Wie behandeln Notar die Sachlage, wenn ihre "Kunden" Lügen?

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ich bin rein zufällig notarfachangestellte ;) um was geht es denn konkret?

Es geht um Konkret folgenden Fall. Ein Haus ist in 4 Wohneinheiten unterteilt. Jede wird bewohnt von je einem Familienmitglied mit Partner. Jetzt wollen die Besitzer von WE1, WE2 die Besitzerin von WE4 (die Hartz Iver ist und die wohnung nicht einfach übertragen darf, weil Altersvorsorge) aus der Wohnung "ekeln". Sie vereinbaren mit dem Notar einen Termin, dass WE4 auf die anderen 3 Parteien aufgeteilt wird. obwohl Besitzerin der WE4 nicht überschreiben kann und nciht überschreiben wird, weil sie dann vor den finanziellen Ruin steht. Der Notar ging aber durch die Aussagen der beiden Besitzerbrüder davon aus, dass Besitzerin von WE4 nix dagegen hat. also haben die Brüder gelogen um "günstig" an WE 4 zu komme´n um ihre Schwester auf die Straße zu setzen. Wird es für die Brüder konsequenzen haben?

@Ravennight

zunächst müsste man erstmal klarheit über die eigentümerverhältnisse haben, den besitzer bedeutet nicht gleich eigentümer.

wenn ich jetzt davon ausgehe, dass es sich bei den wohneinheiten um eigentumswohnungen handelt, dann kann ich nur folgendes sagen, dass das eigentlich nicht so ganz zutreffend ist. wenn die wohnung nr. 4 auf die anderen drei übertragen werden soll, bedarf dies der notariellen beurkundung. ein guter notar führt immer erst ein vorgespräch, um den willen der beteiligten zu erörtern. die schwester wäre also in dem fall vertragsbeteiligte und müsste auch bei der beurkundung zugegen sein und unterschreiben, ggf. den vertrag nachgenehmigen. wenn sie bei der beurkundung nicht zugegen ist und nicht nachgenehmigt, ist der vertrag schwebend unwirksam. hinzu kommt auch, dass der notar sich auf die angaben der beteiligten "verlassen muss", denn diese versichern vor dem notar, dass alle angaben ihre richtigkeit haben und keine mündlichen nebenabsprachen getroffen wurden. 

@Ravennight

sie sollte also kontakt zu dem notar aufnehmen und ihm sagen, dass sie ihre wohnung nicht übertragen will. 

@MrsDeWitt

Das heißt sie kriegen keinen "Rüffel" weil sie sich mit der Lüge einen Vorteil verschaffen wollten?

@MrsDeWitt

Dies ist bereits geschehen, weil sonst hätte WE4 mal eben ihre Wohnung "verschenkt" weil die Brüder ihr verklickert haben, dass der WErt des Hauses durch 4 geteilt wird und nicht durch 3. Und säße spätestens nächsten Monat auf der Straße.

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@Ravennight

ein guter notar würde keine beurkundung vornehmen, solange sich die vertragsparteien nicht einig sind, denn das ist das a und o, weil er von allen beteiligten die interessen wahren muss und zur neutralität verpflichtet ist. 

hier müsste man überprüfen, ob man ggf. strafrechtlich vorgehen kann, das müsste sie aber selbst machen.

@Ravennight

normalerweise gibt es vorab die entwürfe vom notar. da hätte sie es frühestens gesehen, dass es nicht mit rechten dingen zugeht. ja manchmal gibt es auch schwarze schafe

@MrsDeWitt

Leider gab es nur mündliche "Versprechen" der beiden Brüder. Das WE4 keinen Nachteil erfahren würde. Ein Bauchgefühl sagte nur, dass man sich doch lieber beim Notar erkundigen sollte, ob es auch mit rechten Dingen zugeht. Letztendlich wäre es so gekommen, dass tzum Termin erschienen worden wäre, und WE4 mit der Austragung überraschtworden wäre.

@MrsDeWitt

und die beiden brüder hätten alles dafür getan, sie auf dem Weg zum Notar so weit zu Nötigen, das sie diesen Notarvertrag unterschreibt.

Ein Notar bestätigt keine "Richtigkeiten", sondern beurkundet hauptsächlich Verträge und Erklärungen. So wie du das darstellst, kann es nicht gewesen sein, denn ein Wohnungseigentum kann natürlich nicht ohne Mitwirkung der Eigentümerin veräußert werden (auch nicht durch "lügen"). Zumal hier mindestens zwei Stellen an der Prüfung beteiligt sind: Der beurkundende Notar und das zuständige Amtsgericht.

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