WER zahlt vorhandene Schulden,wenn der Schuldner verstirbt?

5 Antworten

Niemand. Solange es keine Erben gibt, die das Erbe auch annehmen, verfallen die Schulden.

Nennt sich unternehmerisches Risiko.

Wenn Erben vorhanden sind und diese das Erbe nicht ausschlagen, dann die Erben.

Wenn es keine Erben gibt (wie in diesem Beispiel): Niemand.

wenn kein Erbe das ganze annimmt (man kann entweder das erbe annehmen oder nicht, aber wenn ja dann auch die Schulden) dann bleibt der Gläubiger wohl darauf sitzen...

In erster Linie werden dann natürlich aus dem Erbe die Schulden gezahlt, aber wenn da nichts da ist guckt man durh die Röhre.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Nur der Erbe ist der Verpflichtete. Nimmt niemand des Erbe an bzw. schlagen alle aus, erbt der Staat, § 1936 BGB (Land / Bund). Der haftet aber nur mit dem vorhandenen Vermögen, wie bei einer Nachlassinsolvenz, vgl. § 1975 BGB.

In Deinem Fall fällt der Gläubiger aus. Die 100 Euro teilt sich das Versandhaus nicht einmal mit den übrigen Gläubigern, weil bei so geringen Vermögen wahrscheinlich nicht mal eine Teilung des insolventen Vermögens durchgeführt wird, sondern den Nachlasskosten dient.

Im Ergebnis zahlt niemand bzw. muss niemand zahlen. Wie bei einer Ablehnung eines Insolvenzverfahrens mangels Masse, das ist schlicht ein Forderungsausfall.

Mehr dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Staatserbrecht

Richtig.

Im Ergebnis zahlt niemand bzw. muss niemand zahlen.

Aus kaufmännischer Sicht zahlt das am Ende doch wieder jemand. Und zwar alle anderen Kunden. Warum? Jeder Kaufmann muss für sich die Forderungsausfälle irgendwo als Puffer einkalkulieren. Und er kann sich nur dann wirksam davor schützen, wenn er einen höheren Preis nimmt.

Sprich: Je mehr Forderungsausfälle es gibt, desto mehr werden zwangsweise die anderen, brav zahlenden Kunden über höhere Preise diese Ausfälle quer-finanzieren.

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