WG Mitbewohner zieht aus, was muss weiter bis zum Auszug gezahlt werden?

5 Antworten

Ein Auszug beendet nicht das Mietverhältnis. Sie hat die komplette Miete zu entrichten. Das Mietverhältnis besteht weiterhin und sie haftet also auch weiterhin, genau wie du, für sämtliche Forderungen des Vermieters, Schäden etc. Eine Teilkündigung ihreseits ist unwirksam, da ein gemeinsamer Mietvertrag auch nur gemeinsam gekündigt werden kann. Oder wurde mit dem Vermieter ein Aufhebungsvertrag geschlossen?

Durch ihren Auszug sinken zwar die verbrauchsabhängigen Nebenkosten, aber die machen ja nur einen kleinen Teil der NK aus. Versicherung muss weiter in der gleichen Höhe gezahlt werden, Grundsteuer, und, und, und.....

In einer WG teilt man sich üblicherweise die Nebenkosten gleichmäßig auf, auch wenn man nicht da ist. Ansonsten müsste man genau überprüfen, wer wie viel Strom/Wasser/etc. verbraucht hat.

Gerecht wäre folgender Ansatz: Sie muss weiterhin die Warmmiete zahlen, kann sich aber das anrechnen lassen, was ihr euch durch ihren Auszug nachweislich erspart. Diese Ersparnis wird aber nicht groß sein und ist schwierig nachzuweisen.


Was sie aber in jedem Fall weiterzahlen muss: Nebenkosten (Internet, Hausmeister, etc.), Strom für gemeinsam genutzte Gegenstände (z.B. Kühlschrank) und andere Posten, die - unabhängig davon, wie viele Mitbewohner da sind - zwingend anfallen.

Genau genommen muss sie alles mitzahlen, bis ihr Mietverhältnis endet.

Wenn Du schreibst, ihr standet beide im Mietvertrag, nehme ich mal an, dass der Mietvertrag zwischenzeitlich geändert wurde mit Wirksamtkeitsdatum der Änderung am 1.10.2017. Ist das richtig so? Oder wurde diese Änderung noch gar nicht vorgenommen. Dann steht sie nämlich immer noch  mit drin.

Wie auch immer. Bis 30.09. muss sie ihren kompletten Mietanteil zahlen. Wie bisher auch. Du könntest ihr entgegen kommen bei Strom und Wasser, wenn Du Dir die aktuellen Zählerstände notierst. Du müßtest aber dazu auch frühere Stände kennen.

So könntest Du ausrechnen, was eine allein braucht und was ihr beide immer gebraucht habt und dementsprechend nach Erhalt der Jahresabrechnung was zurück zahlen.

Gehe dabei von folgendem aus:

Wasser/Abwasser: 1 Frau ca. 45 m³ pro Jahr. Zu zweit wohl ca. 70 bis 80 m³. Man kann nicht einfach vom doppelten ausgehen. Der Unterschied beträgt somit rund 30 m³ im ganzen Jahr und somit 7,5 m³ im Vierteljahr. Je nach Wasserpreis. Hier geht es also um ca. 40 € weniger Verbrauch.

Strom: Vergleichsportale gehen von 3500 kwh bei 2 Personen aus und von 2000 bei nur 1 Person. Unterschied somit 375 kwh im Vierteljahr, bzw. rund 100 €.

Du bist aber nicht verpflichtet, so aufzuteilen. Das wäre ein reines Entgegen- kommen.

Wenn ihr einen gemeinsamen Mietvertrag habt, könnt ihr auch nur gemeinsam kündigen - oder gar nicht.

Wenn alle Parteien (Du, Mitbewohnerin, Vermieter) einverstanden sind, kann man sich auch auf einen Aufhebungsvertrag oder eine Vertragsänderung einigen.

Bis der Mietvertrag endet, muss man Kaltmiete zzgl. Nebenkosten zahlen - völlig egal, ob man die gemieteten Räume nutzt oder nicht.

Was hat sie denn vor, wie die Sache weiterlaufen will? Möchte sie bis zum Sankt Nimmerleinstag als Mietpartei in diesem Vertrag stehen, mit allen finanziellen Risiken, die eine solche BGB-Gesellschaft mit sich bringt?

Ne saubere Sache wäre eine Einigung mit dem Vermieter: Der jetzige MV wird (ggf. fristgerecht) gekündigt und Du schließt einen neuen MV mit dem Vermieter ab.

Bis zum Ende des aktuellen Mietvertrags zahlt auch Deine frühere Mitbewohnerin die Fixkosten mit. Danach ist sie komplett raus.

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