Wie geht man gegen einen Pfändungsbeschluss vor?

5 Antworten

Es gibt auch ein ganz einfaches, wirksames Vorgehen, von dem leider viel zu wenig Menschen Gebrauch machen, bevor sie auf eigene Faust oder mit Hilfe eines Anwalts Widerspruch einlegen oder Anträge formulieren:
zum Amtsgericht gehen, sich einen Termin beim Rechtspfleger geben lassen, diesem die Unterlagen, die Deinen Widerspruch stützen, zeigen und sich von ihm beim Aufsetzen des Antrages unterstützen lassen.
Die Rechtspfleger sind meist freundlich und vor allem hilfreich - das ist ihr Job. Spart Anwaltsgebühren und Kopfzerbrechen wegen möglicher Formfehler.

Pfändungsbeschluß ist erst einmal der alte Name für diesen Titel.

Die Reihenfolge, um diesen Titel zu bekommen, sieht doch folgender Maßen aus:

  • Du bekommst eine Rechnung.

  • Du bekommst eine Mahnung oder Zahlungserinnerung.

  • Du bekommst eine zweite Mahnung oder zweite Zahlungserinnerung.

  • Du bekommst eine dritte Mahnung oder dritte Zahlungserinnerung.

  • Du bekommst einen Mahnbescheid.

  • Du bekommst einen Vollstreckungsbescheid.

  • Dann kommt der Gerichtsvollzieher mit dem Pfändungsbeschluss.

Hattest Du keine Zeit, die Sache richtig zu stellen?

Wenn die Sache aber nun aus irgendwelchen Gründen tatsächlich erledigt ist, dann wende Dich mit den entsprechenden Unterlagen an den Gerichtsvollzieher, der in Deinem Gebiet tätig ist.

Begründeten schriftlichen Widerspruch und Antrag auf Aussetzung der Vollstreckung würde ich auch ans Amtsgericht senden (Einwurf-Einschreiben).

So leicht ist es mit einem Pfändungsbeschluss aber nicht. Bis dass der ausgestellt wird sind aber einige Termine vor dem Amtsgericht in die Hose gegangen.

D.h., dass der Schuldner ausreichend Zeit und Gelegenheit hatte, seine Sicht der Dinge darzustellen. Ob sich der Gerichtsvollzieher zu einer Aussetzung der Vollziehung bereit erklärt, hängt wohl in erster Linie von diesem ab.

Aber damit ist die Angelegenheit ja noch nicht aus der Welt. Und ob ein Amtsgericht einen einmal gefällten Beschluss, der vom Schuldner nicht widersprochen wurde, aufhebt, ist mehr als zweifelhaft.

Sorry,ich meinte wohl nicht Pfändungsbeschluss, sondern pfändbarer Titel oder so. Jedenfalls soll man eine ersten Titel nur durch Glaubhaftmachung der Forderung beim Amtsgericht erwirken können!?

Die bereits vorhandenen Antworten sind schon sehr gut aber es fehlt etwas.

Nicht alle Pfändungen laufen über das Amtsgericht, meines Wissens nach können z.B. Krankenkassen sich selbst im Zuge eines Verwaltungsakts den nötigen vollstreckbaren Titel ausstellen und ein Konto pfänden. In solch einem Fall erhielt der Schuldner nur Mahnungen der Krankenkasse aber kein einziges Schreiben vom Amtsgericht und es gab somit auch keine unabhängigen Dritten welche die Forderungen überprüften.

Klingt unglaubwürdig, ist aber in unserem Rechtsstaat tatsächlich so. Überprüft es, ich lasse mich gerne eines besseren belehren. :P

Was möchtest Du wissen?