Wie errechnet man die Höhe der Betriebskosten-Vorauszahlung?

9 Antworten

Zunächst einmal gehe ich davon aus, dass der Abrechnungszeitraum vom 01.01. bis zum 31.12.2010 geht. Es muss nämlich immer mindestens ein Jahr abgerechnet werden. Ein Abrechnungszeitraum wie von dir angegeben wäre rechtswidrig und könnte auch keine Anhebung der Vorauszahlungen rechtfertigen. Der Abrechnungszeitraum ist unabhängig von deinem Nutzungszeitraum. Wenn du also, wovon ich einmal ausgehe, am 01.07 eingezogen bist, muss trotzdem das ganze Kalenderjahr abgerechnet werden, du musst die Kosten aber nur zeitanteilig für einen Nutzungszeitraum von 6 Monaten tragen.

Die zulässigen Vorauszahlungen lassen sich in deinem Fall ganz einfach wie folgt berechnen: Geleistete Vorauszahlungen plus Nachzahlung geteilt durch sechs mal zwölf. Dazu kann man noch einen Sicherheitszuschlag von 10 % für zu erwartende Kostensteigerungen rechnen.

Deine Betriebskosten sind übrigens mit 1,53 € pro qm und Monat sehr günstig. Da kannst du dich wirklich nicht beklagen. Das liegt deutlich unter dem Schnitt.

LG

C.

Deine Betriebskosten sind übrigens mit 1,53 € pro qm und Monat sehr günstig

Oder einfach zu niedrig angesetzt. Womit Vermieter leider manchmal "locken":

@anitari

Die 1,53 € sind schon der Betrag inclusive Nachzahlung. Ist also der berechnete, nicht der angesetzte Betrag. Das ändert nichts daran, dass du in der Sache recht hast, das der ursprüngliche Betrag ein klassisches Lockangebot war. Leider wird dies immer wieder vom BGH gebilligt.

@Conductio: Wenn erst im Juli eingezogen wurde, so ist der Abrechnungszeitraum korrekt.

@Padri

Nein. Der Abrechnungszeitraum muss nach § 556 Absatz 3 BGB immer 12 Monate betragen, auch wenn der Nutzungszeitraum kürzer war. Man zahlt dann x mal 1/12.

@Conductio

Quatsch, er darf 12 Monate nicht übersteigen aber sehr wohl kürzer sein, so jedenfalls der BGH.

@schleudermaxe

Warum werden eigentlich in diesem Forum so häufig diese unflätigen Worte gebraucht? Will man auf einen Fehler hinweisen oder etwas ergänzen, kann man das doch auch in einem sachlichen Tonfall tun, ohne diese inflationäre Verwendung von "Quatsch", "Unsinn" oder noch Schlimmerem.

Zur Sache: Die Parteien sind jedenfalls bei sachlichen Gründen nicht gehindert, auch kürzere Abrechnungsintervalle zu vereinbaren, etwa einen Rumpfzeitraum, um z. B. bei einem Neubau nach dem Erstbezug den Zeitraum bis zum Beginn der vom Vermieter vorgesehenen regelmäßigen Abrechnungsperiode zu überbrücken. Von einer solchen Vereinbarung war aber nirgends die Rede. Weißt du mehr?

Das Problem ist - du hast "nur" ein halbes jahr dort gewohnt. Aufgrund deiner Daten hast du 6 x 49 + 126 = 420 € verbraucht. Das entsrpricht einem jahresverbrauch von 840 / 12 = 70 pro Monat. Wahrscheinlich hast du eine programmunterstützte Abrechnung bekommen und die verkraften das mit dem Unterjährigen Einzug nicht und hat wahrscheinlich deshalb die VZ auf 128 errechnet. Aber wenn du erst jetzt die Abrechnung für 2010 bekommen hast kannst du den Fehlbetrag für 2011 gra nicht mehr aufholen, da das meiste des jahres schon vorbei ist. du schreibst ja, die neuen Werte sind ab 1.12 zu zahlen. Daher kannst du das akzeptieren und hoffe darauf, daß die Abrechnung für 2011 früher kommt.

Also, wenn denn eine AR ordnungsgemäß ist, darf/muß der Vermieter die Abschlagszahlungen anpassen. Ich gehe davon aus, daß die AR also ordnungsgemäß und somit fällig ist. Bezahlt wurden/werden 6 x 49 zzgl. 126 EUR Nachforderung also 420 EUR für 6 Monate. Somit sind in 12 Monaten 840,00 EUR zu erwarten und monatlich 70,00 EUR. Alles doch ganz einfach und viel Glück.

Die neue Vorauszahlung wurde anhand des Jahresbrauchs berechnet. Mein Vormieter muss für die erste 6 Monate ca. 1000 Euro nachzahlen. :((

@Nikky12

Also, der Vermieter hat damit doch nichts zu tun. Hier geht es um die eigene AR und nur die zählt, so jedenfalls der BGH. Nicht berücksichtigt werden dürfen die höheren Abschläge etc. des Vermieters an seine Vertragspartner. Es zählt allein die eigene AR und dadurch bedingt 70 EUR/Monat ab übernächsten Monat nach Zustellung einer ordnungsgemäßen und inhaltlich richtigen AR.

Hallo,

mit einem Energieausweis kann grob veranschlagt werden, wieviel Energie nicht in der Wohnung verbleibt und wie stark geheizt werden muss.

Aber individuelle Faktoren wie Wasserverbrauch, gewünschte Raumtemperatur, Lüftungsverhalten, etc. spielen eine wesentlich größere Rolle für die Berechnung.

Es wird daher meist vom Verbrauch der Vormieter ausgegangen sowie von der Personenanzahl die im Mietobjekt leben wird.

Da du monatlich ca. 20 EUR mehr verbraucht hattest, würde ich den neuen Nebenkostenvorschuss auf 70-80 EUR beziffern. Sprich mal mit deinem Vermieter darüber ob er weiß, dass er nich willkürlich einen Betrag wählen darf. Denn dieser muss für beide Seiten angepasst wirken!

Auch die Mieterhöhung würde ich mal hinterfragen...

:-)

Die Betriebskostenvorauszahlung kann immer nur geschätzt werden. Niemand weiß wie sich die Energiekosten tatsächlich entwickeln. Sie soll so bemessen sein, dass es nicht zu Nachzahlungen kommt. es handelt sich bei dir also NICHT um eine Mieterhöhung, sondern um eine ANPASSUNG deiner Vorauszahlung.

Was möchtest Du wissen?