Wie häufig führen Gerichtsvollzieher heutzutage noch eine Sachpfändung in einer Wohnung aus?

7 Antworten

also ich weiss von Gerichtsvollziehern, die haben seit 10 Jahren nichts mehr gepfändet; früher war das mal anders, als zB Farbfernseher noch was exklusives waren oder auch Schrankwände;

schau Dir man die Liste der Dinge an, die gesetzlich unpfändbar sind;

wer was hat, ist meistens so schlau, es vorher entsprechend zu verschleiern;

was weh tut, ist die Lohnpfändung, weil dann (ausser der Arbeitgeber macht ungesetzlicherweise mit) nichts zu verbergen ist;

ausserdem macht Lohnpfändung dem Arbeitgeber viel Arbeit, d.h. im Falle einer Verkleinerung der Belegschaft, bist Du der Erste, der weg ist;

richtig und zwar richtig bitter wird es bei der Kontopfändung, weil Du dann heutzutage so gut wie von allem ausgeschlossen bist;

mit Lohn- und Kontopfändung hat aber der Gerichtsvollzieher nichts zu tun, das erfolgt durch das Vollstreckungsgericht;

die Vermögensauskunft ist dann wirksam, wenn Ansprüche aus Lebensversicherungen gepfändet werden können, Ansprüche auf Steuererstattung, Pfändung von Rentenansprüchen etc, aber Sachpfändung ist so gut wie wirkungslos;

Zittern muss man allenfalls bei den Vollstreckungsbeamten vom Finanzamt, die ziehen manches noch durch;

ansonsten machen Dir als Gläubiger die meisten Schuldner eine lange Nase.....

Ja, früher war das das normale Vorgehen. Mittlerweile ist das anders. Grundsätzlich ist es heute so, dass der Gerichtsvollzieher den Schuldner zu sich ins Büro einlädt oder auch die Unterlagen für das Vermögensverzeichnis einfach an den Schuldner schickt, damit der es ausfüllt und bis Tag X dann an den Gerichtsvollzieher zurück schickt.

Wenn man als Gläubiger möchte, dass der Gerichtsvollzieher wirklich zu dem Schuldner nach Hause geht und dort eine Sachpfändung durchführt, dann muss er das explizit in seinem Antrag angeben.

Der Gläubiger kann im Vollstreckungsauftrag immer auch ankreuzen, dass er am Termin zur Abgabe der Vermögensauskunft teilnehmen möchte. Das würde ich auch (bei einzelnen) Forderungen empfehlen, damit der Gerichtsvollzieher dann auch vernünftige Arbeit macht.

Das passiert im Grunde nur noch wenn mal Pfändungen in etwas "vornehmeren" Haushalten stattfinden. Bei einem "Durchsnittsbürger" lohnt sich das nicht. Interessant sind nur Wertsachen, allenfalls nochmal eine Briefmarkensammlung. Diese Sachen sind in der Regel schon verhökert wenn der Gerichtsvollzieher da ist. Die meisten Gegenstände im Haushalt sind kaum was wert, Gebrauchtmöbel zum Beispiel. Es müssen ja erst sämtliche Kosten die bis zur Versteigerung entstehen eingebracht werden und dann muss auch noch was für den Gläubiger übrig bleiben. Bei einer teuren Stereoanlage könnte das was bringen. Bei einem teureren Fernseher schon weniger, da dafür ein Ersatzgerät gestellt werden muss.

Von einigen meiner "Klienten" wurde mir erzählt das der GV einmal im Wohnzimmer in die Runde geblickt hat und dann wieder gegangen ist.

gebrauchte Elektrogeräte sind kaum wiederverkäuflich, daher wertmässig häufig nicht interessant.

jedoch werden andere Wertgegenstände gerne sichergestellt, z.B. Schmuck oder eine Münzsammlung, wo zumindest der Materialwert attraktiv ist.

und ja, es ist noch üblich. doch da muss vorher schon viel passiert sein.

Das ist auch heute noch so. Die wollen ja Ihr Geld und wenn es etwas zu pfänden gibt, tun sie das auch.

Okay, ich hätte mich auch gewundert ...

Wer eine Vermögensauskunft abgeben muss, hat meist kein Geld und/oder andere Sachwerte ...

@CLAEW

Deshalb hab ich ja auch geschrieben "wenn es etwas zu pfänden gibt"

@CLAEW

Oder er will nicht zahlen, kommt bei Unterhalt häufig vor

@nonepossibile

Na wenn schon, wenn nichts zu holen ist, kann auch jemand nicht zahlen wollen!

Dann bezahlt der Staat,

außer bei Bußgeld, das kann man auch oft absitzen!

@CLAEW
Dann bezahlt der Staat

Der Staat zahlt gar nichts, wenn bei einem Schuldner nichts zu holen ist.

außer bei Bußgeld, das kann man auch oft absitzen!

Du bringst da etwas durcheinander. Bußgelder kann man nicht absitzen.

Absitzen kann man Geldstrafen, nennt sich Ersatzfreiheitsstrafe.

@CLAEW

ein Hartz IV Empfänger zB muß zZt auch noch eine Vermögensauskunft abgeben

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