Wie erfolgreich ist ein Schriftabgleich?

5 Antworten

Du hast der Bahn mitgeteilt, dass  du nicht der Schwarzfahrer bist. Die Beauftragung der Inkassofirma war damit schonmal unzulässig und kostet dich keinen Cent.

Du solltest der Inkassofirma schonmal mitteilen, dass du der Forderung widersprochen hast und sie sich keine Hoffnung auf irgendwelche Zahlungen machen brauchen.

Jetzt kann sich die Bahn überlegen, ob sie klagt, was angesichts des schlüssigen widerspruchst samt Anzeige eher aussichtslos erscheint.

Vielleicht versuchen sie es erstmal mit einem Mahnbescheid, dem du natürlich fistgerecht und vollumfänglich widersprichst.

Um ein Schriftgutachten brauchst du dich nciht kümmern - das würde ggf. ein Richter anordnen, aber soweit wird es sicher nicht kommen.

Du solltest dir schnellstens einen Anwalt nehmen! Die Schriftprobe wird von dir selbst genommen und verglichen. Außerdem wäre ein Alibi hilfreich. Dass du Anzeige erstattet hast, ist ein sehr kluger Schritt gewesen, auch das wird man dir zurechnen.

Unsinn - ein Anwalt kostet unnötig. Erstmal muss die andere Seite klagen, wenn sie was will.

@Georg63

Und sie muss, wenn man bestreitet (das falsche Datum und die ggf. fehlende Ausweisnummer sind ein starkes Indiz), beweisen, dass man wirklich der Schwarzfahrer war.

Dummer Kommentar. Seit wann muss man seine Unschuld beweisen.

Die Chance ist verschwindend gering. Bei einem so geringen Schaden wird die Polizei/Staatsanwaltschaft sicherlich keinen großen Aufwand betreiben und erst recht keine Schriftgutachten für tausende von Euro anfertigen lassen.

Es geht hier zunächst nicht um ein Gutachten, sondern nur um einen Schriftvergleich. Dieser gehört zu den typischen polizeilichen Ermittlungen.

@Zaubersterni

Im übrigen ist die Höhe des Schadens irrelevant.

@Messkreisfehler

Schön, ist aber egal. Hier handelt es sich zum einen um eine Straftat, nämlich das Erschleichen von Leistungen (der Schwarzfahrer tut dies ja scheinbar regelmäßig) und nebenbei um Identitätsmissbrauch/betrug, nenn es wie du willst. Das ist keine Lapalie.

"Die missbräuchliche Nutzung einer fremden Identität kann für die Opfer zur Verschuldung oder – wenn kriminelle Handlungen im Namen des Opfers des Identitätsdiebstahls durchgeführt werden – zu ungerechten Strafen führen. Wird der Missbrauch aufgedeckt, so wird der Täter nicht nur für den Missbrauch selbst bestraft, sondern muss den angerichteten finanziellen Schaden tragen und die Strafen für die im Namen des Opfers begangenen Taten übernehmen."

@SneakerHead384

Das Strafverfahren hat mit der Zivilrechtlichen Forderung nichts zu tun. Wenn der Täter wegen seiner Unterschriftfälschung verurteilt wird sitzt der Fragant immer noch auf den zu zahlenden 100 Euro. Die müsste man dann erst mal zivilrechtlich einklagen.

@Messkreisfehler

Zudem wird die Staatsanwaltschaft einen höheren Ermittlungsaufwand an den Tag legen wenn es Beispielsweise um eine Urkundenfälschung geht bei der ein Schaden von beispielsweise 10.000 Euro dahintersteckt. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass die Staatsanwaltschaft den gleichen Aufwand betreibt wenn z.Bsp. ein Mitarbeiter die Stundenkarte eines Kollegen abstempelt was im Endeffekt den gleichen Straftatbestand erfüllt.

Natürlich SOLLTE es die Ermittlungsbehörde nicht davon abhängig machen wieviel Schaden entstanden ist, aber die Realität sieht doch vollkommen anders aus!

Ich würde fast darauf wetten, dass in diesem Fall hier in wenigen Wochen ein Schreiben der Staatsanwaltschaft eintrudelt in dem steht, dass das Verfahren eingestellt wurde, da der Täter nicht ermittelbar ist. OHNE vorher großartigen Aufwand zu betreiben. Der Fragant kann uns ja auf dem Laufenden halten...

@Messkreisfehler

Hast du meine Antwort nicht gelesen? Ich zitiere mich selbst: "Wird der Missbrauch aufgedeckt, so wird der Täter nicht nur für den Missbrauch selbst bestraft, sondern muss den angerichteten finanziellen Schaden tragen und die Strafen für die im Namen des Opfers begangenen Taten übernehmen."

Im übrigen ermittelt hier nicht die StA sondern die Polizei welche der StA anschließend ihre Ergebnisse übermittelt.

@SneakerHead384

Doch, ich habe die Antwort gelesen. Sie ist nur schlichtweg nicht richtig. Wenn der Missbrauch aufgedeckt wird MUSS der Täter NICHT automatisch den Schaden tragen. Das muss er erst, wenn dies zivilrechtlich durchgesetzt wurde. Tut das der Fragant nicht, dann MUSS bzw wird der Täter den Schaden eben nicht von sich aus regulieren...

Die Anzeige bei der Polizei und die Verfolgung der Straftat hat nichts mit der zivilrechtlichen Geschichte zu tun.

@Messkreisfehler

Das stimmt schlichtweg nicht. Aber ich gebe nach, du hast Recht :)

Ps: Es geht hier nicht um Zivilrecht sondern um Strafrecht. Aber du wirst es besser wissen.

@SneakerHead384

Das stimmt schon... Bei einem Betrug bei Ebay bringt dir eine Anzeige wegen Betrugs ja auch kein Geld sondern erst die zivilrechtliche Klage NACH Abschluss der strafrechtlichen Geschichte...

@SneakerHead384

Das stimmt schlichtweg nicht.

Doch, das stimmt, denn in einem Strafprozess werden keine zivilrechtlichen Entscheidungen getroffen, es sei denn, der Geschädigte schließt sich dem Verfahren an (was man hier nicht tun sollte).

Aber ich gebe nach

Ist wohl auch besser so.

@Messkreisfehler

http://www.polizei-praevention.de/themen-und-tipps/ihr-weg-zur-strafanzeige.html

Bekomme ich als Geschädigter vom Täter mein Geld wieder?

Nein, nicht immer! Zumindest nicht durch eine Strafanzeige. Durch die Erstattung einer Strafanzeige drücken Sie gegenüber dem Staat aus, dass Sie möchten, dass die Täter für die begangene Tat strafrechtlich belangt werden. Wurden Sie z.B. Geschädigter eines Betruges bedeutet dies nicht, dass Sie automatisch Ihr Geld wiederbekommen. Hier müssten Sie zivilrechtlich vorgehen.

@SneakerHead384

Ich zitiere mich selbst: "Wird der Missbrauch aufgedeckt, so wird der Täter nicht nur für den Missbrauch selbst bestraft, sondern muss den angerichteten finanziellen Schaden tragen und die Strafen für die im Namen des Opfers begangenen Taten übernehmen."

Unsinn wird durch Wiederholung auch nicht richtiger.

@SneakerHead384

Ps: Es geht hier nicht um Zivilrecht sondern um Strafrecht. Aber du wirst es besser wissen.

Ja und genau das wirfst Du hier durcheinander.

Die Unterschriftsfälschung ist Strafrecht, das verfolgt die Staatsanwaltschaft.

Die 100 Euro die hier im Raum stehen sind zivilrechtlicher Natur und haben mit dem Strafverfahren nichts zu tun...

@Messkreisfehler

Das ist auch etwas anderes. Aber klinke mich hier aus...

@SneakerHead384

Was ist denn da anders? Klär uns auf!

@SneakerHead384

Im übrigen ermittelt hier nicht die StA sondern die Polizei welche der StA anschließend ihre Ergebnisse übermittelt.

Selbstverständlich ermittelt die Staatsanwaltschaft, die Staatsanwaltschaft ist sogar die Herrin des Ermittlungsverfahrens...

@SneakerHead384

Das ist auch etwas anderes.

Nein, warum?

Aber klinke mich hier aus..

Damit es nicht noch peinlicher wird?

@jurafragen

Mea Culpa, ich habe mich geirrt.

Dabei ist allerdings zu beachten, dass ICH eine Rechnung über 100,00€ zuhause liegen habe, die ich 1. nicht bezahlen will und 2. mit meinem Azubigehalt auch nicht bezahlen kann.

@ISIokok

Dann wäre es anzuraten dies zivilrechtlich mit dem Beförderungsunternehmen zu klären. Also am besten ab zum Anwalt.

@jurafragen

Richtig, aber wenn hier nicht mal die 100€ da wären die Strafe zu begleichen würde es mich wundern wenn ein vielfaches davon vorhanden wäre um einen Anwalt zu bezahlen. Um nichts anderes ging es mir.

@Messkreisfehler

Naja, man kann auch auf einen Mahnbescheid warten und dem dann widersprechen. Dann muß das Beförderungsunternehmen klagen und vor Gericht die Täterschaft nachweisen.

Dafür braucht man aber Nerven und muß notfalls bei Gericht Anträge stellen. In dem Fall trägt dann aber der die Anwaltskosten, der verliert...

@MichaelJay

Vollkommen richtig MichaelJay.

@SneakerHead384

aber wenn hier nicht mal die 100€ da wären die Strafe zu begleichen

Das ist keine Strafe, sondern ein erhöhtes Beförderungsentelt.

Um nichts anderes ging es mir.

Man kann natürlich auch warten, bis die Bahn klagt, was sie vermutlich nie tun wird.

Bei all eurer lustigen Diskussion überseht ihr zwei entscheidende Punkte:

1. Hat das Opfer einen Verdacht geäußert und sich angeboten, da er Kenntnis vom Schriftbild hat, doch das gerne mal zu prüfen.

2. Als Ergebnis erhärtet sich entweder dieser Verdacht oder er erhärtet sich nicht.

3. Hier geht es noch lange nicht um irgendein teures Schriftbildgutachten.

4. Wenn sich der Verdacht erhärtet hat, kann man immer noch ggf. Überwachungsbilder auswerten oder die Kontrolleure befragen. Bei uns zumindest hat mittlerweile jede Bahn eine Videoüberwachung.

Ob es überhaupt zu einem teuren Gutachten kommen muss, ist doch gar nicht klar. Trotzdem schreibt ihr seitenweise darüber...

Naja, die haben ja nicht von so vielen Leuten die Handschrift. Insofern ist die Wahrscheinlichkeit relativ gering, daß sie den richtigen finden.

Lassen die sich nicht den Ausweis vom Schwarzfahrer zeigen?

Ich mein, da könnte ja jeder kommen...

Das ist ja das Problem. Die Schaffner haben die Pflicht Schwarzfahrer, die sich nicht ausweisen können, rauszuschmeißen (und dann anschließend sollten sie eigentlich auch noch die Polizei rufen - eigentlich). Aber das ist den meisten zu anstrengend und dann nehmen sie die Daten nur mündlich auf, ohne etwas zu überprüfen.

@ISIokok

Eigentlich solltest Du damit zum Anwalt gehen und voll dagegenhalten. Wenn Du womöglich zahlst, dann hast Du beim nächsten mal schlechte Karten.

Für den Fall, daß Dir das Geld fehlt, würde ich an Deiner Stelle auf jeden Fall der Forderung widersprechen und einen rechtsgültigen Nachweis verlangen. Ich würde auch zur Polizei gehen und den Spieß umdrehen. Immerhin beschuldigt Dich da jemand einer Straftat. Die sagen Dir schon unter welchen Paragraphen das fällt.

Das ist aber - wie gesagt - nur das, was ich machen würde und keine Beratung.

@MichaelJay

Anzeige wurde doch schon gestellt.

@SneakerHead384

Ja, aber nur gegen den falschen Unterschreiber. Nicht gegen den, der falsche Anschuldigungen macht. Und genau den muß man in dem Fall angehen. Wer es gewesen sein könnte ist dabei ziemlich egal. Das soll doch der Kontrolleur selber rausfinden.

Das Frage ich mich auch. Bei uns ist es üblich das wenn ein Schwarzfahrer aufgegriffen wird und sich nicht mit irgendeinem Dokument mit Lichtbild ausweisen kann, die Polizei hinzugezogen wird um die Personalien festzustellen.

Dann mach ein negativen Schriftabgleich mit deiner Handschrift

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