtsanspruch auf diesen Urlaubstermin darstellt! Wohlgemerkt, in dieser Firma, denn bisher war es anders. MfG. elli6493

@elli6493

Wie gesagt, ich verstehe deinen Ärgern. Ich wollt dir nur raten, dein Vorgehen gut zu überdenken!

Es ist doch meistens so, dass sich die "Neuen" in der Firma in Urlaubsfragen sehr oft an den "Alt-Eingesessenen" orientieren müssen, dass war auch bei meinen bisherigen Arbeitgebern fast immer so. Ist eben ein ungeschriebenes Gesetz.

Wie gesagt, ich verstehe dich, die Frage ist nur, wieviel Tam Tam dir das ganze Wert ist bzw. was es dir dann bringt, wenn du bei der nächst besten Gelegenheit gekündigt wirst bzw. von den Kollegen gemieden wirst...

Deine Urlaubsantraege wurden also ausdruecklich nicht genehmigt. Du darfst den Urlaub somit nicht antreten. Sehr wohl kannst aber gerichtlich pruefen lassen, ob der Arbeitgeber zur Ablehnung berechtigt war oder nicht. War er es nicht, darfst du nach einer entsprechenden Entscheidung den Urlaub antreten (geht auch mit ner Einstweiligen Verfuegung gegen den Arbeitgeber).

Trittst du den ausdruecklich nicht genehmigten Urlaub jedoch eigenmaechtig an, duerfte dies den Arbeitgeber hoechstwahrscheinlich zu einer fristlosen Kuendigung berechtigen.

Zu deinem 1. Absatz: Viel Spaß beim Durchziehen und dem daraus resultierenden Betriebsklima danach ...

@MarryLind

Marry, das versteht sich doch von selbst. Haette ich wirklich darauf hinweisen muessen, dass ein gerichtliches Vorgehen gegen den Arbeitgeber Auswirkungen auf das eigene Arbeitsverhaeltnis haben duerfte?

@DerCAM

Naja anscheinend scheint es aber manchen Arbeitnehmern nicht bewusst zu sein, dass sie sich mit der Paragraphenreiterei im Endeffekt ins eigene Fleisch schneiden ... (& ehrlich gesagt befürchte ich, dass die Fragenstellerin auch zu solch einem Verhalten neigen würde, siehe Frage + Kommentare)

@MarryLind

Ja, mit deiner Befuerchtung koenntest du hier moeglicherweise durchaus richtig liegen.

@MarryLind

Hallo MarryLind, genau diese, deine Einstellung( alles schlucken, nur schön still halten und nicht auffallen) macht es Arbeitgebern erst möglich willkürlich und nicht gesetzeskonform zu agieren! Ich bin inzwischen 53 Jahre alt und habe 33 Arbeitsjahre auf dem Buckel. Was ich jedoch in den letzten 4 Jahren erlebt habe ist nur möglich, da viele nur noch an sich denken oder zu feige sind gegen Ungerechtigkeit an zu gehen! Übrigens habe ich mit einer geringen Verschiebung den geplanten Urlaub doch bewilligt bekommen! Ab jetzt muß jeder Kollege seine Wünsche bis ende Januar einreichen und der Chef will bis spätestens ende Ferbruar die Planung beurteilt haben! Nicht alles schlucken kann auch konstruktiv sein! Denk mal drüber nach!

Hallo, danke für die Antwort Aber fraglich ist doch schon, ob mein Antrag als angenommen anzusehen ist oder nicht! Bei schriftlicher, persönlicher Abgabe an den Chef bekam ich ein mündliches ok!!! 8 Wochen wurde der Antrag mit keinem Wort erwähnt! Lt. Bundesurlaubsgesetz ist ein konkludent (stillschweigend) behandelter Antrag als genehmigt an zu sehen! Im Gesetz ist leider nicht eindeutig definiert, ob eine Urlaubsplanung zwingend gegeben sein muss, bis wann diese zu erfolgen hat und wieviel Zeit der Arbeitgeber hat, Anträge zu genehmigen oder abzulehnen! MfG. elli6493

@elli6493

Ist ja alles richtig. Nur ist es jetzt halt so, dass der Aerbeitgeber den Urlaubsantrag nicht genehmigt hat. Moeglicherweise hat er auch eine zuvor bereits erteilte Urlaubsgenehmigung widerrufen. Spielt aber alles keine Rolle. Fakt ist, dass der Arbeitgeber sagt: "Iss nix mit Urlaub im gewuenschten Zeitraum".

Ob er das darf oder nicht, entscheidest nicht du. Das entscheidet allein das Arbeitsgericht. Auch eine unberechtigterweise widerrufene Urlaubsgenehmigung berechtigt den Arbeitnehmer nicht zum eigenmaechtigen Urlaubsantritt.

Warum hast du denn nicht einfach mal vorher nachgefragt? Wann wurde denn sonst immer auf deine Urlaubsanträge reagiert?

Wenn es zu personellen Engpässen kommt und dein Chef dich nicht in den Urlaub gehen lassen kann, dann hast du da schlechte Chancen was anderes zu erreichen :(

Hallo Sandra210, ich bin gerade 6 Monate in dieser Firma. Bisher war es in den Firmen so, das bis Ende Januar die Urlaubswünsche eingereicht wurden und die Arbeitgeber umgehend diese abgeglichen haben. Bei der Abgabe meiner Wünsche wurde nur gesagt,es sei o.k.! Was ich jetzt aber nicht akzeptieren kann und will, ist die Tatsache, das es in dieser Firma wohl gar keine Urlaubsplanung im eigentlichen Sinne gibt. Sondern das der der einfach bucht, ohne vorher ein ok. bekommen oder sich mit den Kollegen abgesprochen zu haben, den Termin die Termine bewilligt bekommt! Das ist eine Ungleichbehandlung! Elli6493

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