Wenn man sich zu spät arbeitslos meldet, bekommt man wirklich eine Sperrzeit von 3 Monaten!

1 Antwort

Hallo,

Wenn er sich zu spät Arbeitsuchend gemeldet hätte, dann bekäme er eine Sperre von zwei Wochen. Diese Meldung sollte 3 Monate vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses erfolgen. ( Vorrausgesetzt, der Termin des Ausscheidens war rechtzeitig bekannt ; ansonsten spätestens dann, wenn das Ende der Arbeit bekannt wird )

Die Arbeitslos - Meldung dient der Meldung, dass die Arbeitslosigkeit konkret eingetreten ist. Diese Meldung sollte spätestens am 1. Tag der Arbeitslosigkeit erfolgen. ( Oder dem ersten Folgetag, wenn die Dienststelle an diesem Tag nicht geöffnet hätte ) Leistungen können erst ab dem Tag der persönlichen Arbeitslos - Meldung erfolgen. Rückwirkend wäre keine Leistungsgewährung möglich.

Nun bleibt es allerdings noch etwas undurchsichtig, warum der Gatte dann eine Sperrzeit von 12 Wochen bekam. Es wären 2 mögliche Ursachen zu vermuten:

  • Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses wurde durch den Arbeitnehmer begründet. ( Zum Beispiel, weil er selber kündigte )
  • oder er kam mehrfach in Folge schriflich terminierten Meldeaufforderungen ( persönliche Vorsprache ) nicht nach.

ist das zumutbar gewesen?

Das kann ich als Laie rechtlich nicht eindeutig bejahen oder verneinen. Es gibt u.a. auch interne Prüfungsroutinen hinsichtlich Härtefallregelungen oder Angemessenheit der Sanktionen. Das könnte höchstens ein Anwalt rechtssicher beurteilen. Dieser müßte dann aber genauestens über den Hergang des Ereignisses informiert werden.

mfg

Parhalia

Hallo und danke für die rasche Antwort! Ich weiß nicht ob mein Mann mir noch etwas verheimlicht.Mir schildert er die Situation folgendermassen: Er war bei Karstadt angestellt im Kassenteam als Aushilfskraft. Zum 01.Juni hat er in den Verkauf einer Abteilung gewechselt. Diese Stelle wurde besser bezahlt da er als Verkäufer den Tariflohn bezahlt bekommen hat. Allerdings war diese Stelle erst einmal befristet auf 3 Monate. D.h. bis 31.08. man hat ihm aber zu verstehen gegeben das es sich wohl verlängern würde....darüber hat er natürlich keinen Beleg. Fakt ist das er in der Abteilung nicht bleiben konnte, aber vom 01. bis 17. September noch als Verkäufer in der Sonderpostenhalle für Karstadt gearbeitet hat. So, dann ist er am 19. September zum Arbeitsamt um sich arbeitslos zu melden und dort wurde gleisch gesagt das er eine 3 monatige Sperre erhält.... Auf meine Nachfrage ob er denn nicht gesagt hat das er zuhause Frau und drei Kinder hat sagte er nur das er es so gesagt bekommen hat.

Dann kam jetzt ein Schrieb der Krankenkasse, sie fordert die Beiträge von September bis 31.Dezember.

Ist es denn so, wenn man eine Sperre des Arbeitslosengeldes bekommt, das die Krankenkassenbeiträge auch nicht bezahlt werden durch das Arbeitsamt?

Ich falle hier immer eine Wolke tiefer...bin sehr traurig, empört, fassungslos....

Über eine Antwort wäre ich sehr dankbar!!!

MfG Ursi1208

@Ursi1208

Allerdings war diese Stelle erst einmal befristet auf 3 Monate

Das kann ungerechterweise eine Sperrfrist nach sich ziehen, wenn die nicht tariflich entlohnte Anstellung vorher unbefristet in Vollzeit war. Das Wort " ungerecht " definiert hier aber nur die nutzbaren Möglichkeiten der Gesetzgebung.

Die Arbeitsagentur darf auch den Wechsel von einer schlecht bezahlten Stelle in unbefristeter Anstellung zu einer befristeten Stellung ( trotz besserer Entlohnung ) prinzipiell durchaus sanktionieren. ( Auch daher im Zweifel mein Rat zum Anwalt )

Als Fakt würde dabei zunächst einmal der jeweilig zugrundeliegende Arbeitsvertrag gesehen werden. Der Stolperstein wäre halt die Befristung des 2. Arbeitsvertrages, den der Gatte verständlicherweise ob tariflicher Entlohnung nun mal ( scheinbar ) freiwillig zu ungunsten einer unbefristeteten Billiglöhnerei annahm.

So, dann ist er am 19. September zum Arbeitsamt um sich arbeitslos zu melden und dort wurde gleisch gesagt das er eine 3 monatige Sperre erhält

Kann nach Auslegung der Gesetze zumindest nachvollziehbar klingen. Zwar zu Euren Ungunsten, aber der Gatte könnte einen unbefristeten Job als Billigheimer gegen eine tarifliche entlohnte Stelle mit Befristung getauscht haben. So ungerecht können Gesetze leider wirklich auf dem Papier sein. :-((

Mich hat Leiharbeit an den sozialen Grenzbereich körperlich wie auch finanziell gebracht.

Ist es denn so, wenn man eine Sperre des Arbeitslosengeldes bekommt, das die Krankenkassenbeiträge auch nicht bezahlt werden durch das Arbeitsamt?

Leider ist dem so, wenn keine Beiträge mehr entsprechend der Versicherungspflicht gezahlt werden. Zumindest die Krankenversicherung ist als grundlegende Pflichtversicherung anzusehen. Die Mindestbeiträge hierfür müssen iwie bezahlt werden. Da könntet ihr aber in direkter Vorsprache bei der KV eine geringe Chancce auf Kulanz / Erlass haben.

Ich falle hier immer eine Wolke tiefer...bin sehr traurig, empört, fassungslos.... Ich glaube noch nicht einmal, dass Dein Gatte diese Folgegeschichte(n) arglistig oder beabsichtigt herbeiführen wollte. Nun liegt da kind zwar teilweise im Brunnen, aber Euer Haussegen muss nicht gleich schiefhängen, wenn er evtl. Gewissensbisse hatte, Dich ( Euch ) gleich über die Situation zu informieren.

Da Du Deine Familie aber liebst, sucht ihr gemeinsam einen Weg für künftige Hiobsbotschaften. Wie zuvor bereits erwähnt, könnte nur ein Anwalt die vergangene Situation zumindest näher erläutern

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