Wie erhält man Kenntnis vom Anfall einer Erbschaft?

5 Antworten

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Deine Vermutungen sind richtig:

Nur den gesetzlichen Erben, also Kindern, Ehepartnern oder Eltern des Verstorbenen fällt der Nachlass mit dem Erbfall automatisch zu (Von-Selbst-Erwerb, § 1922 (1) BGB).

Alle anderen werden erst durch Mitteilung des Nachlassgerichtes über Anfall und Grund der Berufung zu Erben (§ 1944 (2) BGB, § 1953 (1) BGB) und haben jetzt 6 Wochen Zeit, die Erbschaft auszuschlagen (§ 1944 (1) BGB).

Die Ausschlagung muss zwingend persönlich, entweder beim für den Sterbeort des Erblassers zuständigen Nachlassgericht am Amtsgericht oder einem beliebigen Notar fristgerecht erklärt werden. Durch Einschaltung des Notars erhöht sich die Gebühr um das Zweifache.

G imager761

Diese Frage ist tatsächlich gar nicht so einfach zu beantworten. Denn wenn kein Erbschein benötigt wird, es kein Testament gibt, und das Finanzamtschläft bzgl. der Anforderung einer Ebschaftsteuererklärung, dann gibt es tatsächlich keine öffentliche Stelle, die sicherstellt, dass alle Erben/Pflichtteilsberechtigten informiert werden.

Ein vom Notar verfasstes Testament wird beim Nachlassgericht hinterlegt..... der Erbe erfährt dann nach dem Tode des Erblassers seine ERBERECHTIGUNG über dieses!!

Wenn das Testament allerdings handschriftlich verfasst wird und sich in der Wohnung des Verstorbenen befindet,dann kommt es auf die Ehrlichkeit der Verwandten an oder bzw. diejenigen die die Wohnung räumen und das Testament dann finden......... geschieht das nicht, dann wird der Erbe wohl nie etwas davon erfahren und folglich auch nicht erben...

Gibt es niemanden, der sofort greifbar ist, wird ein Nachlasspfleger bestellt, der dann die Erben ermittelt. D.h. in dem Fall stehen die Chancen dann ggf. sogar besser, dass alle potentiellen Erben informiert werden, als wenn ein Erbe greifbar ist, der dann die anderen verleugnet.

Aber: Da die Verjährungsfrist beginnt erst mit dem Moment, an dem man vom Tod des Erblassers erfährt.

Erst mit der Information vom Nachlassgericht beginnt die Frist zu laufen....

Die Ausschlagungsfrist beginnt erst mit der Kenntnis vom Erbrecht, nicht schon mit der Kenntnis vom Tod, § 1944 Abs. 2 BGB

Wen du in Frage kommst als möglicher Erbe erhältst du einen Brief vom Notar ab diesem Zeitpunkt läuft die Frist.

Bitte bedenke dass es Gründe gibt warum ein Erbe ausgeschlagen wird eventuell sind damit hohe Verpflichtungen (Schulden) verbunden, die man ebenso erbt wie ein Vermögen.

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