Wie funktioniert ein Vorkaufsrecht bei Immobilien?

5 Antworten

Normalerweise informiert der Notar den Vorkaufsberechtigten, der ja in der Regel im Grundbuch eingetragen ist, unmittelbar nach dem Kaufvertragsabschluss ueber diesen Vertrag. Dann hat letzterer 2 Monate Zeit, auf das Vorkaufsrecht zu verzichten oder es wahrzunehmen, d.h. in den geschlossenen Vertrag einzusteigen..

Eine Klage ist also i.a. nicht notwendig, es sei denn, es liegt ein Versaeumnis des Notars vor, oder das VK-Recht war ausnahmsweise nicht im Grundbuch eingetragen. Sie waere aber hier berechtigt, denn Vorabangebote sind zur Ausuebung des VK-Rechts nicht relevant.

das sehe ich genauso, sonst wäre das Vorkaufsrecht sinnlos - problematisch bei einem bestehenden Vorkaufsrecht ist, dass Kreditgeber (Bausparkassen, Banken) ein Vorkaufsrecht als Hindernis bei einem ggfs. erforderlichen Notverkauf betrachten - in deren Richtlinien zur Kreditvergabe ist deshalb in sehr sehr  vielen Fällen die Vergabe eines Kredites bei bestehenden Vorkaufsrecht nicht möglich, d.h. die berechtigte(n) Partei(en)müssten einer Änderung der Rangfolge des Vorkaufsrechtes zugunsten des Kreditgebers zustimmen - ob dazu wohl jeder Miteigentümer in einer Wohnungseigentumsgemeinschaft bereit ist??

Vorkaufsrecht bedeutet nach Angaben des Deutschen Mieterbundes, dass in Eigentumswohnungen umgewandelte Mietwohnungen zunächst einmal den Mietern zum Kauf angeboten werden müssen (dies gilt aber nur für den ersten Verkauf). Das Vorkaufsrecht in diesem Fall ist allgemeine Rechtslage und muss nicht im Grundbuch eingetragen sein.

Die Mieter haben das Recht, mit Ihrer Kaufentscheidung solange zu warten, bis die Wohnung an einen anderen Verkaufsinteressenten verkauft worden ist. D.h. erst wenn ein detaillierter, notariell beglaubigter Kaufvertrag zwischen Wohnungsverkäufer und einem Käufer vorgelegt wird, in dem auch der konkrete Kaufpreis stehen muss, muss sich der Mieter der Wohnung innerhalb einer zweimonatigen Frist entscheiden (Schriftform), ob er "seine" Wohnung kaufen will oder nicht. Er kann dies dann zu den Bedingungen tun, die im notariellen Kaufvertrag niedergeschrieben sind. Der Mieter hat damit das Recht, in den mit dem Dritten abgeschlossenen Kaufvertrag selbst einzutreten.

Es gibt verschiedene Arten. Das Vorkaufsrecht für Mieter gilt immer.

Es gibt aber auch zb Nachbarn, die sich ein Vorkaufsrecht auf ein Nebengebäude eintragen lassen oder ein Grundstück, um vlt selber mal was daraus machen zuz können. Das eine hat nichts mit dem Anderen zu tun.

In der Frage wurde eine Annahme gemacht und mir fehlt noch eine sinnvolle Lösung der Frage? Wie geht man vor, wenn auf das vertragliche Vorkaufsrecht ein überhöhtes und unrealistisches Angebot gemacht wird und gleichzeitig eine Frist gegeben wird sein Vorkaufsrecht zu erklären? Gruß THR

Also bist du Vorkaufsberechtigt? Zumindest lese ich das aus deiner Frage:

Ob unrealistisch oder nicht - er bietet es dir an und du hast nun Gelegenheit es anzunehmen oder abzulehnen. Das eine Frist gesetzt wird, sollte selbst für Dich nachvollziehbar sein. Du kannst aber auch ablehnen und ein gegenangebot machen. Sollte er es dann auf dem freien Markt anbieten und ggf auf dein Angebot runtersinken - würde dein Vorkaufsrecht noch bestehen.

Lehnst du ab, kann er es am freien Markt anbieten. Hättest du keine Frist, wäre es nicht sittlich gegenüber anderen Interessierten. Stell dir mal vor, du willst das Haus haben, hast grade deine Finanzierung durch und dann erfährst du, dass der Vorkaufsberechtigte seine Meinung geändert hat - wenn das Sitte wär, würde kaum noch einer solch Objekte kaufen geschweige denn verkaufen.

In der Praxis wird das Vorkaufsrecht im Grundbuch eingetragen. Dann wirkt es auch gegenüber einem Erwerber, der wiederum nur als Eigentümer eingetragen werden kann, wenn der Vorkaufsberechtigte sein Vorkaufsrecht nicht ausübt. Frist zur Ausübung des Vorkaufsrechts bei Grundstücken zwei Monate. Der potentielle Käufer kann aus der Eintragung im Grundbuch sehen, auf was er sich einläßt, also dass der Berechtigte vielleicht das Vorkaufsrecht ausüben wird.

Ein Vorkaufsrecht kann auch ohne Eintragung im Grundbuch vereinbart werden. Dann kann der Käufer als neuer Eigentümer in das Grundbuch eingetragen werden, da ja keine dingliche (im Grundbuch eingetragene) Vormerkung den Eigentumswechsel hindert. Der Vorkaufsberechtigte kann dann vom Erwerber nicht Übereignung des Grundstücks verlangen, da der Erwerber ja nicht Vertragspartner für das Vorkaufsrecht ist. Der Berechtigte kann sich dann nur mit Schadensersatzforderung an den Verkäufer als seinen Vertragspartner halten, da dieser den Vertrag verletzt hat. Ein Schaden ist aber recht schwierig zu beziffern. Der Berechtigt hätte ein Grundstück bekommen und hätte dafür aber den Kaufpreis zahlen müssen. Bei marktgerechtem Preis entsprächen sich also Leistung (Grundstück) und Gegenleistung (Kaufpreis). Nur wenn der Kaufpreis deutlich unter dem Wert des Grundstücks liegt, kann die Differenz zwischen Preis und Wert den Schaden des Vorkaufsberechtigten darstellen. Ist das Grundstück einmal übereignet und das im Grundbuch eingetragen, hat derVerkäufer übrigens keine Möglichkeit mehr, den Käufer zu veranlassen, das Grundstück an den Vorkaufsberechtigten zu übereignen. Ausnahme: Käufer und Verkäufer haben gegen den Vorkaufsberechtigten in Schädigungsabsicht zusammengewirkt; müsste der Vorkaufsberechtigte bewesen.

Aus meiner Berufspraxis kann ich dir leider nur sagen, was ich erfahren habe. Wenn du dem Vorkaufsberechtigten schon ein Angebot gemacht hast, welches er abgelehnt hat, so erlischt auch sein Vorkaufsrecht (welches du mit ihm hast) mit Verkauf des Objektes - der Preis spielt dabei keine Rolle, denn er hätte dir ja ein Gegenangebot machen können.

Das Vorkaufsrecht an sich bleibt aber auch nach dem Verkauf bestehen (für den nächsten Verkauf), es sei denn der Berechtigte verzichtet auf ein weiterhin bestehendes Vorkaufsrecht. Verzichtet er nicht - muss er jedoch einen triftigen Grund belegen!

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