Wer zahlt die Mehrwertsteuer bei eine Mehrwertsteuerbefreiten Rechnung?

10 Antworten

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Alles was Du tun must, ist in deinen Angeboten und auf Deinen Rechnungen auf § 19 UStG verweisen und eindeutig schreiben, dass der Rechnungsbetrag keine MwSt enthält. Andernfalls muss die MwSt auf deinen Rechnungen ausgewiesen werden oder bei Kleinbeträgen darauf hingewiesen werden, dass der Rechnungsbetrag die gesetzliche MwSt enthält. Das sind Pflichtangaben auf deinen Rechnungen.

Nachzahlen muß die Kundin da überhaupt nichts. Bei Privatausgaben ist es ohnehin egal und bei Waren oder Dienstleistungen die sie für ein Unternehmen ausgibt, kann sie die Vorsteuer nicht geltend machen sofern keine USt anfällt.

Du kannst ihr sagen, wenn sie die MwSt ausgewiesen haben möchte, must Du das entsprechend nachberechnen und sie müsse in dem Fall die 19% zusätzlich zahlen (hüte dich aber davor das tatsächlich anzuwenden. Solange Du die Sonderregelung nach §19 UStG nutzt darfst Du überhaupt keine MwSt ausweisen, oder must ab Stichtag auf die Sonderregelung verzichten und ab sofort nur noch mit MwSt arbeiten )

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Ein Endkunde/ Privatkunde zahlt immer und ausnahmslos den Bruttobetrag. Dabei ist es auch völlig irrelevant, ob in dem Bruttobetrag Umsatzsteuer ausgewiesen sind oder eben nicht.

Somit hat deine Kundin auch keinen Anspruch auf irgendeinen Nachlass, nur weil du von der Kleinunternehmerreglung Gebraucht machst.

Die Kleinunternehmerreglung betrifft vielmehr den Unternehmer (dich) und das Finanzamt. Mit dieser Regelung möchte man Umsatzschwachen, bzw. Unternehmen in der Gründungsphase eine Möglichkeit an die Hand geben, den Verwaltungsaufwand möglichst gering zu halten.

Eines sollte jedem hierbei bewusst sein, nur weil die Umsatzsteuer nicht abgeführt wird, bekommt der Unternehmer diese noch lange nicht geschenkt.

Vielmehr trifft es zu, dass sie an anderer Stelle berücksichtig werden, was zu einer höheren Einkommenssteuer führt. – höheres Gesamteinkommen-

Es wird quasi nur an anderer Stelle verbucht . 

Privatkunden und Abrechnung? Irgendwie verstehe ich nicht was es da privat abzurechnen gibt. Wenn deine Rechnung keine MwSt ausweist ist auch keine MwSt zu bezahlen. Kein Mensch wird von deiner Kundin die Nachzahlung der MwSt verlangen. Wenn es eine gewerbliche Kundin ist, kann sie keine Vorsteuer abziehen weil deine Rechnung keine MwSt ausgewiesen hat. Sie bezahlt nur den Rechnungsbetrag an dich und damit hat es sich.

Eine Privatkundin sagt mir jetzt, dann muss sie aber die Mehrwertsteuer bei ihrer Abrechnung selbst nachzahlen ...

Das ist Unsinn. Welche Abrechnung meint die Dame? Das Finanzamt fordert von ihr keine Mehrwertsteuer.

Wahrscheinlich meinte sie ihre eigene Steuerabrechnung, so genau weiß ich es nicht. Sie sagte... wenn ich befreit bin, musste sie es dann bezahlen, wo auch immer, sie meinte das Finanzamt würde auf das Geld eben nicht verzichten wollen.

@Sagitar12

Das ist Quatsch! Als private Kaeuferin zahlt sie auch keine Umsatzsteuer und in ihrer Einkommenssteuererklaerung hat Mehrwert- bzw. Umsatzsteuer nichts zu suchen.

@DerCaveman

Danke Caveman! Weisst Du vielleicht, wie ich es ihr beweisen kann? Einen guten Text, oder Gesetz etc, der klar diese schräge Idee, die sie da hat, widerlegt?

@Sagitar12

Auf der von Ertabet verlinkten Seite wird es eigentlich sehr gut erklaert.

Lass dir von ihr erst einmal erklaeren, was fuer eine seltsame Abrechnung sie meint, bei der Mehrwert- bzw. Umsatzsteuer fuer sie als Privatperson ueberhaupt eine Rolle spielen soll.

Wo, wann und an wen will die Dame denn die Umsatzsteuer abführen, als Privatkunde?

Du bist Kleinunternehmer, da gibts nix dran zu rütteln, die will nur einen 19% Rabatt rausschlagen. Ob du an Endverbraucher oder Geschäftskunden verkaufst es bleibt dabei, dass du keine Umsatzsteuer ausweißt.

Für den Endverbraucher ändert sich dadurch gar nix. Ob ich jetzt bei Amazon bestelle, oder bei dir, ich zahle als privater Endverbraucher nur den Rechnungsbetrag.

Wenn jemand bei dir etwas als umsatzsteuerpflichtiger Geschäftskunde etwas kauft, ist dieser nicht dazu berechtigt sich die in der Rechnung ausgewiesene USt von 19% vom Finanzamt als Vorsteuer wieder zu holen , weil eben keine ausgewiesen wurde. Sollte die Dame mit "Abrechnung" also ihre Umsatzsteuer meinen, ist sie nicht dazu berechtigt sich VorSt aus deiner Rechnung wieder zu holen.

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