WICHTIG: Vorgehensweise bei fondsgebundener Rentenversicherung?

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Hallo apple4ever,

zunächst ist mal gut, dass Du Dich mit der Materie beschäftigst. Die meisten anderen verharren in der Hoffnung auf ein Wunder oder sie haben später mal was zu „meckern“.

Erfahrungsgemäß bei diesem Abschlussjahr vermute ich, dass die Differenz zwischen Einzahlung und RKW ca. +/- 30% beträgt. Gib nicht Deinen Eltern oder dem Fonds an sich die Schuld. Es liegt einfach am Produkt selbst. Denn neben den bekannten Provisions- u. Abschlussgebühren in den ersten Jahren folgt eine laufende ‚Verwaltungsgebühr‘ je nach Gesellschaft von 30-35% von jedem gezahlten Beitrag (PlusMinus-Recherche: z.B. Allianz 31,2%). Und diese muss erst mal – egal mit welchen Fonds – ausgeglichen werden. Nach einer Studie der FAZ braucht man für einen solchen Ausgleich zwischen 14,5 bis 20 Jahre. Klartext: 15 bis 20 Jahre ist jedes Kopfkissen eine bessere Kapitalanlage als eine solche Versicherung. Beim Stilllegen ohne „Frischgeld“ wird dennoch weiter „verwaltet“, natürlich mit Gebühren.

Der nächste Punkt ist nur `ne klitzekleine juristische Sache: Solange das Geld bei der Versicherung liegt, gehört es gar nicht Dir. Warum? Naja, Deine Eltern haben ja schließlich etwas dafür bekommen, nämlich eine Urkunde (Police) verbunden mit einem Versprechen auf die Zukunft. Wenn Du jetzt stilllegst oder kündigst ist das immer ein einseitiger „Vertragsbruch“. Oder was glaubst Du, warum Du das eingezahlte Geld nur zurückkaufen kannst? Sparbücher, Fonds usw. löst man gewöhnlich nur auf …

Übrigens: Der Verlust kommt nicht etwa vom Kündigen, damit wird er allenfalls realisiert. Der Verlust entsteht bereits mit Antragstellung.
Ein Wort zur Steuer: Soweit mir bekannt, sind Steuerprivilegien auf Auszahlungen nach min. 12 Jahren Laufzeit ab Abschlussdatum 01.01.2005 grundsätzlich weggefallen. Insofern ist hier - egal wie - keine Steuerfreiheit mehr zu erlangen.

Wenn Du so viel wie möglich rausholen willst – hier zur Praxis:

Grundsätzlich raten wir von eigenständiger Kündigung ab. Warum? Nun, zum einen erhältst Du nach der Kündigungsfrist - bei mtl. Zahlweise 1 ("unberührter") Monat, also Anfang/Mitte des übernächsten Monats - eine Abrechnung, der Du nur 4 Wochen lang widersprechen kannst. Da zum anderen auch laut Verbraucherschutz mittlerweile nahezu jede Abrechnung nicht korrekt ist (typ. Beispiel: unzulässig einbehaltene 'Stornogebühren'), sollte man sich mit aktueller Rechtsprechung (EUGH, BGH etc.) gut auskennen, bevor eben jene 4 Wochen um sind, um wirklich jeden Euro, der einem zusteht zu bekommen.

Mittlerweile gibt es für die Kündigung bzw. Rückabwicklung jedoch Dienstleister mit entsprechender Rechtsabteilung, die einen evtl. Ankauf der Police nur deshalb machen, um selbst als 'Eigentümer' (juristisch) über alle Rechte und Pflichten aus dem Vertrag gegenüber der Versicherung zu handeln. Vorteil dabei ist, dass diese trotz Kündigungsfristen das Geld an ihre Auftraggeber (Verkäufer) bereits nach knapp 3 Wochen auszahlen (fakturieren). Ja, es fallen geringe Gebühren an, die vom Auszahlbetrag abgezogen werden, allerdings werden diese mehr als wieder gut gemacht durch Nachforderungen gem. aktuarischer Neuberechnung, aktuellen Urteilen usw. (ca. 20%+). Zudem zahlen diese Firmen auch einen Teil einer evtl. anfallenden Abgeltungssteuer - nicht etwa, weil sie so nett wären, sondern weil sie sich diese eh vom Finanzamt zurückholen.

Zuletzt landet ein solch aufgelöster Vertrag dann noch auf einer WATCH-LIST, wo zum einen auf evtl. Urteile für noch weitere Rückerstattungen geprüft wird (z.B. überhöhte/ungerechtfertigte Gebühren etc.), sowie auf die Möglichkeit der kompletten Rückabwicklung (EUGH-Urteil bzgl. Verträge aus 1994-2007 wg. Widerrufsklauseln) aller Beiträge + Verzugszins.

Bei Fragen - einfach kontaktieren. Ansonsten viel Erfolg!

LG, Arridor

E sist natürlich immer schön auf die steuerlichen Eigenheiten einer Rentenversicherung zu achten - allerdings nur sofern es am Ende auch genügend zu versteuern gibt.

Nbeen der mäßigen Kursentwicklung - einer mit hoher Eahrscheinlichkeit in Fetsverzinslichen investierenden Rentenversicherung ( Draghi  mit seiner 0 % Politik sei Dank ) werden erts auch nochmal die Vertriebskosten abgezogen.

Insofern stilllegen.

Ichhabekürrlich mal die letzten 16 Jahre durchgerechnet mir einem Aktienfondssparplan / respektive ETF einfach mal DAX - orientiert.

Meistens werdn das ja nur Einmalzahlungen berücksichtigt:

2001 waren wir bei 10.500 - jetzt 15 Jahre später in etwa ebenso, wobei es 3 -4 mal die Chance ab zwischenzeitlich auszusteigen.

Ganz anders beim Aktiensparplan:

Gerade durch die Schwnakungen und bei regelmäßigen Einzahlungen liegt man dann beim Dax bei rund 5 %  / per annum.


Interssant dabei ist das die Werentwicklung fats asschließlich den Dividenden zu  verdanken ist. (die ja im DAX eingerechnet werden ) - rücgerechnet auf die " reinen " Kurse ständen wir jetzt bei 6.500 Punkten.


Insofern ist das , meiner Meinung nach besser Geschäftsmodell für die langfristige Altersvorsorge.


Die steuerliche Komponente kann man dann - wer weiß schon wie die Regelungen dann sein werden  - durch entsprechende zeitliche Entnahme auch steuern.


Mit freundlichen Grüßen

Nasdaq







 - (Finanzen, Bank, Versicherung)

Wie sieht es dann steuerlich mit den Erträgen daraus aus?

So lange der Vertrag nicht zur Auszahlung kommt (zufließt) ist die Steuer außen vor. Erträge innerhalb der Versicherung werden nicht besteuert.

Bei einer Kündigung, sofern der Vertrag keine 12 Jahre lief und die Eltern mind. 60 sind, fällt Kapitalertragssteuer nach § 32d EStG für Einkünfte aus Kapitalvermögen an (§ 20 EStG).

In meiner Frage habe ich vergessen zu erwähnen, dass sie diese für mich abgeschlossen haben. Sie würde noch bis 2059 laufen und ich bin ehrlich gesagt nicht bereit, diesen Geldvernichtern noch weiteres hinterher zu werfen. Als ich gesehen habe, dass der Makler der meinen Eltern das aufgeschwatzt hat, früher Personal Trainer war, ist es mir völlig hochgekommen. Geringer qualifiziert kann man ja kaum sein. 

Wie dem auch sei. Das mit den 60 Jahren habe ich inzwischen auch gelesen.

Ist es richtig, dass ich das beitragsfrei stellen lassen kann, dann in (hoffentlich) lukrativere Fonds investieren kann und die Erträge daraus dann (wenn ich 60 bin) nur zu einem gewissen Teil versteuern muss? (50%)

@apple4ever

Halbeinkünfteverfahren, yep.

Es kommt bei Auszahlung darauf an, ob du verrenten lässt oder kapitalisierst.

Die Rente wäre mit dem Ertragsanteil (22% der Rente bei Abruf mit 60) der Einkommensteuer zu unterwerfen. Entscheidend ist dann der pers. Steuersatz.

Bei einer Kapitalisierung bleiben die Hälfte der Erträge steuerfrei (60/12 Regelung).

Sicher, dass der werte Herr ein Makler war?

@kevin1905

um Versicherungen verkaufen zu dürfen, bedarf es keiner anerkannten Qualifikation

Und bei Rentenversicherungen hat der Staat uns so richtig vera..... Die Versteuerung ist ja nicht das Thema, ob 22% oder ein bisschen mehr, im Rentenalter bezahlen die wenigsten hohe Steuern. Aber die gesamten Zahlungen zählen als EINKÜNFTE für die Krankenversicherungen, ... und machen damit die meisten Rentenversicherung total unwirtschaftlich !! 

@juergen63225

um Versicherungen verkaufen zu dürfen, bedarf es keiner anerkannten Qualifikation

Eine Sachkundeprüfung zum Versicherungsfachmann bei der IHK ist zwingend erforderlich (Ab 2018 wird durch die neuen Richtlinien der EIOPA nochmal verschärft), sowie der Nachweis des Bestehens eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung mit mind. 1,13m € Deckung für Vermögensschäden.

Aber die gesamten Zahlungen zählen als EINKÜNFTE für die Krankenversicherungen

Stimmt so nicht.

Beitragspflichtig sind nur

  • betriebliche und
  • gesetzliche Vorsorge,
  • ggf. Arbeitseinkommen (außer Minijobs)

wenn der Rentner

pflichtversichert

in der KVdR ist (siehe § 237 SGB V).

Private Altersvorsorge (inkl. Riester), sowie Mieten und Kapitalerträge sind NICHT beitragsrelevant

ES SEI DENN

Der Rentner ist NICHT pflichtversichert sondern freiwillig gesetzlich. Dann gilt § 240 SGB V und die Beiträge sind auf ALLE Einkünfte bis zur Beitragsbemessungsgrenze zu entrichten.

Bei der KV-Pflicht der betrieblichen Altersvorsorge, ist aber auch zu berücksichtigen, dass die Beiträge vom Brutto bezahlt werden, also ohne die Belastung mit Sozialbeiträgen und Steuern. Dass der Staat sich einen Teil davon im Alter wiederholt ist grundsätzlich logisch.

Auch wenn ich dies im Bezug auf Beitragssatz und vor allem Arbeitgeberleistungen in der bAV ähnlich kritisch sehe wie du.

@juergen63225

Völliger Unsinn, Alle spauschales Stammtisch-Gerede. Du hast wirklich überhaupt keine Ahnung, aber davon sehr viel.

Die Richtiggstellungen kannst Du unter dem Kommentar von kevin1905 lesen.

Woher soll man denn wissen, wie sich die Aktien bzw.Geldanlagen in Zukunft entwickeln ? "Agressiver" bedeutet mehr Risiko.  Das ist das problem, was jeder hat. Höhere erwartete Renditen bedeuten mehr Risiko.

Das beste ist natürlich, erst  gar nicht in diese Fondspolicen zu investieren. Die sind regelmäßig mit sehr hohen Kosten verbunden, die gar nicht so einfach ersichtlich sind.

Da fallen erst mal auf Fondsebene Kosten an.  Und dann ist der Versicherungsmantel noch mit Kosten verbunden. Und das meistens nicht zu knapp. Die Vertreter verkaufen natürlich gerne die  Produkten mit den hohen Kosten; desto mehr proviosen fallen regelmäßig an.

Und bei den Verkaufsgesprächen werden natürlich die ganzen angeblichen Vorteile aufgezählt, und die Nachteile verschwiegen. Gesetzgeber und Politik arbeiten dabei auch für die Banken und versicherungen und gegen den Verbraucher. Insofern ist das vorprogrammiert, dass der Kunde bei solchen Altersvorsorgeprodukten regelmäßig über den Tisch gezogen wird.

Das Problem sind in erster Linie die hohen Kosten solcher Policen; und das bleibt bestehen beim Wechsel. Ein weiteres Problem ist die Unflexibilität bzw.die niedrigen Rückkaufwerte.  Das wird einem beim Verkaufsgespräch natürlich auch nicht auf die Nase gebunden .

Mir sind die ganzen Nachteile bekannt. Ich würde darin ja auch nicht investieren. Das Problem habe ich jetzt trotzdem am Hals. 

Ich brauche eine strategische Lösung für das Problem und keine Aufzählung (von mir bewussten Nachteilen)

@apple4ever

Du hast vielleicht Wünsche. Platzt hier rein, und brauchst dringend eine kostenlose Auskunft, wie sich die Aktien demnächst entwickeln.

@berndcleve

Ganz offenbar sind Sie nicht in der Lage die Situation zu erfassen. Ich bat lediglich um eine steuerliche Einschätzung des Sachverhalts und habe zu keinem Zeitpunkt eine Prognose über die Entwicklung der Märkte verlangt. Wenn Sie nur Humbug beitragen, halten sie sich doch direkt zurück. 

@apple4ever

Nun mal immer mit der Ruhe und in gemäßigtem Ton!

Wenn sich hier jemand die Mühe macht, ausführlich zu antworten, ist so eine Reaktion völlig unangemessen, selbst wenn die Antwort nicht den Erwartungen entspricht.

Tipp: Einfach ruhig bleiben und weitere Antworten lesen, bis man eine passende gefunden hat.

@apple4ever

Da bleibt vieles unklar, vor allen Dingen wann die abgeschlossen wurde, und wie lange die noch läuft. Ich wette, wenn man jetzt noch weiter nachfragt, gibt das hier ein tagelanges Frage und Antwortspiel. Da ist mir die Zeit sicherlich auch zu schade für, deshalb antworte ich mit dem, was mir direkt auffällt und was sich direkt ergibt.

Wie sieht es dann steuerlich mit den Erträgen daraus aus?

Die Erträge werden bei Auszahlung versteuert.

In der Zwischenzeit fallen keine Steuern an.

Ob es sich hier um eine Falschberatung handelt kann man aus der Ferne nicht beurteilen, denn deine Eltern müssen bei einer Fondsversicherung entscheiden was für ein Risiko sie eingehen wollen.

Solange die Eltern die Versicherungsnehmereigenschaft haben, müssen sie die Entscheidungen für diesen Vertrag treffen.

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