Wie gibt man Einnahmen aus Liebhaberei an?

4 Antworten

Auch wenn man die Einnahmen nicht erklären muss, würde ich sie (samt der Ausgaben) aber dennoch aufzeichnen. Denn vielleicht äußert das Finanzamt irgendwann den Verdacht, dass es plötzlich doch einen Gewinn geben könnte.

Oder es gibt tatsächlich einen - dann muss man ja wieder eine Steuererklärung machen …

Da gibts mehrere Möglichkeiten:
Du kannst die Angaben zur Liebhaberei auf einem Begleitschreiben beifügen;
Hast Du mehr als 17500€ Einnahmen, dann musst Du eh eine Umsatzsteuererklärung machen, denn umsatzsteuerlich gibts keine Liebhaberei.
Liegst Du mit Deinen Umsätzen drunter, dann trag sie auf der Umsatzsteuererklärung auf der ersten Seite bei den beiden Kennziffern zum "Kleinunternehmer"ein.
Du kannst auch auf der Anlage G (L oder S) beim Gewinn 0 eintragen und trotzdem zusätzlich eine EÜR mit Verlusten abgeben. Es ist auch nicht verboten dort den Verlust einzutragen, der aber schlimmsten Falls weiterhin nicht anerkannt wird.
Nichts zu erklären ist gar nicht so günstig, falls es doch mal um einen möglichen Aufgabegewinn gehen sollte, oder die Geschäfte besser laufen und Du nachhaltig in die Gewinnzone kommst, oder umsatzsteuerpflichtig wirst. Denn dann kämst Du schnell in die Verkürzung/Hinterziehung für diese Jahre.
In Deinem Fall würde ich außerdem beantragen die Einkünfte vorläufig mit 0 zu veranlagen (d.h. die Vorläufigkeit wegen Liebhaberei weiterhin im Bescheid stehen zu lassen), denn der Vorläufigkeitsvermerk verjährt im Gegensatz zum Vorbehalt der Nachprüfung nicht.

.

Danke für die Erklärung. Aber bin ich denn grundsätzlich verpflichtet, die Einnahmen aus Liebhaberei irgendwo anzugeben? Rein nach der Gesetzeslage.

Die Einnahmen musst du nicht erklären. Im Gegensatz können möglicherweise daraus entstehende Verluste nicht mehr verrechnet werden.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Du solltest allerdings prüfen / von einem Steuerberater prüfen lassen, ob weiter Umsatzsteuerpflicht besteht. Auch ein Betrieb, der als Liebhaberei eingestuft wird kann umsatzsteuerlicher Unternehmer sein. Denn im Gegensatz zur Einkommensteuer fordert die USt keine Gewinnerzielungsabsicht, sondern lediglich, dass regelmäßig Einnahmen erzielt werden.

Der Betrieb ist nicht umsatzsteuerpflichtig (Kleinunternehmerregelung).

Wie will das Finanzamt später feststellen, ob aus Liebhaberei wieder ein Gewerbe entstehen soll, wenn man seine Einnahmen aus Liebhaberei nirgendwo angeben muss?

Es gibt diverse Fälle, wo ein Liebhaberei Betrieb wieder als Gewerbe anerkannt wird.

@Ichbinswieda

Wenn du in späteren Jahren Gewinne erzielst, bist du verpflichtet dies dem Finanzamt mitzuteilen.

Die Kleinunternehmerregelung ist keine Umsatzsteuerbefreiung. Steuerfreie Umsätze werden anschließend in § 4 UStG genannt. Dazu gehören z.B. Leistungen in der Humanmedizin. Bei der Kleinunternehmerregelung wird lediglich die Umsatzsteuer nicht erhoben, wenn der Schwellenwert von 17.500 im Vorjahr nicht überschritten wurde - das ist erwas komplett anderes als eine Umsatzsteuerbefreiung.

@Steuerbaer

Ich habe mich wohl falsch ausgedrückt. Meine Umsätze waren natürlich umsatzsteuerbar, aber nicht umsatzsteuerpflichtig. Die 17500€ habe ich nur ein einziges Mal überschritten, jedoch habe ich das vor dem Finanzamt als außergewöhnlich erklärt, worauf sie auf die Umstufung zur Umsatzsteuerpflicht verzichtet haben.

Dass ich das dem Finanzamt trotzdem mitteilen muss, habe ich mir schon gedacht. Aber wo und wie genau? Wird man da vom Finanzamt extra angeschrieben oder muss ih die Einkünfte aus Liebhaberei in der Einkommensteuererklärung jedes Jahr mit angeben? Bin ich trotzdem weiterhin zu einer Buchführung verpflichtet?

Danke.

Ja steuern mus man immer zahlen.Sigar wen man im Rotlicht arbeitet.

Was möchtest Du wissen?