Wenn man ein Kind adoptieren möchte, wie geht man vor?

3 Antworten

Also erstmal:

Wenn man jetzt gut verdient, ein Haus hat und die Zeit ... was muss man dann machen um ein Kind zu adoptieren?

Dann wäre erstmal die Frage nach dem Grund, warum man adoptieren will. Eine Adoption ist ein langwieriger, steiniger Weg. Eine Wartezeit von 5-6 Jahren sind keine Seltenheit. In der Regel adoptiert man nur, wenn man kein leibliches Kind bekommen kann. Die Paare, die adoptieren wollen haben in der Regel bereits einige negative Erlebnisse hinter sich, wie z. B. künstliche Befruchtungen ohne Erfolg, Verlust des Kindes in der Schwangerschaft, etc.

Wenn man dann hier bei GF manche Fragen liest: "ich hab Angst vor den Schmerzen bei der Geburt, darum will ich adoptieren" ... das sind völlig weltfremde Menschen (oft noch halbe Teenager).

Klar ins Waisenhaus gehen ... oder wo man das macht ...

Das ist weit weg von der Realität. So was kommt vielleicht in Filmen vor, die vor 100 Jahren spielen.

Man geht nicht einfach los und sucht sich ein Kind in einem Waisenhaus aus. Mal davon abgesehen, daß es in Deutschland keine Waisenhäuser mehr gibt. Auch bei Ländern, die noch Waisenhäuser haben kann man nicht einfach hingehen und sich eins aussuchen.

Die erste Anlaufstelle für eine Adoption ist in der Regel das Jugendamt aus deinem Landkreis. Selbst wenn man aus dem Ausland adoptieren will, sollte man mit denen mal reden. Die können einem schon viel über die Voraussetzungen sagen und eventuell Adressen von Adoptionsvermittlungsstellen für eine Auslandsadoption.

Gibt es Voraussetzungen?

Natürlich gibt es Voraussetzungen. Es wird genau geguckt, wem man ein Kind vermittelt. Die finanziellen Mittel müssen stimmen (es bringt ja nichts, wenn die Adoptiveltern durch das Kind zum Sozialfall werden würden). Und auch die geistige und körperliche Gesundheit muß stimmen. Man muß körperlich und geistig in der Lage sein, ein Kind zu erziehen. Ebenso muß das Alter passen. Jemand der gerade mal 18 ist, kann kein Kind adoptieren. Gleiches gilt wenn jemand beispielsweise 60 wäre.

Man wird komplett untersucht und muß alles offen legen. Man muß einen Lebenslauf schreiben und auch erzählen, wie man selbst erzogen wurde, und wie man sich die Erziehung des späteren Kindes vorstellt.

Dies gilt übrigens fürs Inland und fürs Ausland. Bei Auslandsadoptionen kommen aber noch einige weitere Voraussetzungen dazu, je nachdem aus welchem Land das Kind kommt. Will man beispielsweise ein Kind aus Kenia adoptieren, dann muß man, nachdem man das Kind bekommen hat noch 9 MONATE im Land wohnen bleiben. Mal davon abgesehen, daß Kenia zur Zeit keine Adoptionen außer Landes erlaubt. 2015 wurde ein Stop veranlaßt, selbst für bereits laufende Adoptionen. Es gab Paare, die bereits einen Kindervorschlag bekamen, es aber dann nicht adoptieren durften.

Oder Rußland. Da muß man unterschreiben, daß man vorgewarnt wurde über eine mögliche FAS Schädigung (fötales Alkoholsyndrom - das bewirkt körperlichen und geistigen Behinderung - das kann passieren, wenn die Mutter während der Schwangerschaft Alkohol getrunken hat) - in Rußland ist das Risiko dafür sehr hoch.

Außerdem ist Rußland sehr streng wenn es um das polizeiliche Führungszeugnis geht. Ein Paar hatte sich beworben und alles war ok. Dann machte der Mann eine Dummheit - er nahm an einem illegalen Straßenrennen teil und wurde erwischt. Er bekam eine Strafe, die auch im Führungszeugnis eingetragen wurde. Nach einiger Zeit verlangten die russischen Behörden ein Update des polizeilichen Führungszeugnis. Als sie den Eintrag sahen, haben sie die Adoption sofort abgebrochen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Na das nenne ich mal eine super Antwort! Damit kann ich zufrieden sein =)

danke vielmals

Das ist von Stadt zu Stadt bzw Landkreis zu Landkreis unterschiedlich. In manchen Städten hast du keine Chance, wenn du nicht eindeutig nachweisen kannst, dass du bzw ihr als Paar keine eigenen Kinder bekommen könnt. Euer Alter spielt sich eine Rolle. „Zu alte“ Eltern haben auch kaum einen Chance. Ich würde auch beim Jugendamt nachfragen und dich beraten lassen.

Sicher ist: Einfach ist es nicht! Und langwierig dazu. Man wird von oben bis unten durchleuchtet und man muss so ziemlich alles offenbaren. Was natürlich ärgerlich ist, wenn man auf der anderen Seite sieht, wer alles Kinder bekommen darf 😏

Na das nenne ich mal eine Antwort. Ich bin vorgewarnt und das alleine wollten ich wissen „der Prozess“ ich danke dir vielmals natürlich sollte ich dazu kommen werde ich die weißeste Weste von allen anziehen ;)

danke vielmals

Wieso gehst du nicht einfach zum Jugendamt und lässt dich ausführlich und tiefgehend über sämtliche Rahmenbedingungen informieren? Verstehe ich nicht ganz.

Ich will nur in das Thema mal rein schnuppern um etwas Sicherheit zu haben, da ich überlege es später mal zu machen ... aber wenn ich hier auf der falschen Seite bin ...

jugendamt ... werde ich in Zukunft mal ansteuern =)

danke vielmals

Was möchtest Du wissen?