Wenn die Arbeitstelle des Aktuellen AG befristet ist, muss der AG den AN dann zum Probearbeiten in einer anderen Firma Freistellen?

2 Antworten

Es mag vielleicht keinen konkreten Rechtsanspruch auf eine unbezahlte Freistellung (für z.B. einen Tag) zugunsten einer Probearbeit im Zuge einer laufenden Bewerbung geben, aber wenn ein einigermaßen gutes Verhältnis zwischen Dir und dem Arbeitgeber herrscht, kannst Du dieses Thema dort ruhig anbringen.

Meiner Meinung nach würde dem Arbeitgeber "kein Zacken aus der Krone fallen", wenn er dies möglich machen würde.

Anm.: Ich würde eine Probearbeit bei einem potentiellen neuen Arbeitgeber ohnehin nur für maximal einen (!) Tag vereinbaren (==> siehe auch den nachfolgenden Internet-Link)

https://www.impulse.de/management/recruiting/probearbeiten/2097218.html

Ich weis das der AG verpflichtet ist mich für ein Vorstellungsgespräch Frei zu stellen, gibt es eine ähnliche Regelung auch zum Probearbeiten?

Nein!

Wie Du selbst schon richtig geschrieben hast, muss der Arbeitgeber in Zusammenhang mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses dem Arbeitnehmer (nach rechtzeitiger Beantragung) "angemessene" Freizeit für Aktivitäten in Zusammenhang mit der Stellensuche gewähren nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 629 "Freizeit zur Stellungssuche" ; was allerdings "angemessen" ist, hat der Gesetzgeber aber nicht definiert.

Doch kann dazu sogar die Teilnahme an einem (eventuell auch länger dauernden) Assessment - also einem Bewerberauswahlverfahren - gehören; es kommt immer auf den konkreten Einzelfall an.

Für ausgeschlossen halte ich allerdings die Verpflichtung des Arbeitgebers zur Freizeitgewährung für eine Probearbeit:

> Wenn es sich um tatsächliche Probe-"Arbeit" handelt, bei der der Stellenbewerber "reguläre" Arbeitsleistungen erbringt - also nicht nur in einem "Einfühlungsverhältnis" in den Betrieb "hineinschnuppert", um ihn und die Arbeitsabläufe dort kennenzulernen, dann ist diese Probearbeit auch betriebsüblich zu bezahlen (also nicht unentgeltlich, selbst wenn dies so vereinbart wurde).

> Für die "Erprobung" eines Arbeitnehmers gibt es die Probezeit im neuen Arbeitsverhältnis; damit besteht also für eine Probearbeit vor Beginn des neuen Arbeitsverhältnisses überhaupt kein konkreter und objektiv notwendiger Anlass.

Der Anspruch auf Gewährung von Freizeit nach BGB § 629 ist zunächst einmal ein unentgeltlicher Anspruch. Der Arbeitgeber muss die gewährte Freizeit allerdings dann bezahlen, wenn die Bestimmung des BGB § 616 "Vorübergehende Verhinderung" auf den Arbeitnehmer anzuwenden ist, die Anwendung dieser Bestimmung also nicht vertraglich ausdrücklich ausgeschlossen bzw. abgeändert wurde (was leider erlaubt ist).

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