Wer erbt von den Eltern, wenn von 2 Geschwisterkindern eins verstorben ist?

4 Antworten

Wenn die Eltern nicht testieren, erben beim Tod des ersten Elternteils der Überlebende zu 1/2, Sie zu 1/4 und die beiden Kinder Ihrer Schwester zu je 1/8. Beim Tod des überlebenden Elternteils erben Sie dann zu 1/2 und die Kinder zu je 1/4.

Wenn die Eltern es anders haben wollen, müssen sie das zwingend in einem Testament bestimmen. Als juristische Laien sollten sie dazu unbedingt die Hilfe eines Anwalts oder Notars einholen, sonst könnte das "schief" gehen. Zu bedenken ist, dass auch wenn die Eltern z.B. Sie in einem gemeinschaftlichen Testament als Alleinerben des letztversterbenden Elternteils einsetzen, die Kinder Ihrer Schwester Pflichtteilsansprüche hätten, die sich voraussichtlich auf 1/4 des Wertes des Nachlasses stellen würden (Geldanspruch in dieser Höhe, nicht etwa Teilhabe am Nahlass). Schon beim Tod des erstversterbenden Elternteils könnten die Kinder, wenn die Eltern z.B. testamenetarisch sich gegenseitig zu Erben einsetzen und bestimmen, dass Sie den Letztversterbenden beerben sollen, ihre Pflichtteile in Höhe von je 1/16 des Nachlasswertes des erstverstorbenen Elternteils verlangen. Dagegen lässt sich nur etwas einwenden, wenn die Kinder "pflchtteilsunwürdig" wären, weil sie z.B. eine schwere Verfehlung gegen Ihre Eltern begangen haben usf.

Würden diese Kinder den Teil meiner verstorbenen Schwester erben?

Ja. Ist ein Kind verstroben, dann erben dessen Kinder an seiner Stelle zu gleichen Teilen. Nehmen wir mal an, Ihre Schwester hat 2 Kinder, dann wäre die Rechnung wie folgt. Zunächst ist das Vermögen des Erblassers zu betrachten. Ehegatten haben nämlich getrennte Vermögen.

  1. Erbfall

Der überlebende Ehegatte bekommt 1/4 + 1/4 pauschalen Zugewinnausgleich + den Voraus ( das sind die Haushaltsgegenstände). Der Rest wird auf die beiden Kinder verteilt, d.h. sie 1/4 und die die beiden Enkel jeweils 1/8.

  1. Erbfall des überlebenden Ehegatten:

Hier erben sie die Hälfte und die Andere Hälfte wird auf die Kinder der Schwester verteilt. Es zählt wieder das Vermögen des Erblassers.

Meine Eltern sind gerade ratlos, ob sie ein Testament machen sollen, sie möchten nicht, dass die Enkel von der verstorbenen Tochter, also meine Neffen erben.

Dann können sie natürlich ein Testament machen. Man beachte, das die Enkel das Recht auf einen Pflichtteil haben. Das ist die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Der Pflichtteil ist dabei ein Anspruch in Geld gegen die / den Erben.

Der Pflichtteilanspruch kann etwas reduziert werden, indem sie beim 1. Erbfall bereits als Nacherbe eingesetzt werden. Dann zählt das beim 1. Erbfall erworbene Vermögen bei der Berechung des Pflichtteils beim 2. Erbfall nicht mit.

Ein Beispiel für den Effekt der Einsetzung als Nacherbe.

Nehmen wir an, jeder Ehegatte hat 20000€. Ferner werden die Enkel vom Erbe ausgeschlossen, d.h. sie erben 10000€ und der überlebende Ehegatte ebenfalls 10000€ die Pflichtteilslast wird ihnen auferlegt. Der Pflichtteil beträgt dann zusammen 1/8 der 20000€.

Nun stirbt auch der 2. Ehegatte. Dessen Vermögen beträgt nun 30000€. Daraus errechnte sich der Pflichtteil. Wären sie Nacherbe, dann beträgt sein Vermögen aber nur 20000€ und 10000€ hätte er im Form der Vorerbschaft. Somit wären bei der Berechnung des Pflichtteils nur die 20000€ entscheidend.

Zunächst entstündem mit dem Tod eurer Eltern getrennt voneinander zwei Erbfälle.

Im ersten wären neben dem Ehepartner die Kinder hälftig erbberechtigt, im zweiten nur die Kinder.

Das Erbrecht eines vorverstorbenen Kindes ginge demnach auf dessen Nachkommen über.

Wollen die Erblasser die Kinder bzw. Ehegatten ihrer Kinder nicht derart begünstigt wissen, müssen sie das eben ausschließen.

Entweder durch testamentarische Erbeinsetzung der Erben oder Ausschluss einer Nacherschaftsfolge.

Das sollte notariell vereinbart werden, um rechtssicher formuliert dann amtlich eröffnet wirksam umgesetzt zu werden :-)

G imager761

Nach der gesetzlichen Erbfolge würden die Kinder Ihrer Schwester tatsächlich deren Erbteil erben. Um dies zu verhindern müssten Sie testamentarisch von den Eltern als Alleinerbe eingesetzt werden.

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