Wie hoch darf der Baum des Nachbarn sein?

5 Antworten

Ja das ist erlaubt. Der Baum darf so hoch sein wie euer Nachbar es will.
Ihr dürftet nur insoweit einschreiten wenn die Äste in euer Grunstück wachsen. Dann könntet ihr ihn zwingen die Äste entsprechend zu kürzen.

Aber ansonsten habt ihr keine Handhabe gegen das wad auf seinem Grundstück wächst und gedeiht.

Für die Höhe eines Baumes gibt es keine Obergrenze, nur für den Abstand und das auch nur die ersten paar Jahre nach der Pflanzung. Bäume die länger als fünf Jahre an dem Ort stehen, genießen Bestandsschutz.

Der Baumbesitzer muß seine Bäume regelmäßig "überprüfen", sprich wenn ein Baum morsch ist oder aus anderen Gründen (Pilzen etc) umzukippen droht, muß er vorher gefällt werden. Ansonsten ist das ein Fall für die Haftplichtversicherung des Nachbarn.

Wenn Du natürlich siehst, daß ein Baum besonders angeschlagen ist, kannste Deinen Nachbar auch darauf hinweisen. Dann wird er ihn in eigenem Interesse fällen. Ansonsten fallen Bäume nicht so leicht um. 

Wenn die Birken in der Windschneise stehen, bieten sie sogar Dir noch einen gewissen Schutz vor besonders starken stürmen. 

Ich hatte mal eine Buche an der Grenze stehen, die stand seit eh und je. Dann kam ein neuer Nachbar, der hatte mich ständig wegen dieser Buche genervt (macht Dreck, Laub, überwachsende Äste etc.), während auf seinem Grundstück bestimmt fünf Fichten standen.

Irgendwann habe ich den Baum dann zu Brennholz gemacht weil mir das Theater auf die Nerven ging. Hatte ja noch drei andere Bäume und dann einfach einen neuen paar Meter entfernt gepflanzt.

Es dauerte vielleicht ein halbes Jahr, dann kam der nächste Sturm und die nun freiliegenden Fichten des Nachbarn hat es wie Streichhölzer umgeworfen. Mein Nachbar fand das allerdings dann nicht so lustig ;)

Ein Baum kann so hoch werden wie er eben wächst. Die Frage ist, wie nahe er an der Grundstücksgrenze zum Nachbarn steht ?

Steht der Baum schon längere Jahre und keiner hat sich daran gestört, dann kann man die Fällung nicht verlangen. Es besteht dann der sog. Bestandsschutz für den Baum.

Wenn der Baum allerdings anfängt abzusterben, dann sollte man den Nachbarn auf die Gefahr hinweisen. Bei den meisten Versicherungen wird eine Schadenübernahme ausgeschlossen, wenn ein morscher Baum durch Sturm umfällt und Schäden anrichtet.Das weiss sicher nicht jeder. Die Kosten muss dann derjenige tragen, dem der Baum gehört.

Dann darf man Bäume auch nicht während der Brutzeit der Vögel fällen. Auch darauf ist zu achten. Fällt man eine Baum, ausgenommen morsche Bäume, während der Brutzeit der Vögel, kann das ein Bussgeld von mehreren hundert Euro zur Folge haben, so Anzeige erstattet wird.

Auf Baumfällarbeiten spezialisierte Unternehmen wissen das und würden während dieser Zeit auch keinen gesunden Baum fällen.

Viel wichtiger als die Höhe selbst ist die Tatsache, dass die Bäume standsicher sind (egal wie hoch sie sind). 

In der Praxis bedeutet das, dass von einem kleineren (altersschwachen, kranken) Baum genauso eine Gefahr ausgehen kann wie von einem hohen, nicht windgeschützten Baum (der beim ersten stärkeren Sturm umknickt). Du kannst also nicht pauschal aufgrund der Höhe von einer Gefahr ausgehen .....

Ist die Standsicherheit wegen des hohen Alters nicht mehr gegeben, muss der Besitzer den Baum fällen (BGH, Az. V ZR 319/02). Wer solche Schutz­maßnahmen unterlässt, verstößt gegen die Verkehrs­sicherungs­pflicht. Unter Umständen haftet er sogar dann, wenn dem Baum gar nicht anzu­sehen war, dass er marode war. Ein gesunder Baum wird bei Wind­stärke 7 bis 8 normaler­weise nicht entwurzelt, wenn er nicht ohnehin schadhaft war.

Daher ist dem Baumbesitzer anzuraten, den Zustand der Bäume im belaubten wie im unbelaubten Zustand regelmäßig zu überprüfen.

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