Wie hoch ist die Spekulationssteuer beim Kauf oder Verkauf einer Eigentumswohnung bzw. Haus?

5 Antworten

Es handelt sich hier um eine sprachliche Unschärfe. Der Veräußerungsgewinn beim Immobilienverkauf (vulgo "Spekulationssteuer" genannt) wird immer nach den allgemeinen Besteuerungsgrundlagen berechnet, ergo entscheidet letztlich der Steuersatz (respektive das zuvst. E.) des ESt-Pflichtigen. Einen fixen Satz gibt es hier eben nicht.

Hallo zusammen,

ich möchte nicht unbedingt ein neues Thema aufmachen. Dieses Thema geht in die gleiche Richtung.

Ich möchte mich auf diese Aussage aus einem Forum beziehen: Hinweis: Es fällt keine Steuer beim Hausverkauf oder beim Verkauf einer Wohnung an, wenn im Jahr des Verkaufs und den beiden vorangehenden Kalenderjahren die Immobilie zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde (§ 23 EStG). Dies gilt auch für angebrochene Kalenderjahre. Beispiel: Wird eine Immobilie im Dezember 2010 gekauft, in der Folge selbst bewohnt und im Januar 2012 wieder verkauft, so ist keine Spekulationssteuer zu zahlen. Die Regelung gilt auch für selbstgenutzte Ferienwohnungen oder Zweitwohnungen.

Ich habe folgendes Konstrukt:

Die Wohnung wurde 2008 von meinen Schwiegereltern gekauft, und wir sind eingezogen. Im Juni 2012 haben wir die Wohnung und den Kredit auf uns umschreiben lassen.

Wie verhält es sich dabei? Müssen wir einen eventuellen Gewinn beim Verkauf der Wohnung auch versteuern?

es gibt keine spekulationssteuer! Wenn du innerhalb der Spekulationsfrist liegst und die Immobilie mit Gewinn verkaufst mußt du den Gewinn zu deinem Steuersatz versteuern der sich aus deinen Gesamteinnahmen und Ausgaben ergibt

habe ich gerade gelesen, also gibt es sie: die Spekulationssteuer

Willkommen zum Thema Spekulationssteuer Spekulationssteuer auf Immobilien und Aktien 2012

SpekulationssteuerDie Spekulationssteuer ist im § 23 Einkommensteuergesetz (EStG) geregelt: Die Spekulationssteuer besteuert Spekulationsgeschäfte. Spekulationsgeschäfte sind private Veräußerungsgeschäfte, bei denen der Ertrag und die Rückzahlung des Kapitals von vornherein ungewiss sind und bei denen Wirtschaftsgüter innerhalb bestimmter Fristen (Spekulationsfrist) veräußert werden. Außerdem gehören dazu auch alle Geschäfte, bei denen die Veräußerung früher erfolgt als der Erwerb (Termingeschäfte). Der Steuerpflichtige benötigt keine Spekulationsabsicht. Die fehlende Spekulationsabsicht führt trotzdem zur Spekulationssteuer. Zu den Spekulationsgeschäften gehört z. B. auch der Tausch von Fremdwährungsguthaben.

@NewHorizon

das spielt keine Rolle! Es verhält sich so wie ich geschrieben habe!

@NewHorizon

Schön, und wenn Du dir den Artikel mal richtig durchgelesen hättest, wäre Dir aufgefallen, dass Spekulationsgewinne der Einkommensteuer unterliegen. Es gibt also keine besondere Spekulationssteuer, Spekulationsgewinne erhöhen dein Einkommen und darauf zahlst du dann Einkommensteuer. Wie hoch die ausfällt, ist wiederum vom gesamten zu versteuernden Einkommen abhängig.

@NewHorizon

Sehr schön. Und jetzt lesen wir uns mal den (korrekt) zitierten § 23 EStG durch, und stellen fest - was?

Genau. Im ganzen § 23 kommt der Begriff "Spekulationssteuer" überhaupt nicht vor. Und warum? Weil es sich bei (steuerpflichtigen) Gewinnen aus Immobilienverkäufen um Gewinne aus (Zitat:)

"Privaten Veräußerungsgeschäften"

(Zitat Ende) handelt. Und die wiederum fließen ganz gewöhnlich über die ESt-Erklärung in das zvE ein.

wird normal deinem brutto zugerechnet der reingewinn

also verkaufsgewinn abzüglich aller anrechenbarer kosten 40.000€

b ruttoverdienst aus nicht-selbstständiger arbeit 35.000€

dann hast du das jahr einfach 75.000€ brutto verdient und zahlst auch dementsprechend steuern, inklusive progeression

Wieso sollte man dafür Spekulationssteuer bezahlen?

weil das gesetzlich geregelt ist, wenn ein verkäufer seine immobilie verkaufen will, wenn diese sein eigentum von 2 bis 10 jahren ist

@NewHorizon

wenn ein verkäufer seine immobilie verkaufen will, wenn diese sein eigentum von 2 bis 10 jahren ist

Nicht ganz richtig ausgedrückt. Von '2 bis 10 Jahren' steht in § 23 EStG nichts, sondern dass dann ein Spekulationsgewinn vorliegt, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung weniger als 10 Jahre liegen. Zitat:

Veräußerungsgeschäfte bei Grundstücken und Rechten, die den Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke unterliegen (z. B. Erbbaurecht, Mineralgewinnungsrecht), bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre beträgt.

http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__23.html

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