Wie kann eine Aktiengesellschaft übernommen werden wenn bspw. niemand verkaufen will?

3 Antworten

Voll und ganz gehören würde einem die AG nur, wenn man 100% der Aktien besitzt. Dass ist aber nicht notwendig, um die Firma maßgeblich zu beeinflussen. Das Unternehmen wird geleitet vom Vorstand, der wird bestimmt durch den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat wiederum wird in der jährlichen Hauptversammlung gewählt, zu der alle Aktionäre eingeladen werden. Dort haben alle Aktionäre eine gewisse Stimmenzahl, und zwar im Verhältnis ihrer Aktien. Im Allgemeinen hat jede Aktie eine Stimme und wenn jemand 51% aller Aktien besitzt, so hat er auch 51% aller Stimmen bei der Wahl des Aufsichtsrates und kann nicht mehr überstimmt werden. Daher wird oft auch von 50% + 1 Aktie geredet, dass reicht schon, um immer die meisten Stimmen zu haben. Realistisch betrachtet kommen aber viele Aktionäre nicht zur Hauptversammlung, ebenso wie nicht alle Bürger zur Bundestagswahl gehen. Und wenn nur 30% der Aktionäre zu einer Hauptversammlung gehen, hat ein Grossaktionär mit 20% der Anteile schon eine Stimmenmehrheit.

1) Wenn nicht genügend Aktionäre Ihre Aktien herausrücken, dann kann sie auch niemand erwerben und eine Übernahme kommt nicht zustande. Ausnahme: Wenn jemand schon 95% der Aktien besitzt, dann kann er die anderen Aktionäre zwingen, ihre Aktien zu verkaufen. Dass nennt man "Squeeze-Out".

2) Nicht alle Porsche-Aktien gehören VW. VW besitzt zwar die Mehrheit der Aktien, aber nicht alle.

3) Wenn mehr Kapital benötigt wird, dann verkauft man nicht einfach seine eigenen Aktien sondern macht man über die Börse eine Kapitalerhöhung. Beispiel: Du besitzt 100% einer Firma, die 50 Millionen Stammkapital hat und der Einfachheit halber sind die Aktien hier im Beispiel auch an der Börse 50 Millionen wert. Jetzt machst Du eine Kapitalerhöhung und gibst 10 Millionen neue Aktien heraus, die an die Börse gebracht werden. Das Geld geht dann nicht an Dich, sondern an die AG. Danach besitzt Du nur noch knapp 83 Prozent der Firma, aber dem Unternehmen stehen 10 Millionen Euro an neuem Kapital zur Verfügung. Daher sollte man bei Börsengängen immer darauf achten, ob bestehende Aktionäre ihre Papiere auf den markt werfen um sich aus dem Unternehmen zurückzuziehen oder ob neue Aktien ausgegeben werden um dem Unternehmen neues Kapital zu beschaffen.

Durch eine Kapitalerhöhung. Das mache einige.

zuletzt auch die Commerzbank als Beispiel.

Und wer eine AG übernehmen will macht ein offizielles Übernahmeangebot. Da können die Aktionäre drauf reagieren.

  1. Wenn die Altaktionäre nicht verkaufen wollen, muss man das Angebot erhöhen. Wenn die dann noch immer nciht wollen, wird die Übernahme scheitern

  2. Bei Porsche ist es so, das es auch Vorzüge (Vorzugsaktien gibt, die kein Stimmrecht haben. Die hat VW gar nciht übernommen, weil sie für die Unternehmensführung uninteressant sind.

  3. Volle Bestimmung, habe ich mit 3/4 Mehrheit. also 75 % und 1 Katie. Bei manchen Entscheidungen reicht 51 % nicht. Deshalb nennt man 25 % + 1 Aktie auch gern die "Sperrminorität."

  1. Mit 51% besitzt Du die Mehrheit am Unternehmen, was natürlich gut ist, aber nichts bringt, wenn noch jemand 49% besitzt oder eine Sperrminorität hat. 51% allein sind also nicht immer der Bringer.

  2. Wenn niemand verkauft, kann keiner kaufen. Aber da sich oft nicht alle einig sind...

  3. Wenn VW nicht 100% der Aktien an Porsche hält, kannst Du doch noch welche kaufen ;-)

  4. Wer sagt denn bitte, dass das Geld aus einem Börsengang Dein Privatvermögen ist ?

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