Weniger Hartz IV wegen Wechsel zu anderem Strom-/Gasanbieter?

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Jein.
Strom interessiert die ARGE nicht, solange er nicht dem Heizen dient, d.h. hier hat der Wechsel des Anbieters keinerlei Leistungsrelevanz.
Geringere Gaszahlungen senken hingegen die von der ARGE zu übernehmenden Heizkosten und führen damit natürlich zu einer Senkung des Leistungsanspruchs (und zwar auf Seiten der KdU).

Ist sowas nicht rechtswidrig und ein Fall für das Sozialgericht?

@futureworld

Was sollte daran rechtswidrig sein, dass die ARGE die tatsächlichen Heizkosten übernimmt?
Das ist eine absolut sachgerechte und angemessene Vorgehensweise, auch wenn die nicht unbedingt dem Bemühen um Energieeffizienz Rechnung trägt.

@VirtualSelf

Danke für Deine vielen Kommentare. Danke auch allen anderen. Ich werd das Ganze mal mit meinem Kumpel besprechen....

Das Amt zahlt Miete, Nebenkosten und einen bestimmten Satz für dich für die Lebenshaltung (oder wie sich das nennt). Fallen die Nebenkosten geringer aus, dann muß das Amt halt entsprechend weniger zahlen.
.
Ist der Strom etwas, was nicht in den Nebenkosten enthalten ist, was vom Amt nicht bezahlt wird, was du selbst von den dir gewährten Lebenshaltungskosten zahlst, dann ist das Kürzen unzulässig.

Und ich dachte, es wäre für einen Hartz4 Empfänger von Vorteil, wenn er zu nem günstigem Strom/Gasanbieter wechselt. So war das ja bei meinem Bekannten. Nun ist er empört, daß ihm noch weniger bewilligt wird.

Das wäre denkbar wenn er mit Strom heizt.

das kann durchaus ein. jedenfalls beim gas. denn die kosten der heizung werden in tatsächlicher höhe erstattet und wenn du bei einem anderen anbieter zb. 10 euro weniger zahlst, kann dir die arge das von den kosten der unterkunft und heizung abziehen. anders ist es beim strom. der muss aus dem regelsatz gezahlt werden und da ist es deine sache wie viel du zahlst. auch wenn du freiwillig auf strom verzichten möchtest, kann die arge dir da nichts abziehen. andererseits zahlt die arge aber auch nichts nach wenn du mehr verbrauchst als im regelsatz veranschlagt wird. (ausser wenn mit strom geheizt wird)

Da soll einer mal durchblicken. Ich frage mich nur, warum die ARGE nicht den vollen Regelsatz (für Miete +Gas) überweist, denn ein Hartz4 Empfänger kann bzw.darf den monatl.Abschlag an den Energieanbietr doch selbst überweisen oder etwa nicht?

@futureworld

Die ARGE übernimmt doch in der Regel die vollen Heiz- und Betriebskosten im Rahmen der KdU.
Und natürlich darf der Empfänger die Beträge i.d.R. selbst überweisen.

Ist zwar schon einiges her das diese Frage gestellt wurde, aber wenn ich dazu mal noch anmerken darf: Es gibt Nachtspeicherheizungen (Heizen mit Strom) Gasheizungen (natürlich heizen mit Gas) und vieles andere, aber das mal als Hauptpunkt. Bei Gas ist es ganz einfach so, dass meist unter EINER Kundennummer Strom und Gas abgerechnet werden, ein GEMEINSAMER Abschlag von sagen wir mal ca 120€ im Monat angesetzt ist, wovon teilweise relativ willkürlich Strom und Gasabschlagshöhe festgelegt werden. Es kann durchaus sein dass (wie es im Durchschnitt sein sollte) für Strom etwa 40€ und für Gas dann etwa 80€ abgerechnet werden. Liegt diese Aufteilung aber beim neuen Anbieter anders, also beispielsweise für Strom werden 80€ angefordert, für Gas nur 40€ zahlt somit die Arge prompt 40€ weniger. Man kann dann beim entsprechenden Stromanbieter anrufen, mitteilen, wie genau der Abschlag aufgeteilt werden soll (übertreiben bringt nichts, das wird dann geprüft bevor es umgesetzt wird) und bekommt dann einen neuen Abschlagsplan. Bei deinem Kumpel kann es sich also einfach um falsche Abschlagsaufteilung handeln, da sich das Amt dann aber auch die entsprechenden unterlagen über die Abschlagsaufteilung zukommen lässt (und dazu sind die voll und ganz berechtigt als Leistungsträger) bekommt er von denen dann auch weniger. Bei Nachtspeicherheizungen, also heizen mit Strom, verhält es sich dann genauso, da wird allerdings der Abschlag in HT und NT aufgeführt, HT ist der Haushaltsstrom, NT der Heizstrom, und NUR den NT Abschlag übernimmt das Amt!!!!

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