Wer trägt Kosten bei Unfall mit Privatwagen bei betrieblich angeordneter Fahrt?

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Hier gibt es eine eindeutige Rechtsgrundlage:

Wenn der Arbeitgeber eine Dienstfahrt mit dem eigenen Fahrzeug angeordnet hat (ein weit auszulegender Begriff: Hierzu reicht es, wenn er einem Außendienstler kein Firmenfahrzeug zur Verfügung stellt. Es gibt hierzu den Begriff der "betrieblichen Risikospähre.) muß er dem Arbeitnehmer einen Schaden an dessen Fahzeug wie folgt erstatten:

  • Wenn der Schaden vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt wurde >> keine Kostenübernahme
  • Wenn der Schaden mit "mittlerer Fahrlässigkeit" herbeigeführt wurde >> Der Arbeitnehmer hat seinem Schaden entsprechend dem Grad der Fahrlässigkeit selbst zu tragen, den Rest muß der AG ersetzen. Beim Grad des Eigenanteils spielen viele weitere Faktoren eine Rolle, wie z.B.Höhe des Schadens im Verhältnis zum Gehalt, soziale Situation des AN, Gefährlichkeit der Arbeit, Einweisung und Kontrolle des AG etc. pp.
  • Wenn der Schaden ohne Fahrlässigkeit des AN oder unter "leichtester Fahrlässigkeit" eingetreten war (z.B. durch Fremdverschulden) haftet der AG stets in voller Höhe für den dem AN-Fahrzeug zugefügten Schaden.

Das kommt darauf an, wie bei Ihr in der Firma die entsprechende Betriebsvereinbarun g geregelt ist. Bei meinem Arbeitgeber ist es auch so, daß wir gegen Kostenerstattung unsere Privatwagen verwenden. Wir z.B. sind verpflichtet, die Fahrzeuge Vollkasko zu versichern, dafür ist aber der km-Satz höher. Bei einem Unfall ersetzt der Arbeitgeber die Selbstbeteiligung sowie die Steigerung durch die SF Hochstufung (kann man kommuliert errechnen). Das ist aber in jeder Firma anders. Wenn nichts vereinbart ist dann bleibt sie auf dem Schaden hängen.

Das kommt darauf an, wie die Nutzung Ihres Privaten PKW´s vergütet wird. Wenn der AG nicht regelmäßig bzw. zusätzlich zur km Pauschale eine Summe X zur Abdeckung von eben solchen Schäden bezahlt, kann Sie die Kosten wenn der AG diese nicht zahlt einklagen. Es gibt hierzu einen guten Bericht vom ADAC, den ich auf die schnelle nicht finden kann.

Wichtig hierfür ist, das die Nutzung des privaten PKW´s angeordnet sein muss.

Es gibt für Firmen eben genau für solche Fälle Versicherungen.

Danke, das meint die Kollegin meiner Freundin vermutlich.

Ich bin mir nicht sicher ob sie überhaupt eine Vergütung für die Nutzung bekommt.

@faiblesse

Ich muss mich leider etwas korregieren, wenn sie den Unfall verschuldet hat dann muss der AG nicht zahlen, höhstens aus Kulanz oder wenn eben eine spezielle Versicherung abgeschlossen wurde.

Dachte erst das ihr die Vorfahrt genommen wurde.

Die wenigsten Arbeitgeber ordnen die Nutzung des Privatwagens an. Denen ist das nämlich vollkommen egal, wie man von A nach B kommt.

@ErsterSchnee

Das kann sein, bei wir war die Nutzung meines Privatwagens bis jetzt immer Vertraglich angeordnet.

Bei meinem jetzigen Arbeitgeber bekommen wir inzwischen eine erhöhte km Pauschale, da die Versicherung wohl zu teuer gewurden ist.

Sie ist Physiotherapeutin und hat täglich Hausbesuche. Da es keinen firmenwagen gibt, muss sie mit dem eigenen Auto fahren..

@faiblesse

Wenn nicht angeordnet könnte Sie auch laufen, mit dem Fahrad fahren oder öffentlicge Verkehrsmittel nutzen. Die Kosten bekommt Sie dann entweder vom AG erstattet oder kann diese von der Steuer absetzten.

@asaderc: ok, aber wenn der andere Schuld wäre, muss er ja zahlen. Dann brauch der AG ja auch nichts übernehmen

Mir ist noch eingefallen, dass meine Kollegin meinte, dass beim Unfall der AG nur die Kosten der Schäden, die mir persönlich zustoßen, zu tragen hat.

Hab das hier gefunden: http://www.adac.de/infotestrat/unfall-schaeden-und-panne/unfallabwicklung/besondere-faelle/dienstfahrt/default.aspx

@faiblesse

Genau den Text meinte ich.

Hast natürlich recht, wenn der andere Schuld ist muss der zahlen. Ging um normale Schäden am Auto. Das Thema ist bei mir schon ne weile her, sorry.

Wenn nicht angeordnet könnte Sie auch laufen, mit dem Fahrad fahren oder öffentlicge Verkehrsmittel nutzen. Die Kosten bekommt Sie dann entweder vom AG erstattet oder kann diese von der Steuer absetzten.

na gut, die Einzelheiten kenne ich jetzt nicht. Laufen oder Fahrrad würde wohl zu lange dauern. Aber da weiß ich nicht ob ihr Chef das vorgegeben hat, dass sie mit Auto fahren muss.

Einen selbstverschuldeten Unfall mit dem eigenen Fahrzeug zahlt man selbst.

So sehe ich das ja auch.

Aber warum zahlt man als Arbeitnehmer nicht, wenn man mit dem Firmenfahrzeug einen Unfall verschuldet?

@faiblesse

Weil diese Fahrzeuge ganz anders versichert sind. Und weil man selbst dann auch ganz anders versichert ist.

Und wenn man Pech hat und den entspr. Arbeitgeber, dann zahlt man auch den entstandenen Schaden am Firmenfahrzeug.

Nein - siehe meine Antwort.

Das zahlt die selbst oder die Vollkasko die sie auf ihren Wagen hat.

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