Wie ist die Vorgehensweise eines Inkassounternehmens?

5 Antworten

Erstmal bekommst Du eine Mahnung (mit ordentlich Bearbeitungsgebühren) und eine Frist zur Zahlung. Dann kommt manchmal Besuch von denen an Deiner Haustür. Wenn nichts zu holen ist, ein Mahnbescheid, dann der Gerichtsvollzieher. Kosten sind ca. das 3-fache vom zu zahlenden Betrag.

Und wenn man den Fantasiekosten im gerichtlichen Mahnverfahren widerspricht, kommt man deutlich günstiger davon.

@jurafragen

da gibt es im Vorfeld noch andere Möglichkeiten, aber das war ja nicht die Frage.

"Besuch an der Haustür"? Nein. Die allerwenigsten Inkassobüros haben überhaupt einen Außendienst, und wenn, dann fahren die auch nicht bundesweit herum. Die Fahrtkosten wären gar nicht abrechnungsfähig (jedenfalls nicht vor Gericht).

Inkassobüros arbeiten mit viiiieeel Papier und mit drohenden Textbausteinen.

@Goofy62

nö, die kommen und drohen mit div. Dingen.

Ohne vollstreckbaren Titel ergibt die Beauftragung eines Geichtsvollziehers für ein Inkassounternehmen keinen Sinn.

Was den Auftraggeber die Sache kostet, hängt von der Vereinbarung zwischen Auftraggeber und Inkassounternehmen ab. Im Allgemeinen sind Inkassounternehmen so ziemlich die überflüssigste Branche, die man sich ausgedacht hat.

Die kennen weder Gerichtsvollzieher noch Mahnbescheide.

Immer wieder schon drohen wenn man nichts bezahlt machen sie das und das. Die schreiben immer Sie haben eine Frist bis dann, dann werden sie gerichtliche Schritte einleiten. Dann kommen immer weitere Fristen usw. Dann vielleicht ein Schreiben vom Amtsgericht aber da passiert auch nichts. Da kann man Widerspruch einlegen. Inkassounternehmen können nur drohen sonst nichts. Wenn sie ihre Forderung wirklich durchsetzen wollen zum Beispiel durch Klageverfahren,Anwalt Gericht etc. dann sind sie zu blöd das zu machen.

"Gerichtsvollzieher und Mahnbescheid": weder noch.

Erst einmal versuchen es die Inkassobüros mit Mahnungen. Mit viiieeel Papier, und mit drohenden Textbausteinen.

Wenn tatsächlich Zahlungsverzug vorliegt und die Forderung gerechtfertigt ist, sollte man bezahlen. Falls die Forderung aber unberechtigt ist (Betrug/Abzocke/untergeschobener Vertrag...), dann widerspricht man eben der Forderung. Dann kann sich das Inkassobüro überlegen, ob es noch weitere teure Maßnahmen einleitet, wofür sie dann ohnehin kein Geld bekommen, weil logischerweise vor Gericht die Forderung keinen Bestand hätte.

Bei einer unberechtigten Forderung braucht man keine Angst vor Inkassobüros zu haben. Das sind keine Behörden, die haben null Sonderrechte. Mehr als Briefe schreiben und drohen können die zunächst einmal nicht. Bei unberechtigten Forderungen sind Mahnbescheide sehr selten, weil man als Betroffener dann dem Mahnbescheid einfach innerhalb von 14 Tagen widerspricht. Und dann hat das Inkassobüro die Gerichtsgebühr versenkt und kriegt die auch nicht wieder.

Ein Gerichtsvollzieher kann nur kommen, wenn man dem Mahnbescheid und danach auch noch dem Vollstreckungsbescheid (beides gelbe Briefe vom Amtsgericht) nicht widersprochen hat. Erst dann gibt es einen sogenannten "Vollstreckungstitel". Ohne den wird der Gerichtsvollzieher nicht aktiv. Bei einer unberechtigten Forderung reicht also der Widerspruch gegen den Mahnbescheid - und basta. Wenn der Forderungssteller jetzt immer noch was will, dann müsste er halt vor Gericht klagen ("Überleitung ins streitige Verfahren"). Aber dann müsste er auch Beweise für den Vertragsschluss beibringen, und auch Beweise dafür, dass der Betroffene über alle Kosten und Konditionen sofort erkennbar informiert wurde und auch eine Widerrufsbelehrung in Textform erhalten hat. Bei Abzocke ("untergeschobene Verträge") kann der Forderungssteller diese Beweise nicht beibringen und verliert den Prozess.

Daher wird in solchen Fällen in Wirklichkeit auch gar nicht Klage eingereicht, sondern nur mit den üblichen Textbausteinen gedroht. Das ist das typische Handwerk von unseriösen Inkassobüros.

http://www.antispam-ev.de/wiki/Inkassob%C3%BCros

Ich danke Euch allen 4 für die Mühe einer Antwort!

DANKE!

von Theresa.

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