Wie lange dauert ein Jura Studium und welchen Abischnitt braucht man? (Anwalt)?

4 Antworten

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Die Regelstudienzeit für Jura beträgt 9 Semester. Wer bis zum Ende des 8. Semesters sich zum ersten Staatsexamen anmeldet, schreibt dieses dann im 9. Semester und ist Ende des 9. oder Anfang des 10. Semesters mit dem ersten Staatsexamen fertig. Wer sich später anmeldet, hat keinen sogenannten "Freischuss" und damit einen Versuch weniger (nur 2 statt 3 Versuche); außerdem kann er in den meisten Bundeslänfern dann keinen Verbesserungsversuch machen, wenn ihm die Note nicht gefällt. Wie das in Hessen genau aussieht, kann ich dir aber nicht sagen.

Zum staatlichen Teil kommt noch der universitäre Teil der ersten juristischen Prüfung hinzu. Manche machen diesen parallel und sind dann nach der abschließenden mündlichen Prüfung des staatlichen Teils mit dem Studium komplett fertig, also am Ende des 9. oder Beginn des 10. Semesters. Andere machen den Schwerpunktbereich (also den universitären Teil) erst nach dem staatlichen Teil; diese brauchen dann in der Regel etwas länger.

Nach dem Studium ist aber die Juristenausbildung noch nicht vorbei. Wer Anwalt, Richter oder Staatsanwalt werden will, muss Volljurist sein. Dazu muss man nach dem ersten Examen noch das Referendariat absolvieren und mit dem zweiten Examen abschließen. Das Referendariat (in dem man schon ein bisschen Geld verdient) dauert 2 Jahre.

Insgesamt kommt man so, wenn es schnell geht, auf etwa 7 bis 8 Jahre vom Beginn des Studiums bis man Volljurist ist und als Anwalt anfangen kann. Bei den meisten dauert es aber wohl etwas länger, da einige noch einen Verbesserungsversuch machen oder eine Pause zwischen erstem Examen und Referendariat einlegen. Auch Wartezeiten muss man einberechnen: So bekommt man vielleicht nicht direkt dort einen Referendarsplatz, wo man gerne hinwill.

Was den Abischnitt angeht: Du kannst - soviel ich weiß - mit jedem Schnitt Jura studieren. Nur eben nicht überall. Als ich angefangen habe, gab es einige Unis, an denen Jura zulassungsfrei war. Das bedeutet, jeder, der sich dort eingeschrieben hat, konnte dort auch studieren. Das war beispielsweise die Uni in Marburg. Andere Unis hatten nur eine festgelegte Anzahl von Studienplätzen für Jura, sodass der Schnitt, den man mitbringen musste, wegen der hohen Nachfrage auch sehr hoch war.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Regelstudienzeit dürfte in der Regel so bei 9 Semestern liegen bis zum ersten Staatsexamen. Damit kannst du aber noch nicht als Anwalt arbeiten. Dafür musst du noch das zweite Staatsexamen machen. Dafür musst du nach dem 1. noch 2 Jahre Referendariat absolvieren.

Abischnitt ist unterschiedlich. Es gibt aber auf jeden Fall auch Universitäten, die Nc frei sind

In 8 Semestern kannst Du den Master haben, der zu den juristischen Staatsexamen berechtigt.

Der Abischnitt dürfte von Uni zu Uni differieren.

Den meisten Juristen die ich kenne traue ich mehr als 2,5 kaum zu. ;-) :-)

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Normalerweise macht man keinen Master und anschließend das Staatsexamen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, bei denen man neben dem Staatsexamen noch einen Bachelor beispielsweise in Wirtschaftsrecht macht, ist das Studium ohne irgendwelche Zwischenabschlüsse auf das erste Staatsexamen ausgelegt.

@Friedel1848

Ich habe Rechtswissenschaften in Hagen und der Schweiz studiert und war nicht auf Staatsexamen ausgerichtet, weil ich schon einen ordentlichen Beruf hatte. ;-) :-)

Ich kenne aber inzwischen eine Reihe Anwälte, die nach dem Master die Staatsexamen gemacht haben.

@wfwbinder

Ja, das ist natürlich möglich, auch, dass man sich mit einem Master (oder sogar schon einem Bachelor) einiges anrechnen lassen kann und somit nicht nochmal ein komplettes Jura-Studium absolvieren muss.

Ich würde aber mal behaupten, dass das (noch) ein Ausnahme-Berufsweg ist. Die allermeisten Volljuristen haben entweder keinen Bachelor / Master oder machen den erst nach dem Staatsexamen (beispielsweise im Ausland oder spezialisiert auf ein bestimmtes Rechtsgebiet).

Ich habe einen Jura-Studenten kennen gelernt, der an seiner Uni ein Modell gewählt hat, bei dem er nach 6 Semestern einen Bachelor in Wirtschaftsrecht erworben hat und anschließend noch das erste Staatsexamen gemacht hat. Das ist wahrscheinlich durchaus sinnvoll, dürfte aber länger dauern als ein reines Jura-Studium. Denn schließlich ist der Bachelor dann in Fächern bzw. Vorlesungen verbunden, die man bei einem reinen Jura-Studium nicht hat (zB die ganze BWL-Seite beim Wirtschaftsrecht).

Wenn du das nicht selber recherchieren kannst, such die einen anderen Beruf

Ich kann selber recherchieren, ich mache eben nur beides um auf Nummer sicher zu gehen. Wenn du keine Ahnung hast, was ich mache/suche, dann bitte kommentier kein dummes zeug

@Torys

Sicher gehen in einem Laienforum für alles mögliche , aber keine Sorge "ich kommentier nur dummes zeug"

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