Wer haftet für einen Schaden den der Freund (6 Jahre) unseres Sohnes (7) unter unserer Aufsicht verursacht hat?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Wir haben gehört dass die meisten Versicherungen für Kinder unter 7 Jahren nicht haften.

Grundsätzlich haften Versicherungen niemals, sie stellen die versicherte Person schadlos, das ist ein Unterschied!

Prinzipiell orientiert an den Muster-AHB des GdV ist die Aussage korrekt.

Jedoch sollten Menschen mit Kindern und nicht kompletter geistiger Umnachtung einen Haftpflichtvertrag haben, der deliktunfähige Kinder einsschließt, auch jene andere Leute, wenn diese vorübergehend zu Besuch sind und man die Aufsichtspflicht übernimmt.

Eine Verletzung der Aufsichtspflicht unsererseits lag auch überhaupt nicht vor, ganz im Gegenteil!

Seh ich auch so. Volle Zustimmung.

Die Eltern von dem Freund unseres Sohnes haben gar keine Haftpflichtversicherung und sie machten auch nicht den Eindruck dass sie sich in irgendeiner Form an den Schaden beteiligen würden.

Ich würde grundsätzlich den Kontakt mit Menschen ohne Haftpflichtversicherung meiden. Auf die wichtigste Absicherung zu verzichten, ist meiner Erfahrung nach entweder ein Zeichen

  • mangelnder Bildung
  • antisozialen Verhaltens oder
  • geistiger Behinderung

Das wäre dann auch vor dem Aspekt des Selbstschutzes so zu sehen.

Wir haben von mehreren Seiten den Tipp bekommen, dass wir unserer Haftpflichtversicherung melden sollen, es war unser 7 jähriger Sohn.

Wer auch immer diesen Tipp rausgehauen hat bitte mit dem Gesicht voran auf der Autobahn über den Asphalt ziehen oder über die Raufasertapete.

Weiß jemand hier, ob es irgendeine Möglichkeit gibt, das evtl. unsere Haftpflicht sich doch an den Schaden (legal) beteiligen könnte?

Hab ich dir bereits mitgeteilt. Weiter oben im Text.

Wenn eure Haftpflicht nicht auf dem neusten Stand ist würde ich mal fragen woran das liegt. Wenn sich der Versicherungsmensch nicht einmal im Jahr bei euch meldet, solltet ihr diesen verprügeln. Meldet ihr euch nicht, kann man ihm da ehr so nicht den Vorwurf machen.

Wer haftet gesetzlich für den Schaden?

Die wichtigste Frage im ganzen Text und rein rechtlich haftet niemand, das Restaurant bleibt auf den Kosten sitzen, wenn nicht aus irgendeinem Grund hier Deckung über deren Betriebsinhaltsversicherung bestünde.

Gründe sind auch klar:

  1. Kinder unter 7 sind nicht haftbar zu machen für ihr Verhalten (§ 828 Abs. 1 BGB)
  2. Eltern des Kindes sind zwar Idioten weil sie keine Privathaftpflicht haben aber sie trifft in diesem Fall auch keine Schuld. Eltern haften nicht für ihre Kinder (folgt im Umkehrschluss aus § 828 Abs. 2 BGB).
  3. Ihr haftet auch nicht, auch wenn ihr die Aufsichtspflicht hattet, denn diese wurde nicht verletzt.

Also bitte noch mal schauen, was in deiner Haftpflicht zum Thema deliktunfähige Kinder vereinbart ist besonders im Bezug auf fremde Kinder. =)

P.S.: Hier steht viel geistiger Dünnpfiff.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Das juristische kannst du selber nachlesen:

Kinder unter sieben Jahren haften selbst nie. Verursachen sie einen Schaden und haben die Eltern ihre Pflichten nicht verletzt, bleibt der Geschädigte auf seinen Kosten sitzen. Sie können eine Familienhaftpflichtversicherung abschließen, die Schäden auch dann übernimmt, wenn weder Sie noch Ihr Kind haften.

Also ihr seid aus dem Schneider, und es ist richtig, das keinesfalls so zu machen, wie eure Bekannten das unerlaubter Weise vorschlagen. Denn auch die Versicherungen vergessen nichts. Bewahrt euch den guten Ruf bei der Versicherung bitte auf - wenn doch was passiert bei euch , und die sehen, oh da war vor kurzen schon mal was, kann man euch nach 2. Schadensabwicklung (bei hohen Beiträgen nach dem ersten Schadenfall) kündigen. Also den Weg nicht.

Aufsichtspflicht habt ihr nicht verletzt.

Es ist allerdings sehr unfair zu schreiben, dass das alles nur Erziehungssache ist, wie sich ein Kind aus Neugierde mal benimmt. Nur weil deiner sich im Moment im Restaurant benimmt, kann es durchaus sein, dass er ein anderes Mal Mist baut. Dann möchte ich euch mal sehen, wenn andere so über euch und deinen Sohn urteilen. Diese Keule über diese Eltern in einem Satz zu schwingen, ist hart. Wenn die Eltern so sind, wie du beschrieben hast und ihr die Eltern und den Sohn so gut kennt, dann wäre ich mit einem angeblich so ungezogenen Bengel nicht ins Restaurant gegangen. Wenn ihr die Eltern nicht gut kennt, habt ihr einfach keine Ahnung, ob das so ist.

Ihr spielt heile Welt vor, aber das ist in dem Fall nicht angebracht. Ihr seid nicht die Guten, nur weil ihr notfalls alles alleine zahlen wollt. Ihr macht das nicht aus Überzeugung, sondern um euren guten Ruf zu bewahren.

Ihr solltet das Ganze mal für euch hinterfragen und erst dann eine Entscheidung treffen. Denn zahlen müsst ihr nichts, absolut nichts. Das würde ich dem Restaurantbesitzer klar machen und erst Recht den Eltern des Sohnes (die übrigens auch nicht zahlen müssen). Insofern halte ich euren Vorschlag in EURER Situation absolut mehr als fair:

ein Drittel. Damit habt ihr erreicht: vernünftigen/guten Ruf bewahrt und Kompromiss, mit dem ihr leben könnt.

@Elizabeth2

Wenn die Eltern so sind, wie du beschrieben hast und ihr die Eltern und den Sohn so gut kennt, dann wäre ich mit einem angeblich so ungezogenen Bengel nicht ins Restaurant gegangen. Wenn ihr die Eltern nicht gut kennt, habt ihr einfach keine Ahnung, ob das so ist.

Stimmt! Das Problem ist nur, dass wir zwar wussten das der Junge nicht ganz ohne ist, dass er aber so extrem sein kann haben wir erst an diesem Tag gesehen!

Wir werden ihm künftig auch ohne Eltern nie mehr irgendwohin mitnehmen!

Es ist allerdings sehr unfair zu schreiben, dass das alles nur Erziehungssache ist, wie sich ein Kind aus Neugierde mal benimmt.

So kann man das sehen, wenn man die näheren Umstände nicht kennt! Der Bub hat sich an dem Tag absolut unmöglich benommen.

Erst hätte er beim Aussteigen (trotz Ermahnung zur Vorsicht) fast das Nachbarauto beschädigt und dann noch darüber gelacht. Dann ist er auf dem Fest ohne uns vorher Bescheid zu geben einfach so weggerannt (nur weil er sich da mal umsehen wollte). Beim überqueren der Straßen wollte er jedes mal ohne auf den Verkehr zu achten einfach nur rüber rennen (wir mussten ihm zum Schutz immer richtig festhalten). Als wir durch die Stadt gelaufen sind, hat er sich mitten in die Fußgängerzone gestellt und drauflos gepieselt, so dass alle Passanten kopfschüttelnd an uns vorbeigelaufen sind. Und im Restaurant hat er die Uhr nicht nur etwas berührt, er hat schon richtig daran gezogen. Als ihn dann die Servicekarft und mein Mann dafür geschimpft haben, war er total sauer und es war von seiner Seite auch absolut keinerlei Einsicht vorhanden!

Leider sind seine Eltern an dem Tag auch erst abends nach hause gekommen, ansonsten hätten wir den Jungen natürlich schon viel früher heim gefahren.

Nur weil deiner sich im Moment im Restaurant benimmt, kann es durchaus sein, dass er ein anderes Mal Mist baut. Dann möchte ich euch mal sehen, wenn andere so über euch und deinen Sohn urteilen.

Unser Sohn ist auch kein Engel, so benimmt er sich aber wirklich nicht und er ist oft bei Freunden. Wenn er aber Fehler macht, dann bin ich froh wenn man mir das mitteilt, damit ich mit ihm darüber reden und ihm so erziehen kann!

Ihr spielt heile Welt vor, aber das ist in dem Fall nicht angebracht.

Ja in meiner "heilen Welt" gehe ich davon aus, dass sich 6 (fast 7) jährige SCHULkinder nicht wie 3 jährige benehmen!

Wenn wir unsere Aufsichtspflicht nicht so extrem ernst genommen hätten, hätte den Jungen (im Verkehr oder auf dem Fest) ganz leicht was passieren können und da wäre für uns tatsächlich eine Welt zusammengebrochen.

Ihr seid nicht die Guten, nur weil ihr notfalls alles alleine zahlen wollt.

Wir sind nicht die Guten, aber wir sind die Gutmütigen die einen Jungen (der nicht so oft die Möglichkeit hat wegzugehen) mitgenommen und dafür jetzt den ganzen Ärger haben.

Leider kam auch von seinen Eltern kein einziger Satz des Bedauerns! Wenn unser Kind sowas gemacht hätte, würde uns das leid tun und wir würden auf jeden Fall bei der Problemlösung helfen! Aber leider fehlt es heutzutage bei vielen Menschen an Empathie!

Ihr macht das nicht aus Überzeugung, sondern um euren guten Ruf zu bewahren.

Jein! Obwohl wir finden dass wir absolut keine Schuld tragen, fühlen wir uns schon auch moralisch verpflichtet finanziell etwas beizusteuern. Die Restaurantbesitzer haben auch keine Schuld, der Junge war bei uns und wir können die Wirtsleute doch nicht einfach auf den gesamten Kosten sitzen lassen!

ein Drittel. Damit habt ihr erreicht: vernünftigen/guten Ruf bewahrt und Kompromiss, mit dem ihr leben könnt.Das wäre wirklich am Besten, wir glauben aber dass die Eltern des Jungen da nicht mitmachen werden!

Richtig, das wäre wirklich am Besten! Wir glauben aber dass die Eltern des Jungen da nicht mitmachen werden!

Grundsätzlich haftet ein Kind von 6 Jahren überhaupt nicht. Und die Eltern hatten in diesem Moment ja ihre Aufsichtspflicht auf euch delegiert.

Wenn überhaupt tritt hier also nur eure eigen private Haftpflichtversicherung ein, wenn ihr den Baustein "deliktunfähige Kinder" mit eingeschlossen habt.

Der Geschädigte hätte keine Chance, einen Haftungsanspruch gegen die Eltern des Kindes durchzusetzen.

Dein Mann müsste also schon sagen, dass er selbst die Aufsichtspflicht über das fremde Kind vernachlässigt hat.

Wer kommt für den Schaden auf?

Kinder können bis zur Vollendung des 7. Lebensjahrs (im Straßenverkehr bis zum 10. Jahr) nicht selbst haftbar gemacht werden. Sie sind laut BGB deliktunfähig.
Wenn auch keine Aufsichtspflichtverletzung der Eltern vorliegt, hat der Geschädigte keinen Anspruch auf Schadensersatz. Durch den Einschluss dieser Leistung kann die „Einrede der Deliktunfähigkeit“ ausgeschlossen werden, da oftmals die „moralische Verpflichtung“ gegenüber dem Geschädigten wie z. B. dem Nachbarn bleibt. 
Falls die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben und der Geschädigte eine Entschädigung verlangt, muss die Haftpflichtversicherung der Eltern für den Schaden aufkommen.

Da keine Aufsichtspflichtverletzung hier vorliegt, haftet leider keine PHV! Ausser es wäre der Baustein "deliktunfähige Kinder" mit eingeschlossen bei der PHV.

Gruß einer ehem. Versich.maklerin

Das Kind kann aufgrund seines Alters nicht haftbar gemacht werden, da Deliktunfähig. Du hast zwar grundsätzlich recht, wenn Du schreibst, dass es auf den Reifegrad und nicht das tatsächliche Alter des Kindes ankommt, aber praktisch müsste der Anspruchsteller ein Abweichen des Reifegrades vom alterstypischen Verhalten nachweisen.

Eine weitere Möglichkeit wäre die Verletzung der Aufsichtspflicht der Eltern. Die sehe ich hier aber nicht ... soweit das aus der Beschreibung ableitbar ist.

Wir haben gehört dass die meisten Versicherungen für Kinder unter 7 Jahren nicht haften.

"Die Meisten" möchte ich widersprechen. Es ist schon seit einigen Jahren recht üblich, dass der Einschluss delikunfähiger Kinder gleich im Leistungsumfang enthalten ist oder für wenige Euro pro Jahr hinzugefügt werden kann.

Der Reifegrad eines Kindes wird unter 7 Jahren IMMER als unzureichend angesehen.. Hier greift höchstens die private Haftpflicht der zeitweilig aufsichtsführenden Person. (Wenn diese die Pflicht vernachlässigt hat)

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