Wenn das Finanzamt eine Gewerbeuntersagung ausspricht.

8 Antworten

Hallo,

warum nimmst du nicht deine gesamten wichtigen Unterlagen und bittest um ein Gespräch beim FA ? Am besten wäre natürlich die Hilfe eines Fachanwaltes für Steuerrecht, aber wenn ihr kaum verfügbares Geld habt, dann wird es schwierig.

Du kannst auch vereinbaren, daß du schon anfängst zu zahlen (Steuerschuld), auch wenn es nicht viel ist.

Ich würde auf jeden Fall versuchen, die Sache mit einem "guten" Gespräch zu klären. Wenn du beweisen kannst, daß das Untenehmen wieder läuft, und daß du noch kaum Rücklagen bilden konntest, vielleicht lenkt das FA ein.

Eine ander Möglichkeit : die Schuldnerberatung.

Alles Gute, Emmy

  1. Das Finanzamt kann keine Gewerbeuntersagung aussprechen.

  2. Das Finanzamt kann nur beim Gewerbeamt ein Gewerbeuntersagungsverfahren (§ 35 GewO) beantragen. entscheiden tut aber das Gewerbeamt. Und das entscheidet aufgrund einer Prognose über deine gewerbliche Zuverlässigkeit. Hast du in de Vergangenheit keine Steuern bezahlt, ist in der Regel davon auszugehen, dass auch künftig keine Steuern zahlst. Dann wird dir die Gewerbeausübung untersagt. Kannst du aber belegen, dass du deine laufenden Steuern zahlst und deine Rückstände schon teilweise abgebaut hast, zieht das Prognoseverfahren kaum noch.

    Tipp: Zahle deine laufenden Steuern (wenn du das nicht kannst, dann verdienst du die Untersagung !) und überweise jeden Monat einen festen Betrag auf die Rückstände (nicht auf die Säumniszuschläge denn für die kann man am Ende einen Teilerlass beantragen !)

3 . Ein Antrag auf Insolvenz steht dem Finanzamt aber frei. Ist aber unüblich. Der übliche Weg geht über das Gewerbeamt.

Wenn eine Gewerbeuntersagung vorliegt, muss sich auch der Insolvenzverwalter daran halten, denn er führt ja im Falle der Betriebsfortführung "den Betrieb des Schuldners" weiter. Wenn dieser aber bei Eröffnung nicht mehr über die erforderliche Erlaubnis verfügt, kann der Insolvenzverwalter nicht fortführen.

Im Zweifel lieber vor der Gewerbeuntersagung Insolvenz anmelden.

Die wenigsten Gewerbebetriebe benötigen eine Erlaubnis !

@Geochelone

Danke für den Hinweis. das war in der Tat flüchtig von mir formuliert. Es ist natürlich in aller Regel keine "Erlaubnis" notwendig, sondern das Gewerbe muss eben angemeldet sein.

Wenn das Gewerbe untersagt ist, man aber trotzdem weiter arbeitet ist das rechtlich gesehen Schwarzarbeit und mit Ordnungsgeld bedroht. Schwarzarbeit ist (unter anderem) wie folgt definiert:

„Ausübung von Dienst- oder Werkleistungen ohne Gewerbeanmeldung bzw. Eintragung in die Handwerksrolle, obwohl ein Gewerbe/Handwerk ausgeübt wird."

WEnn es jetzt gut läuft, dann vereinbart doch eine Ratenzahlung mit dem Finanzamt. Dort sitzen Menschen mit denen man reden kann und als Gewerbetreibener mit Probleme auch sollte.

Seht zu, dass ihr euch mit denen in Verbindung setzt und eine Plan für eure Schulden ausarbeitet.

Ruf beim Finanzamt an und frage konkret nach. Die reißen keinen Kopf ab (vielleicht sind sie nicht besonders freundlich ;-) und müssen Dir Auskunft erteilen.

Das ist leider einer der vielen unangenehmen Aufgaben, die eine Insolvenz mit sich bringt.

Das Ganze ist schwer, man kann es aber alles schaffen :-)

Was möchtest Du wissen?