Werden alle Gewinnausschüttung doppelt besteuert?

5 Antworten

Da es noch keine "gescheite" Antwort gab:

Der Grund warum es diese "doppelte" Besteuerung gibt ergibt sich aus der Höhe der Steuersätze in Relation zum gewöhnlichen Einkommensteuersatz nach §32a EstG.

Eine Kapitalgesellschaft zahlt auf ihren Gewinn lediglich 15% Körperschaftsteuer (§23 KstG) sowie knapp 14% Gewerbesteuer (abhängig vom Hebesatz der Gemeinden, §11 GewstG). Damit hat eine Kapitalgesellschaft in Deutschland eine Steuerlast von ca. 30%.

Ein Gesellschafter einer Personengesellschaft hingegen zahlt (häufig) den Spitzensteuersatz von 42% zzgl. SolZ und Kist, sprich er hat eine deutlich höhere Belastung.

Deshalb wird bei der Ausschüttung der Kapitalgesellschaft Kapitalertragsteuer nach §32d EstG von 25% fällig. Somit Bekommt der Fiskus (beinahe) rechtsformneutral eine in Summe gleichhohe Steuerzahlung.

Der einzige Unterschied ist, dass diese bei der Personengesellschaft (aufgrund des Transparenzprinzips) die Gesellschafter die volle Höhe der Steuer tragen, bei der Kapitalgesellschaft hingegen zuerst diese mit Körperschaftsteuer, danach der Aktionär mit Kapitalertragsteuer oder Teileinkünfteverfahren nach §3 Nr. 40 EstG besteuert wird.

Insgesamt fällt also rechtsformunabhängig gleich viel Steuer an.

Fun Fact:

Da die Kapitalgesellschaft lediglich eine Steuerlast von knapp 30% trägt, würde sich dadurch ein rießiger Vorteil gegenüber Personengesellschaften ergeben, deren Gesellschafter, unabhängig davon ob Gewinn ausgeschüttet wird oder nicht, Ihren gewöhnlichen Einkommenssteuertarif zahlen müssten.

Daher hat der gesetzgeber den §34a EstG eingeführt, der bei Personengesellschaften eine Besteuerung von 28,25% der nicht ausgeschütteten Gewinne vorsieht. Werden diese nicht ausgeschütteten und bereits besteuerten Gewinne zu einem späteren Zeitpunkt ausgezahlt werden, so fällt Einkommensteuer von lediglich 25% an (§34a(4) EstG), womit ein vergleichbares Vorgehen zu dem der Kapitalgesellschaft erzeugt wird.

Die leicht geringere Besteuerung mit 28,25% der Personengesellschaft im Vergleich zu den knapp 30% der Kapitalgesellschaft liegt unter Anderem daran, dass bei dem Steuersatz nach §34a EstG des weiteren Kirchensteuer anfällt. Bei der Kapitalertragsteuer wird diese jedoch korrigiert.

Warum doppelt besteuert? Du hast der AG dein Kapital für bestimmte Zeit zur Verfügung gestellt und als Gegenleistung zahlen sie dir Dividende.

Die Dividende ist für die AG Aufwand und für dich ein Ertrag...

Natürlich zahlt die AG Steuern auf den Gewinn... Aber die Dividende mindert ja den Gewinn, da sie wie gesagt Aufwand ist...

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Mit deiner Dividende bekommst du eine Bescheinigung über die Steuer die dafür abgeführt wurde. Diese kannst du auf deine Einkommensteuer anrechnen.

Ja, klar. Und wenn du sie dann wieder ausgibst, darfst du Mehrwertsteuer berappen, derjenige der das Geld von dir einnimmt versteuert es wieder usw.

Man zahlt dreifach. Auch du selbst hast ja das Geld, dass du in Aktien anlegst, zuerst einmal verdient und darauf - vermutlich - Steuern bezahlt.

Was möchtest Du wissen?