Wer erbt wieviel beim Berliner Testament?

2 Antworten

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Die Antwort von wfbinder ist im Ergebnis zutreffend:  Die erstverstorbene B ist von A allein beerbt worden. Dass die Töchter C und D ihre Pflichtteile nicht verlangt haben, ist für den weiteren Verlauf der Erbfolge unerheblich. Der letztverstorbene A ist dann aufgrund des gemeinschaftlichen Testaments von den Töchtern C und D zu je 1/2 beerbt worden.   Da die Söhne E und F des A mithin als enterbt gelten, haben sie als Abkömmlinge des A und als dessen gesetzliche (aber testamentarisch ausgeschlossene) Erben Pflichtteilsansprüche gegen die Erbinnen C und D. Dabei handelt es sich um Geldforderungen (keine Anteile am Nachlass) in Höhe der Hälfte des Werts ihrer gesetzlichen Erbanteile. Da diese Anteile je 1/2 betrügen, stellen sich ihre Pflichtteilsansprüche auf je 1/4 des Nachlasswertes, also müssen C und D insgesamt 1/2 des Nachlasswertes von A an die Söhne auszahlen.

Worauf der Anwalt seine Meinung gründet, dass C und D beim Tod der B auf ihre Erbfolge verzichtet hätten und daher auch beim Tod des A nichts erhalten sollen, ist unerfindlich. Dass sie beim Tod von B ihre Pflichtteile nicht verlangt haben, indiziert jedenfalls nicht, dass sie auch die Schlusserbfolge nach dem Testamentt von A und B nicht hätten antreten wollen.  Die Meinung des Rechtsanwalts ist  - sofern nicht Umstände vorliegen, die in der Sachdarstellung unerwähnt geblieben sind - abwegig.

 

Der Herr Anwalt hat Unrecht und das Ehepaar A-B war mieserabel beraten.

1. Richtig ist, die gesetzlichen Erben des Herrn A sind seine Söhne.

2. Richtig ist, Herr A hat, gem. mit Ehefrau B festgelegt, was mit dem Erbe geschehen soll.

3. Daher § 1924 BGB ERbe für die Töchter, die müssen den Stiefbrüdern 1/2 auszahlen.

4. zum Glück hat der Gesetzgeber die Stiefkinder mit den Kindern gleichgestellt. Die Töchter bekommen die vollen Freibeträge.

5. Schlecht beraten weil man statt einem Testament einen Erbvertrag hätte machen sollen. So hätte man die Pflichtteile ausschalten können.

Danke - aber für Punkt 5. war es eh zu spät :-( Man sollte eben auch nicht den Notaren vertrauen, welche dieses Testament aufgesetzt ----- und dafür kassiert haben.

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