Wie lange haltet ihr eure Aktien wenn sie nicht steigen?

5 Antworten

Guten Tag,

Sie stellen eine sehr spannende Frage, auf die man in allen Facetten des Regenbogens antworten kann. Hintergrund sind die unterschiedlichen Analysemethoden (was für den einen ein attraktives Papier ist, kann sich für den anderen als unattraktiv herausstellen).

Grundsätzlich muss man sich folgende Fragen stellen:

  1. ist die Wahrscheinlichkeit größer, mit der Aktie Ertrag einzufahren, wenn ich sie halte oder muss ich mit einer Ausweitung meiner Verluste rechnen? Es macht schließlich keinerlei Sinn, einen Wert zu halten, der mit garantierten Verlusten konfrontiert ist (bsp.: Gesetzesänderungen, Konkurrenzsituation, etc.)

  2. ist der erwartete Ertrag meiner Anlage ausreichend um an dieser Aktie festzuhalten? Gibt es Alternativen, die mit besseren Rahmendaten aufwarten, ist es angebracht über einen "Umstieg" nachzudenken. Sie tauschen wenig Rendite gegen mehr Rendite!

Es gab leider auch in der Vergangenheit Titel (Aktien), die trotz guter Rahmenbedingungen "auf der Stelle traten". Mit diesen Aktien werden Sie langfristig vermutlich nicht glücklich!

Rahmenbedingungen für eine gute Aktienanlage sind:

a) aussagekräftige Fundamentaldaten (Kurs-Buchwert-Verhältnis, Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-CashFlow-Verhältnis, uvw.)

b) nachvollziehbares und nachhaltiges Management (ist man eher kurzfristig orientiert um seinen Arbeitsplatz zu rechtfertigen oder stellt man den langfristigen Unternehmenserfolg in der Vordergrund)

c) Produkt/Dienstleistung (habe ich ein Produkt welches zukünftig und in dieser Form nachgefragt wird oder ist mit Kreuzfeuer im Markt zu rechnen).

Ich empfehle demjenigen, der langfristig sein Depot mit guten Durchschnittsrenditen (dazu gehört ein regelmäßiger Zuwachs) unterlegen möchte, sich mit dem Value-Investing auseinander zu setzen - Standardwerk dieser Anlagestrategie ist "Intelligent Investieren" von Benjamin Graham (Erfinder der modernen Wertpapieranalyse und des Value-Investing; Professor von Warren Buffett).

Ich hoffe Ihnen eine kleine Hilfestellung gegeben zu haben.

Beste Grüße

PS: es macht natürlich keinerlei Sinn einen kleinen "tasmanischen Teufel" im Depot zu behalten, welcher weder berechenbar ist noch bislang durch Renditen glänzte. Im besten Fall arbeiten diese Titel entgegen aller logischen Schlussfolgerungen! Von derartigen Werten können Sie sich bedenkenlos und jederzeit trennen, er wird mehr Nerven kosten als Rendite einfahren!

Wenn die Gesellschaft gut arbeitet, Gewinne einfährt und eine ordentliche Dividende zahlt, oder krass unterbewertet ist, kannst du sie auch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag halten. Es sei denn, du kannst sie gegen eine noch besser arbeitende und noch unterbewertetere Aktie tauschen.

Wenn du anderswo gerade Gewinne realisierst, kann es Sinn machen, gleichfalls Verlustaktien abzustoßen und so die Kapitalertragssteuer einzusparen.

Lukrativ ist bei stagnierenden Aktien allenfalls noch die Dividende, soweit die denn aufgrund der "Größe" des Depots zur Deckung der Gebühren ausreicht. Daher sollte man bei stagnierenden Kursen auf dem historischen Höchststand fix verkaufen - alles andere würde bei fallenden Kursen zu einem sich potenzierenden Desaster führen!

das ist doch Quark, als würden sich Aktien nie erholen (können)

@fraggle16

Ne - sofern die auf Ihrem historischen Höchststand sind, scheidet Erholung aus sofern man nicht sofort verkauft. Jeder Verkauf auf niedrirem Niveau würde gegenüber dem Höchstkurs Verluste bedeuten. - Danach war gefragt. Falls Sie eine andere Frage stellen möchten, steht Ihnen das frei!

@schelm1

habe die frage dann wohl falsch gestellt, ich meinte nicht den historischen höchststand, sondern den stand vom kaufzeitpunkt an. zum beispiel ich kaufe eine aktie die vor einigen monaten bei ca. 13€ war um 9€. das teil steigt jetzt aber nicht, sondern grundelt nur so ein bisschen unter 9€ herum. aber danke für die antworten, ich weiß jetzt das diese frage, wie so vieles in der finanzwelt nicht pauschal antworten lässt.

Grüße

hier geht es schlichtweg um ein unternehmerisches Risiko, dass du eingehst.

da kann dir keiner helfen.

beides kann je nach Lage letztlich lukrativer "gewesen" sein. Das weiß vorher niemand, es ist ganz allein deine Entscheidung.

wie hieß es noch in dem Buch, was Gewinner von Verlierern unterscheidet? setze dir beim Investieren (egal in was du investierst), eine Obergrenze UND eine Untergrenze, in der du aus der Investition aussteigst. Ansonsten regieren dich zuletzt Angst und/oder Gier und du wirst eine Fehlentscheidung fällen.

da die Börse nunmal nicht nach echter Markt- und Sachlage gesteuert wird, sonder durch Fonds-häuser und Privatiers die mit Milliarden jonglieren können, kannst du sowieso nur diesen hinterherlaufen. Dadurch ist der Aktienmarkt für mich nichts anderes als Roulette, und sollte von den "normalen" Akteuren wie dir und mir auch genauso behandelt werden.

Man kauft Aktien um die Dividende zu kassieren, nicht um auf steigende, oder fallende Kurse zu setzen, denn steigende, fallende Kurse haben oft nichts mit dem tatsachlichen Wert zu tun. Sie sind ein Vorgang der Banken, um Gebühren abzugreifen.

Nur Dealer sind an Aktienkurse interessiert, um sie den Kunden schmackhaft zu machen.

Der Mann mit dem besten Gespür, für Anlagen, hat aus einer 5 $ Aktie im Jahre 69 bis heute 44 jahre später, einen Aktienkurswert von 55 000$ pro Aktie erwirtschaftet. Dieses Wachstum kann kein Dax Konzern aufweisen, die Gehälter der Manager eben dieser Konzerne dagegen schon.

Wohin gegen alle anderen Anlagemanager, die bis 2007 angeblich das Who Who des Kapitalmarktes darstellten, entweder Milliarden von $ ihrer Kunden versiebt oder unterschlagen haben.

Aktien kauft man um sie verstauben zu lassen, während sie Dividende (Gewinne) erwirtschaften. Die Börsen verdienen aber nichts an verstaubenden Aktien.

Mit der erwirtschafteten Dividende kauft man evtl. bei gefallenen Kursen dazu. oder leistet sich diverse Extras.

Veräussern tun nur Aktien-Dealer und deren nervösen Kunden.

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