Wie hinterlässt man eine Mietwohnung am "Vermieterfreundlichsten"?

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Wie hinterlässt man eine Mietwohnung am "Vermieterfreundlichsten"?

So das eine Nachmieter sofort einziehen kann;-)

Was, wenn überhaupt, steht im Mietvertrag zu Schönheitsreparaturen, wie die Wohnung bei Mietende zurückzugeben ist und was zum Renovierungszustand bei Mietbeginn?

Vorab, eine Klausel wonach bei Mietende generell und unabhängig von Wohndauer und tatsächlichem Renovierungsbedarf renoviert werden soll ist unwirksam.

kleine Kratzer im Laminat, eine von der Witterung gerissene Innenscheibe einer doppeltverglasten Tür, Dübellöcher in den Wänden.

Das alles hat mit Schönheitsreparaturen nichts zu tun und muß natürlich behoben werden.

Bei den Laminatkratzern muß evtl. unterscheiden werden zwischen normaler Abnutzung und wirklicher Beschädigung. Ohne das zu sehen kann man das natürlich nicht beurteilen.

Also im Mietvertrag steht:

  1. Zeigt sich im Laufe der Mietzeit ein Mangel der Mietsache oder wird eine Vorkehrung zum Schutze der Mietsache gegen eine nicht vorhergesehene Gefahr erforderlich, so hat der Mieter dem Vermieter dies zur Vermeidung seiner Schadenersatzansprüche unverzüglich anzuzeigen.
  2. Der Mieter stellt den Vermieter von allen Ansprüchen auf Durchführung von Schönheitsreparaturen frei.
  3. Der Mieter ist verpflichtet, nach Bedarf die Schönheitsreparaturen an Wänden und Decken der Küchen, Bäder und Duschräume , der Wohn- und Schlafräume, Flure, Dielen und Toiletten im Allgemeinen alle 5 Jahre, der sonstigen Räume im Allgemeinen alle 7 Jahre, jeweils gerechnet vom Beginn des Mietverhältnisses, fachgerecht auszuführen. Die Schönheitsreparaturen an den Innenseiten von Fenstern und Außentüren, an Innentüren sowie an Heizkörpern einschließlich Heizrohre sind im Allgemeinen alle 10 Jahre, jeweils gerechnet vom Beginn des Mietverhältnisses, fachgerecht auszuführen. Im Allgemeinen bedeutet, dass es sich bei den angegebenen Fristen nur um flexible Erfahrungssätze handelt, die der tatsächlichen Abnutzung anzupassen sind.
  4. Endet das Mietverhältnis vor Ablauf des Renovierungsturnus und hat der Mieter im letzten Jahr vor Beendigung die Schönheitsreparaturen nicht ausgeführt, trägt er einen prozentualen Anteil an den Renovierungskosten, die aufgrund des Kostenvoranschlages eines Malerfachgeschäftes ermittelt werden. Dieser prozentuale Anteil bemisst sich nach dem Verhältnis des Zeitraumes seit Durchführung der letzten Schönheitsreparaturen während der Mietzeit zum vollen Renovierungsturnus. Ist seit Beginn des Mietverhältnisses noch kein voller Turnus verstrichen, bemisst sich der prozentuale Anteil an den Renovierungskosten nach dem Verhältnis des Zeitraumes seit Beginn des Mietverhältnisses zum vollen Renovierungsturnus. Der volle Renovierungsturnus ist im jeweiligen Einzelfall unter Berücksichtigung der tatsächlichen Abnutzung gem Abs. 3 zu bestimmen. Der Mieter ist in jedem Fall berechtigt diese Zahlungsverpflichtung abzuwenden, indem er die Schönheitsreparaturen selbst fachgerecht ausführt oder ausführen lässt.
  5. Der Mieter ist verpflichtet, die Kosten für die Reparaturen der Installationsgegenstände für Elektrizität, Wasser und Gas, Heiz- und Kocheinrichtungen, Fenster- und Türverschlüsse, sowie Verschlusseinrichtungen von Fensterläden zu tragen, soweit die Kosten für die einzelne Reparatur den Betrag von € 100,00 und der dem Mieter dadurch entstehende jährliche Aufwand 6% der Jahresbruttokaltmiete nicht übersteigen. Dies gilt jedoch nur soweit die reparierenden Gegenstände häufig dem unmittelbaren Zugriff des Mieters ausgesetzt sind. Die Verpflichtung des Mieters erstreckt sich nicht auf Zu- und Ableitungen, die in den Mauern verlaufen.
  6. Der Meter ist verpflichtet, die Mieträume sowie die gemeinschaftlichen Einrichtungen pfleglich zu behandeln und seine Mieträume ausreichend zu heizen und zu lüften.
  7. Bei Beschädigung der Mieträume (inkl. Anlagen und Einrichtungen in den Mieträumen) ist der Mieter ersatzpflichtig, wenn und soweit sie von ihm sowie unter Verletzung der ihm obliegenden Obhuts- oder Sorgfaltspflicht von den zu seinem Haushalt gehörende Personen, von Untermietern oder Dritten denen er die Mietsache überlassen hat, von ihm beauftragten Handwerkern schuldhaft verursacht werden. Dem Vermieter muss beweisen, dass der Schaden durch den Mieter verursacht wurde, der Mieter muss beweisen, dass der Schaden nicht schuldhaft verursacht wurde.

Ich fürchte, das ist ein ziemlich langer Text, aber vielleicht kannst du mir ja helfen?

@anitari

Danke anitari, werd`s mir hoffentlich merken.

Ihr seit aber nette Mieter - find ich gut!

Notwendig ist es, die Dübellöcher zu entfernen, selbst verursachte Schäden zu beheben und die Wohnung (inkl. evtl. dazugehörigem Dachboden und Keller) mit dem Besen zu reiningen (besenrein). Zu meinem Verständnis gehören dazu auch saubere Heizkörper, eine gereinigte Badewanne/Dusche, Toilette - und sofern vorhanden - auch der Einbauküche inkl. Spüle und Herd (auch innen). Am besten vorischtshalber nochmal im Mietvertrag nachschauen, ob noch irgendwelche Regelungen unter der Position Auszug und Wohnungsübergabe stehen, die jedoch gesetzeskonform sein müssen. Eine grundsätzliche Renovierungsklausel wäre es beispielsweise nicht.

Ich persönlich würde mir zusätzlich wünschen (*träum*), dass der Mieter die Böden (inklusive der Ecken und Fußleisten!) auch feucht reinigt, die Heizkörper ebenfalls. Dass die Fenster und Fensterrahmen von innen und außen geputzt sind. Dass Spüle, Waschbecken, Badewanne/Dusche und Toilette nicht nur oberflächlich gereinigt werden (leider meistens der Fall und besonders ärgerlich), sondern blitzeblank und hygienisch sauber sind. Keine Haare im Abfluss der Wanne/Dusche! Toilette auch unter dem Rand sauber und frisch duftend! Neue Toilettenbürste (noch originalverpackt)! Armaturen glänzend und Spiegel geputzt! Falls EBK: Herd außen und innen sauber (Krümel!), ebenso der Kühlschrank (mit Essigwasser ausgewaschen = hygienisch und frisch). Wohnung frisch gelüftet! WOW

Ebenso wie anitari bereits schrieb: so dass ein Nachmieter sofort einziehen könnte.

Normalerweise ist nach 8 Monaten Mietzeit ein erneutes Streichen der Wände nicht erforderlich, es sei denn, z.B. aufgrund der zugespachtelten Dübellöcher, oder wenn in der Wohnung geraucht wurde. Darüber hinaus sehe ich nach nur 8 Monaten Mietzeit keine Notwendigkeit von Schönheitsreparaturen.

Ob die Kratzer im Laminat unter die normale Abnutzung fallen (wofür ja Miete bezahlt wurde) oder schon Beschädigungen sind, kann von hier aus schlecht beurteilt werden. Bei uns hatte mal ein neuer Mieter die extra zum Abschleifen ausgehängte Tür - trotz großem Zettel daran - wieder eingehängt und über den neu verlegten Laminat gezogen. Dabei ist ein großer und tiefer Kratzer an dem erst 2 Tage alten Laminat entstanden, bevor der Mieter überhaupt vollständig eingezogen war. DAS ist dann eine Beschädigung. Wenn man allerdings ganz normal darauf läuft, gehören die hierdurch entstehenden Kratzerchen zur normalen Abnutzung, und müssen vom Vermieter hingenommen werden.

Eine von der Witterung gerissene Innenscheibe einer doppelverglasten Tür ist, zumindest nach meinem Verständnis, vom Prinzip her auch nicht Angelegenheit der Mieter - sofern es wirklich nur an der Witterung lag (innerhalb von 8 Monaten?), also ohne dass hier in irgendeiner Form die Sorgfaltspflicht vom Mieter verletzt wurde. Aber: der Schaden hätte dem Vermieter angezeigt werden müssen.

Auf jeden Fall würde ich bei der Wohnungsübergabe auf ein Übergabeprotokoll bestehen (nicht das noch "was nach" kommt) und auch vorsichtig sein mit voreiligen Schuldeingeständnissen. Einen Laminat kann man nicht abschleifen, und das Erneuern eines Doppelglasfenster der Tür kann - speziell bei Altbau-Türen - erfahrungsgemäß sehr teuer werden.

Alles Gute!



Ob man Schönheitsreparaturen ausführen muss hängt davon ab ob es eine wirksame Renovierungsklausel im Mietvertrag gibt.

Schäden die über den normalen Gebrauch/ normale Abnutzung hinaus gehen, die muss man natürlich beheben.

Außerdem gibt es noch eine weitere Frage, meine Tochter hat 8 Monate dort gewohnt, die Wände sind beim Einzug weiß gestrichen worden. Müssen wir jetzt nochmal streichen? Obwohl alles noch weiß ist?

Nur wenn es erforderlich ist.

Hier mal ein Link:

www.immobilienscout24.de/de/umzug/ratgeber/renovierung-modernisierung/urteile/schoenheitsreparaturklausel.jsp

MfG

Johnny

Oje..also wenn der Vermieter ein Dickkopf ist dann wuerde ich mir am besten Rat beim Mietverein holen. Wir koennen ja hier immer nur Erfahrungsberichte abgeben...aber das ist nichts rechtlich korrektes. 

Ich regele das seither immer so: Ich lasse einen Handwerker einen Kostenvoranschlag fuer die zu behebenden Maengel machen, bitte den Vermieter dann alle Reperaturen ausfuehren zu lassen und den Betrag von der einbehaltenen Kaution abzuziehen. So hab ich erstmal keine weiteren Ausgaben und eben auch schwarz auf weiss was das ganze kostet. Da kann er dann nicht mehr abrechnen. 

Streichen musst du so weit ich weiss nur einmal. Also entweder bei Ein- oder Auszug. Das sollte aber im Mietvertrag schriftlich geregelt sein!

LG!

Beim Mieterbund habe ich heute leider schon 14 Euro in der Warteschleife der "Notfall Hotline" verpulvert um dann zu erfahren, dass ohne Mitgliedschaft sowieso keine Beratung erfolgt.

Hatte auch gehofft, dass die mir weiterhelfen können.

@TheWiseLady

Beim Mieterbund habe ich heute leider schon 14 Euro in der Warteschleife der "Notfall Hotline" verpulvert um dann zu erfahren, dass ohne Mitgliedschaft sowieso keine Beratung erfolgt.

Soweit ich weiß sind Kosten fürs Warten unzulässig und nur in bestimmten Fällen noch zulässig, schau mal hier rein:

http://www.billiger-telefonieren.de/thema/warteschleife/

MfG

Im Mietsvertrag müsste es geregelt sein.

Wenn nicht, reicht es sogar aus Besenrein die Wohnung zu übergeben. Ansonsten den Vermieten nochmal befragen. 

Danke, da bin ich tatsächlich schon selbst drauf gekommen.

Ansonsten den Vermieten nochmal befragen.

Das ist so als ob man einen Mörder  fragen würde ob er schuldig ist;-)

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