Wie gut sind unabhängige Versicherungsmakler?

5 Antworten

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Holla die Waldfee,

wenn ich mir die geballte Kompetenz an Antwortenden anschaue, bin ich doch erstaunt. Vor allem, wenn ich sehe wie viele von denen, die hier meinen Versicherungsmakler schlecht reden zu müssen, weil dieser Berufsstand (zu dem auch ich gehöre) Provisionen verdient.

Also zunächst einmal sind die Provisionen wirklich vollkommen egal. Ich habe zum Beispiel aus allen Provisionen, die ich so für die Vermittlung verschiedener Produkte erhalte ein Mittel gebildet. Mich interessiert also weder die Höhe der Courtage noch welche Gesellschaft die Höchste zahlt, zudem die Unterschiede kaum bis gar nicht vorhanden sind.

Ein anderer Punkt sind die Themen Kompetenz und Maklerhaftung. Als Versicherungsmakler bist Du verpflichtet, für den Kunden das auf sein Risiko passende Deckungskonzept anzubieten, also eine Beratung durchzuführen, den Bedarf festzustellen und darauf hin eine passende Lösung zu erstellen. Wenn Du dabei Fehler machst, haftest Du als Makler. Kompetenz ist eine andere Sache. Wenn Dich ein Versicherungsmakler berät, so gibt es natürlich gute als auch schlecht ausgebildete Damen und Herren, so wie auch in jedem anderen Beruf.

Nun zu Deiner eigentlichen Frage MLP, AWD, Horbach, DVAG, ERGO (ehemals HMI), BonnFinanz, OVB, AFA und wie sie alle heissen sind keine Versicherungsmakler, sondern Strukturvertriebe und zudem samt und sonders sogenannte Mehrfachagenten (bis auf ERGO und DVAG). Die in Strukturvertrieben organisierten Mehrfachagenten sind im Endeffekt wie gebundene Versicherungsvermittler, da sie nur aus einer begrenzten Auswahl an Gesellschaften Produkte anbieten können. Zumeist nennen sie diese Gesellschaften dann nach aussen hin Premiumpartner um so dem Kunden einzureden, diese Vertragspartner seien die Besten am Markt. In Wirklichkeit sind Premiumpartner die Gesellschaften, die die höchsten Provisionen zahlen oder andere Leistungen anbieten, wie zum Beispiel Gründungskapital, Bonusleistungen, ein Haftungsdach oder was auch immer. Neben den Struktuvertrieben und Mehrfachagenten gibt es noch die gebundenen Vermittler. Diese arbeiten nur für eine Gesellschaft oder einen Konzern und können nur Produkte des Konzerns/der Gesellschaft anbieten. Bislang habe ich noch keine Gesellschaft gefunden bei der alle Produkte so gut sind, dass ich einen Kunden nur bei einer Gesellschaft versichern würde.

Nun noch das Thema Versicherungsberater. Versicherungsberater haben den Vorteil, dass sie wie auch Steuerberater oder Anwälte ein Honorar dafür bekommen, wenn sie Dich zum Thema Versicherungen beraten. Das Honorar zahlst dabei du und das wird als Vorteil dargestellt, muss aber nicht sein.

Im Endeffekt ist auch der Versicherungsberater nichts anderes als ein Mensch und Menschen machen Fehler, auch Versicherungsberater und dann ist es immer eine Frage der Kompetenz. Die Mindestvoraussetzung für alle Berufe in der Versicherungswirtschaft sind immer die Versicherungsfachmannsausbildung (IHK oder ehemals BWV) eine Quereinsteigerprüfung, die jedermann ablegen kann. Danach kann man sich entscheiden, ob man nun als Makler, Vermittler, Berater oder was auch immer arbeitet und jederzeit auch den Status wechseln. Es sagt also nicht wirklich etwas über die Kompetenz aus, welchen Beruf er nun genau ausübt und wenn ich mir die Antworten einiger Versicherungsberater hier im GF so anschaue, dann sind hier viele Kollegen aus der Makler- und auch Vermittlerszene weitaus kompetenter.

Viele Grüße

Andreas

danke für den Stern :-)

Hervorragend und treffend formuliert !

Wohl dem der für seinen Kunden aus vielen Tarifen und Gesellschaften das auswählen kann was für den jeweiligen Kunden passt.

Das ist die Unabhängigkeit !!! Als makler bin ich ausschließlich dem Kunden verpflichtet. Alle Ausschließlichlkeitsvertreter sind Ihrer Gesellschaft verpflichtet und müssen deren Produkte verkaufen, ob's passt oder nicht. Das geben die Direktionen so vor was verkauft werdeb muss !!!

Provisionen sind nicht das Thema, die kriegt jeder ( außer dem zugelassenen Versicherungsberater, der kriegt das Honorar vom Kunden )

Die Frage ist wer kann dem Kunden mehr Nutzen vermitteln ???

@SgtMiller

Gute Antwort, das einzige was ich so nicht unterschrieben kann ist das Courtagen keine Rolle spielen. Für große und kleine Makler in Deutschland spielt es eine Rolle und keiner möchte sich unter Wert verkaufen. Natürlich hat man immernoch einen größeren Zugriff auf den Markt als die Kollegen in der Ausschließlichkeit, aber trotzdem hat so ziemlich jeder Versicherungsmakler ein Portfolio aus verschiedenen Anbietern mit denen er besondere Konditionen vereinbart hat, z.B. besondere Deckungskonzepte (was dem Kunden zugute kommt) aber auch eine höhre Courtagen. Und mir kann kein Versicherungsmakler erzählen, dass er jede Gebäudeversicherung, Hausratversicherung und Privathaftpflichtversicherung ausschreibt oder wirkich vergleicht.

@kurzvor12

doch ich kann Dir das erzählen. Ich vermittele sogar im gewerblichen Bereich Versicherungen von Unternehmen mit denen ich (bislang) keine Anbindung habe und wo ich dann keine Courtage erhalte.

Für alle anderen Fälle habe ich die Provisionen gemittelt (auf Deutsch zusammengezählt und durch die Anzahl der Anbieter geteilt). Somit weiß ich immer nur durchschnittlich, was rein kommt, statt hinterher immer nachzuschauen, wo ich die meiste Courtage erhalte. Ergo, für mich ist es vollkommen uninteressant, wer die höchste Courtage zahlt und im Sachbereich ist das wirklich uninteressant ob 20 oder 25%.

@kbvspunktde

Nein, gerade im Sachbereich ist es enorm wichtig hohe Courtagen zu erhalten. Viele große Makler und auch die Fachpresse sind derzeit der Meinung, dass sich der Privatkundengeschäft auf langfristige Sicht gar nicht mehr rentieren wird. Das liegt an dem verhältnissmäßigen hohem Verwaltungsaufwand im Vergleich zu den immer niedrigeren Prämien / Courtagen. D.h. nach herrschender Meinung, ist Privatkundengeschäft nur noch möglich, mit extrem effizienten Arbeitsabläufen und einer vergleichsweise hohen Courtage. Wenn jedoch das gesamte Geschäft über dutzende Anbieter verteilt ist, dann stimme ich dir zu, dann ist es wirklich egal, ob einer 20 % oder 25 % zahlt, weil du dann in der Summe bei z.B. 22,5 % Courtage landest. Aber bei größeren Beständen wird man zwangsläufig große Bestände bei einzelnen Versicherern positionieren und dann können 5 % schon eine Menge Geld sein.

@kurzvor12

und das ist dann wieder der Vorteil, wenn man über einen Maklerpool angebunden ist. Der Verwaltungsaufwand wird alleine dadurch minimiert, dass du nicht mehr ewig viele Postausgangsfächer (und Ansprechpartner) für die verschiedenen Versicherer benötigst.

Wie gut oder wie schlecht "unabhängige Versicherungsmakler" wirklich sind hängt u.a. von deren Verhandlungsgeschick gegenüber den diversen Versicherungsgesellschaften ab. Über Leistungen und Preise (zusätzliche Rabattmöglichkeiten)sowie allg. und besondere Bedingungen wird knallhart verhandelt! Aber mal grundsätzlich zur "Unabhängigkeit des Versicherungsmakler": dies bedeutet dass der Makler weder eine direkte noch indirekte Beteiligung von über 10% an den Stimmrechten oder am Kapital eines bestimmten Versicherungsunternehmen hat oder ein bestimmtes Versicherungsunternehmen eine direkte oder indirekte Beteiligung von über 10% an den Stimmrechten oder am Kapital des Maklers hat!

unabhängigen Versicherungsdienstleistern, sind die ,die keinen sollcher besagten Vertriebe angehören , wo der Chef oft mals schon vorgibt welche Gesellschaft genommem werden muß u. welche Produkte besonders raus müßen weil der Chef mit einigen von den Gesellschaft besonders verflochten ist ,je größer die Nahmen desto weniger unabhägig , deshalb Makler nehmen die noch wircklich die Produkte frei vom Markt raus suchen altenativen gibt es in jeden Fall , es gibt natürlich auche einzelne Versicherungsgesellschaften die ausschießichkeits Vertreter haben u. dann garnicht über Makler vertrieben werden z.B (DEBEKA)

Du wirst es nicht glauben, aber es gibt durchaus Makler, die eine Anbindung an die DEBEKA haben.

@kbvspunktde

möglich ist das auch regional

Also ich bin mit meinem sehr zufrieden. http://www.afm-gruppe.de/ Der Vorteil liegt eben darin, daß diese "unabhängig" sind und somit (im besten Falle auch) neutral! Somit bekommt man von denen die beste Beratung und den wirklich günstigsten Vertrag je nach Versicherungsbedarf. Versicherungsgebundene Berater können ja nichts anderes machen als dir die eigenen Pakete aufzuschwatzen.

Unabhängigkeit ist eine Frage der Person sowie von dessen Kooperationspartnern. Da es tausende Finanzdienstleistungsunternehmen gibt, kann niemand 100% unabhängig sein. Es gibt nur Tendenzen die aussagen wann jemand als gut (= breit) aufgestellt betrachtet werden darf. Eine exakte Definition existiert nicht.

Da es in Deutschland nur "suitable advice" gibt und sich mangels Transparenz NIEMAND freiwillig dem "best advice" unterzieht, entscheidet die Kompetenz deines Beraters mehr als sein Unternehmen. Du kannst auch bei einem Einfirmenvertreter gut beraten werden, auch wenn die Produktpalette eingeschränkt ist.

Per Definition haben Makler & Honorarberater (zu denen ich auch die Versicherungsberater zählen würde) die beste Ausgangssituation. Führe also mit ein paar von denen Gespräch und prüfe wo Du das beste Gefühl hast bzw. wer am besten auf deine Situation eingeht, am besten beides.


PS. Du solltest unter www.vermittlerregister.info prüfen ob der Berater Makler oder nur Vertreter ist, da spielt es keine Rolle für welchen Laden er formal arbeitet. Typen vom AWD sind nur Vertreter, MLPer & Horbacher sind oft nur Pseudomakler usw. usf.

Ist es normal, dass ein Versicherungsmakler zum Checken eine Vollmacht haben will?

Ich vermute, dass es hier im Forum so viele Mitglieder gibt, die für die Notwendigkeit von unabhängigen Versicherungsmaklern sind, wie es auch genügend gibt, die alle Arten von Versicherungsmenschen und -berufen in einen Topf werfen und diese ablehnen (nicht nur seit der Lehmann Krise, oder den ganzen Skandalen um boni, und Lustreisen etc):

daher würde ich erstmal bitten, hier meine Frage nicht zu einer Grundsatzdiskussion ausarten zu lassen, sondern einfach nur ganz konkret auf meine Frage einzugehen:

nach einem Jahrzehnt, wo ich versucht habe, meine Versicherungen und Finanzen und alles was damit zusammenhängt, alleine und selbstständig zu regeln, möchte ich so langsam doch versuchen, teilweise vielleicht die Themen wie Versicherungen , Altersvorsorge, und Vermögensaufbau zusammen mit einem Fachkundigen anzugehen. Auch weil ich langsam mich an meine eigene Immobilie und den Kauf herantasten möchte mit 36 Jahren, und nicht zu den Frauen gehöre, die sagen können, das regelt mein Mann/Vater/Bruder/Freund/Bekannter oder ähnliches.

Ich hab mich jetzt auch schon mit einem (laut seiner Visitenkarten ist Versicherungskaufmann IHK, Versicherungsmakler) Versicherungsmakler zusammengesetzt, und im Nachhinein hat er mir eine Vorlage für eine Vollmacht zugeschickt. Die Vollmacht umfasst wirklich alles, bis hin zum Abschlüssen von Verträgen. Nun sagt er, dass ist nur, damit er bei den ganzen jetzigen Versicherungen , die ich habe, bei den jeweiligen Anbietern die Vertragsinhalte und den jeweiligen Vertragstyp abfragen kann, um eben zu checken, wie ich bisher gefahren bin. Natürlich ist mir bewusst, wenn er irgendwas abschließst, was mir nicht passt, kann ich die Verträge immer noch wiederrufen. Aber soweit möchte ich es gar nicht kommen lassen, und frage mich, warum nicht eine eingeschränkte Vollmacht ausreicht? Ich schreibe einfach formlos ein Schreiben, in dem ich mich einsetze, und ihn, und dann noch alle Versicherungen aufliste, die ich bisher habe, und sage , Ich erlaube bzw bevollmächtíge Herrn XY, die Vertragsdetails zu meinen Verträge anzufordern.

Lange Rede, wie immer kurzer Sinn: ist nach einem 1. Gespräch (es ging mir hauptsächlich darum, mich in Sachen Altersvorsorge, Risikolebensversicherung mich beraten zu lassen) "normal", dass ein Versicherungsmakler so eine umfassende Vollmacht haben will? Ist sein Vorgehen üblich, oder eher ungewöhnlich?

Er hat natürlich von vornerein gesagt, die Beratung ist kostenlos, und es würde mich nichts kosten, wenn er was vorschlägt, und ich aus seinen Empfehlungen ,aus den ganzen Gesellschaften, aus die auswählt, was abschließen würde, bekäme er Provisionen von den Gesellschaften selbst, angeblich wäre der Prozentsatz bei jeder Gesellschaft/Versicherung etc gleich.

Er ist kein Honorarberater, und auch kein Versicherungsvertreter von einer einzelnden Gesellschaft wie z.b. Allianz oder HUK, etc.

Danke vorab!

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