Wie kann ich den Zeugen Jehovas die Speicherung meiner Daten untersagen?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

In genannter Quelle wird gesagt: „Das Urteil des Generalstaatsanwalts ist nicht bindend“ und „Ein Urteil dürfte in einigen Monaten fallen“.

Der Fragesteller erweckt allerdings den Eindruck, dass das Urteil bereits gefallen IST.

Im Titel wird folgendes hervorgehoben: „Möglicherweise müssen sich die Zeugen Jehovas bei ihren Tür-zu-Tür-Besuchen zukünftig an geltende Datenschutzbestimmungen halten. 

Interessant: „Möglicherweise ... zukünftig ...“. Also warten wir mal das Urteil ab.

In dieser Pressemitteilung wird der Eindruck erweckt, dass ZJ sich nicht „an geltende Datenschutzbestimmungen“ halten. Das ist keineswegs der Fall, denn die aktuell geltenden Datenschutzbestimmungen fordern einen vertraulichen Umgang mit personenbezogenen Daten — ein Erfordernis, das ZJ erfüllen.

Zu persönlichen Notizen wurde hier schon einiges gesagt. Dem schliesse ich mich an. Sollten in Zukunft auch persönliche Notizen (die ja vertraulich behandelt und nicht weitergegeben werden) verboten werden, dann wird es schwierig — nicht nur für Zeugen Jehovas, sondern für etliche Berufsgruppen, die von persönlichen Notizen abhängen (Vertreter, ...).

Bisher sind unsere vertraulichen Predigtdienstnotizen keineswegs unzulässig. Deshalb führen wir unseren Predigtdienst seit Jahrzehnten unbeanstandet durch.

Aktuell gibt es auch kein anderslautendes Urteil, sondern lediglich ein nicht bindendes Gutachten. Deshalb müssen wir zur Zeit an unserer Vorgehensweise im Predigtdienst nichts ändern.

Unser weltweit hoher Datenschutzstandard kann unter ... eingesehen werden [das System von GF lehnt den Link leider ab. Deswegen hier auf Umwegen: www.[dann die WEB-Adresse der Zeugen Jehovas]/de/datenschutzrichtlinie].

Dort heisst es u. a.: „Wer sich in seinen Rechten verletzt fühlt, kann sich schriftlich an das Zweigkomitee wenden. Der Brief muss innerhalb von zwei Wochen nach Bekanntwerden des Beschwerdegrundes abgesendet werden“.

Wie stellt man sich das in der Praxis vor?

Der Fragesteller schreibt: „Ich möchte nicht mehr besucht werden“. Dazu muss er seine Anschrift nennen und sich legitimieren (um Missbrauch auszuschliessen). Es folgt eine Rückmeldung an die Versammlung, die das Gebiet bearbeitet: „Herr ..., wohnhaft in ... möchte nicht mehr besucht werden“.

Jetzt muss in die Gebiets-Kartei ein entsprechender Vermerk eingetragen werden, dass diese Person in dieser Strasse nicht mehr besucht werden möchte. Aber genau das ist schon eine Datenerfassung, die nach Meinung einiger unzulässig ist. Hier beisst sich die Katze selbst in den Schwanz (oder der Hund.).

Auch andere religiöse und nichtreligiöse Gemeinschaften und Unternehmen sammeln Daten. Das ist für einen reibungslosen Ablauf unabdingbar. Hier wird Vertraulichkeit vorausgesetzt.

Dass diese Vertraulichkeit gern umgangen wird, erkennt man spätestens dann, wenn der heimische Briefkasten von Werbematerial überflutet wird, nur weil man irgendwann mal an einem Kreuzworträtsel teilgenommen und seine Daten weitergegeben hat.

Auf das Urteil dürfen wir alle gespannt sein.

Liebe Grüsse ...

Danke für das Sternchen ...

Der Brief muss innerhalb von zwei Wochen nach Bekanntwerden des Beschwerdegrundes abgesendet werden“.

Mein Recht mich zu erklären kann nicht durch eine "Datenschutzrichtlinie" der ZJ eingeschränkt werden. Was bilden sich die Zeugen Jehovas ein, mein Recht auf zwei Wochen zu beschränken? Dieses Recht kann nur durch ein Gesetz begrenzt werden.

Da mit den Zeugen Jehovas kein Vertragsverhältis habe interessiert mit ihre "Datenschutzrichtlinie" einen feuchten Kehricht.

Was ist, wenn mir die Tragweite erst nach 2 Wochen klar wurde? Dann bestimmen die ZJ das die Frist abgelaufen ist? Da würden wir uns vor Gericht wiedersehen.

@OhNobody

Gerne ...

Im Ernstfall dürfte die Watchtower Aktiengesellschaft wissen, daß Rechte nur auf Grund von Gesetzen eingeschränkt werden können. Soviel juristisches Wissen sollten die Anwälte haben, obwohl sie bisher jede Klage gegen Erfahrungsberichte verloren haben.

@OhNobody

Reihst du dich jetzt in die Gruppe der sinnlos Antwortenden ein?

In dieser Pressemitteilung wird der Eindruck erweckt, dass ZJ sich nicht „an geltende Datenschutzbestimmungen“ halten. Das ist keineswegs der Fall, denn die aktuell geltenden Datenschutzbestimmungen fordern einen vertraulichen Umgang mit personenbezogenen Daten — ein Erfordernis, das ZJ erfüllen.

Offensichtlich nicht, denn jetzt dürfen sie keine Notizen machen....

Die Zeugen haben seit Jahren gegen das Grundrecht der informationellen Selbstbestimmung verstoßen, wie wir inzwischen wissen und verkaufen nun ihre Pflicht sich an Recht und Gesetz halten zu müssen als neues Licht.

Es ist so lustig.

Hier reinhören:

https://youtu.be/eWZLAGBFPYU

Selbst wenn die Daten bei den ZJ nur handschriftlich vorliegen und darauf wohl sehr wenig vermerkt ist, wenn Dir das ganze so wichtig ist, hier die Vorgehensweise:

  • Beim nächsten Besuch die Streichung mündlich mitteilen. Bei Misserfolg oder Zweifel nächster Schritt.
  • Musterschreiben entsprechend abändern und an den nächstgelegenen Königreichsaal oder die deutsche ZJ-Zentrale schicken. Damit bist Du juristisch auf der sicheren Seite.

Mehr brauchst Du meines Wissens nach nicht zu tun

Deine Daten findest Du schon im Internet .

  • Wenn Du auf Facebook bist , Twitter oder Instagram
  • Wenn Du Dinge einkaufst
  • Wenn Du Dinge verkaufst
  • Wenn Du Dinge bestellst

lieben Gruß

Hi, in einer Zeit wo jeder freiwillig Daten von sich Preis gibt. (Internet, Benutzung des Smartphones, Benutzung des Navigationsgerät etc) machst du dir Sorgen was wir Zeugen uns Notieren.

Nun dann will ich dich erst einmal beruhigen. Persönliche Notizen die jemand macht, etwa wie ; hat kein Interesse, oder wurde nicht angetroffen. Sind nur für den Persönlichen Gebrauch und werden nicht weitergeleitet oder weitergeben.

Dazu ein Beispiel: bei einem Gebiet mit ca 200 Familien kann man sich nicht alles merken. Und jetzt stell dir vor du hast den Zeugen Jehovas der vor deiner Tür stand gesagt, ich möchte nicht besucht werden. Nun ist derjenige längere Zeit krank und kann nicht in das Gebiet, und nun wo er kann weiss er nicht mehr, wer ihm das gesagt hat und besucht dich wieder, nun bist du wieder Sauer weil du ihm das ja untersagt hattest, woran er sich aber nicht mehr erinnern konnte.

Man kann ja beim nächsten Besuch ja sagen, bitte Notieren sie sich nur das ich kein Interesse habe. Jeder Zeuge Jehovas wird dafür Verständnis haben.

Gruss

Hi, in einer Zeit wo jeder freiwillig Daten von sich Preis gibt. (Internet, Benutzung des Smartphones, Benutzung des Navigationsgerät etc) machst du dir Sorgen was wir Zeugen uns Notieren.

Woher weißt du, daß er/sie das auch tut?

Außerdem sollte es jedem selbst überlassen werden was wer wo und warum preisgibt. Wenn ich meine Daten freiwillig an die Firam A gebe muss ich sie auch an Firma B (Watchtower AG) geben? Wer bestimmt denn das? Über meine Daten entscheidet einer, und das bin ich.

Ein schönes Beispiel brings du. Nur hnkt das auf beiden Beinen da es nicht unter das Datenschutzgesetz fällt. DAS kannst du notieren solange es dir Spaß macht.

Wie die Zeugen es nun Begriffen haben, sind jegliche Notizen verboten.

Um hier mal Klarheit zu schaffen: Auslöser war ein Fall in Finnland, der nun von dem Europäischen Gerichtshof gelandet ist. Interessant wäre natürlich, wenn man wüsste, was hier in den Notizen stand. Immerhin gibt die Organisation der Zeugen Jehovas ausdrückliche Anweisungen zum Führen von Haus-zu-Haus-Notizen, um datenschutzrechtlichen Problemen vorzubeugen. Würden sich alle Zeugen Jehovas an diese Anweisung halten, würde es diese Diskussion nicht geben. Mehr dazu am Ende meiner Ausführungen ...

Grundsätzlich werden Zeugen Jehovas dazu aufgefordert 2 verschiedene Arten von Notizen zu führen.

Auf dem ERSTEN Zettel sollten lediglich Namen der Personen stehen, die man noch nicht angetroffen hat. Alternativ Namen aller Personen des "persönlichen Gebiets", sowie Datum des letzten Besuchs. Dies geschieht in Ihrem eigenen Interesse, damit sie nicht nach 1-2 Wochen erneut besucht werden. Selbst berufstätige Zeugen, die ihrer Predigttätigkeit nach Feierabend nachgehen, haben oft 150-400 Adressen. Bei sogenannten "Pionieren", die meist Teilzeit arbeiten können es weit über 1000 Adressen sein. Dass man sich da nicht merken kann, wen man schon angetroffen hat und wen noch nicht, dürfte für jeden verständlich sein. Dieser ERSTE Zettel enthält KEINE personenbezogenen Daten und darf somit auch bedenkenlos weitergegeben werden. Beispiel: Ein Zeuge Jehovas kann aus beruflichen Gründen nur Samstags predigen gehen. Da zu diesem Zeitpunkt aber manche Menschen ihre wöchentlichen Einkäufe erledigen, gibt er den Zettel (ohne personenbezogene Daten) an einen anderen Zeugen weiter, der auch unter der Woche predigen geht - z.B. seine Frau.

Auf dem ZWEITEN Zettel sollten Namen von Personen notiert werden, die Interesse bekundet haben. Da die Person ja ausdrücklich daran interessiert ist, eine Antwort auf eine spezielle Frage oder Hilfe zu bestimmten Problemen zu erhalten, werden hier Notizen gemacht wie beispielsweise "Das nächste mal folgende Bibeltexte vorlesen ..." oder "Buch mit dem Titel ... mitbringen". Um sich an die jeweilige Person besser erinnern und auf deren Bedürfnisse eingehen zu können, machen sich manche Zeugen Jehovas auf diesem separaten Zettel auch Notizen wie "hat 3 Enkelkinder" oder "Hundeliebhaber". Dieser Zettel dient lediglich als EIGENE Gedächtnisstütze und wird NICHT weitergegeben.

AUSNAHME: sagt ein Wohnungsinhaber AUSDRÜCKLICH, dass er nicht mehr besucht werden will, dann erfolgt neben der persönlichen Notiz auch ein Eintrag auf der sogenannten "Gebietskarte", die der jeweilige Zeuge Jehovas bei sich zu Hause hat. Gibt er das Gebiet irgendwann ab (beispielsweise, weil er umzieht), so weiß auch derjenige Zeuge Jehovas, der das Gebiet als nächstes erhält, bei wem er nicht klingeln soll. Die meisten Wohnungsinhaber sagen in so einem Fall von sich aus, dass der Zeuge das bitte notieren oder weiterleiten soll. Sollte ein solcher Satz nicht fallen, wäre es von seiten des Zeugen angebracht, den Wohnungsinhaber darauf hinzuweisen, dass man einen entsprechenden Vermerk macht, damit auch andere Zeugen Jehovas nicht bei ihm klingeln.

So weit so gut. Nun das große ABER ... würden sich alle Zeugen Jehovas an die oben genannte Anweisung halten, gäbe es datenschutzrechtlich nichts einzuwenden. Leider gibt es aber EINZELNE Zeugen Jehovas, die ihre Notizen nicht trennen. Das heißt mitten auf dem ERSTEN Zettel (wen man wann zuletzt angetroffen hat) steht dann plötzlich ein Vermerk wie "geht gern Wandern" oder "Mutter kürzlich verstorben". Solange der Notizzettel NICHT weitergegeben wird, ist datenschutzrechtlich immer noch alles in Ordnung, da es "persönliche Notizen" oder "Gedächtnisstützen" für den nächsten Besuch sind. Gibt man diesen Zettel jedoch wie oben erwähnt an einen anderen Zeugen Jehovas weiter, da dieser zu Zeiten vorsprechen soll, an denen man selbst arbeiten muss, so stünde das ggf. entgegen geltendem Datenschutzrecht. Genau dieser Umstand wird nun von offizieller Stelle geprüft.

Zusammenfassend sei nochmal darauf hingewiesen, dass alles in Ordnung ist, wenn sich der jeweilige Zeuge Jehovas, der bei Ihnen vorspricht, auch an die Anweisung der Organisation hält.

Zusammenfassend sei nochmal darauf hingewiesen, dass alles in Ordnung ist, wenn sich der jeweilige Zeuge Jehovas, der bei Ihnen vorspricht, auch an die Anweisung der Organisation hält.

Warum lauten sie jetzt dann komplett gegenteilig?

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