Wenn es im Mietvertrag keine Quadratmeterzahl gibt, gilt dann Nebenkostenangabe?

5 Antworten

Bezüglich der Betriebskostenabrechnung kannst du wegen der tatsächlich geringeren Wohnfläche als in der Abrechnung stehend innerhalb 12 Monaten nach Zugang Einspruch einlegen. Alle vorherigen Abrechnungszeträume sind verfristet. Was nun die mietvertragliche Wohnfläche betrifft, so ist dir diesbezüglich keine konkret beziffert und damit nicht zugesichert als Eigenschaft der Wohnung. Du kannst deshalb keinen Anspruch auf Mietminderung daraus ableiten. Prüfe aber, ob seinerzeit bei Abschluss des MV ein Makler im Spiel war oder eine Annonce, auf grund welcher du den MV abgeschlossen hast. Taucht dort eine Wohnfläche für die Wohnung auf, könntest du dich darauf berufen und die zuviel gezahlte Miete zurückverlangen und für die Zukunft mindern. Allerdings greift die dreijährige Verjährungsfrist.

Die Wohnfläche muss in der Nebenkostenabrechnung mit der tatsächlichen Wohnfläche übereinstimmen. Die Schrägen müssen abgezogen werden.

Allerdings ein Hinweis. Sofern die Gesamtwohnfläche dann auch gemindert werden muss, wird sich an der Abrechnung nicht viel ändern, weil ja letztlich von einer geringeren Gesamtwohnfläche die Umlage erfolgt.

Der Vermieter muss rückwirkend - im Rahmen der Verjährungsfristen - notfalls alle Abrechnungen neu gestalten. § 556 Abs 3 Satz 3 BGB findet hier keine Anwendung, denn es handelt sich nicht um vorzulegende Abrechnungen sondern um falsche Abrechnungen, die der VM korrigieren muss. ( ZU diesem grundsätzlichen Hinweis aber nochmals den Hinweis, dass sich nur dann eine erfolgreiche Abrechnung für Dich ergibt, wenn Deine Fläche falsch berechnet wurde, die Gesamtfläche nicht reduziert werden muss.

Die Messung und die 10 %ige Abweichung hat nur etwas mit einer etwaigen Mietminderung zu tun, mit der Nebenkostenabrechnung zunächst mal direkt nichts...

Für die Nebenkostenabrechnung darf nur die EXAKTE Wohnfläche zugrunde gelegt werden. Durch Prüfung der Originalbelege wäre also zu prüfen, woher der Vermieter diese Angabe hat. Eine vom Amt genehmigte Bauzeichnung eine Wohnflächenberechnung o.ä. sollte es schon sein...

Eine Mietminderung kannst Du maximal rückwirkend bis Januar 2008 geltend machen...

Für die Nebenkostenabrechnungen gibt es eine Widerspruchsfrist maximal 12 Monate nach Zugang...

Bei Dachgeschosswohnungen/Wohnraum werden alle Flächen, die unter 2mHöhe sind nur 50% gerechnet. Wenn jedoch im Mietvertrag keine Flächenangaben sind ist alles, was auf diese Wohn- und Nebenfläche bezogen ist nicht relevant. Lies noch einmal sehr sorgfältig den Mietvertrag durch, Renovierungen und evtl Schäden vor der Übergabe. Bei der Übergabe ein Protokoll machen, wann die Wohnung mit wievielen Schlüsseln übergeben wurde. Wird alles akzeptiert, kann der Vermieter im Nachhinein keine Ansprüche stellen und muss sofort eine eventuelle Kaution mit Zinsen zurückzahlen.

"Bei Dachgeschosswohnungen/Wohnraum werden alle Flächen, die unter 2mHöhe sind nur 50% gerechnet"

Das stimmt nur halb, die Flächen unter 1m Höhe werden mit 0% gerechnet...

@XtraDry

Das ist regional richtig

@JoScho

"Das ist regional richtig"

Nicht regional sondern nach Wohnflächenverordnung (WoFlVO) und die gilt bundesweit.

@JoScho

Tatsächlich??? Um welche Regionen handelt es sich da (nicht)...???

@JoScho

Dies gilt bundesweit und nicht regional.

@XtraDry

Und nicht zu vergessen, dass Fenster in den Schrägen voll anzurechnen sind.

@JoScho

Es ist einheitl. geregelt. MfG

Erst mal vielen Dank für die promten Antworten. Es geht, wie gesagt um § 536, BGB Abs, 1 Satz 1 In meinem Fall, gibt es keine:"... im Mietvertrag angegebene Fläche". Was bei mir im MV steht unter Punkt 5:" Die Nebenkosten werden auf die Mieter des Hauses nach dem Verhältnis der Wohnflächen umgelegt" Meine Wohnfläche demnach also 47 qm,oder? 47 - 35,288= 11,712 qm, die zur Debatte stehen...

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