Wem gehört das beschadigte Karosseriebestandteil das von der Versicherung bezahlt wurde?

5 Antworten

Beide Antworten sind richtig. Der Versicherungsnehmer veranlasst die Reparatur und vereinbart (impliziert oder expliziert) den Verbleib der ausgetauschten Teile. Er gibt also der Werkstatt den Auftrag die Teile zu entsorgen (kostenpflichtig oder kostenfrei) oder ihm auszuhändigen.

Und die Versicherung hat durch die Bezahlung der Reparatur wiederum ein Herausgaberecht der ausgetauschten Teile und vereinbart (wieder impliziert oder expliziert) die Herausgabe an sie.

Wenn nichts vereinbart wurden (Versicherung->Versicherungsnehmer bzw. Auftraggeber->Werkstatt) wird nach der allgemeinen Praxis davon ausgegangen (glaube ich, weiss aber ch nicht) dass die Werkstatt die Teile bis zur Bezahlung der Rechnung und Abholung des Autos vorhält und wenn keine Herausgabe verlangt wird die Teile entsorgt. Schon aus Gründen der Kontrolle der Reparatur müsste eine Werkstatt die Teile vorhalten. Und ein Versicherungsnehmer wird auch stillschweigend davon ausgehen, dass die Versicherung kein Interesse an den Teilen hat es sei denn es wird explizit während der Schadensregulierung verlangt.

Wenn die Reparatur teurer wurde als gedacht/vereinbart und evtl. auch nicht geplante Teile ersetzt wurden müssen die Teile noch länger durch die Werkstatt vorgehalten werden. Das ändert aber nichts daran. Am Ende der Kette hätte die Versicherung das Recht die Dinge zu bekommen. Und wenn die kein Interesse hat kann auch der Versicherungssnehmer sich die Teile an die Garagenwand nageln.

der Versicherung

Die Austauschteile sind nach dem Bezahlen Eigentum der Versicherung.

Allerdings möchte kaum eine Versicherung sich die Belastung mit der Entsorgung ans Bein binden. In den meisten Fällen wird vermutlich dann die Werkstatt angewiesen die Teile zu entsorgen (könnte ich mir zumindest vorstellen).

Ich sehe die Sache etwas anders:

Auftraggeber gegenüber der Werkstatt ist der Halter des Fahrzeugs. Somit ist er auch für die Bezahlung der Rechnung verantwortlich. Er hat mit der Werkstatt beim Auftrag zu vereinbaren, was mit den ausgebauten Teilen zu geschehen ist. In der Regel geht die Werkstatt davon aus, wenn nichts vereinbart wurde, das sie die Teile behalten kann bzw entsorgen soll.

Vertragspartner der VR (Versicherung) ist der VN (Versicherungsnehmer). Meistens ist das der Halter. Der VN meldet einen Kaskoschaden an und der VR ersetzt diesen entsprechend den Bedingungen, was versichert ist. Der VR hat das Recht, bei Einbau von Neuteilen einen Abzug "Neu für Alt" in monetärer Form vorzunehmen. Er hat auch das Recht, die Umsatzsteuer einzubehalten, wenn der VN die Reparatur nicht mit Rechnung nachweisen kann.

Bei einem Totalschaden gelten diese Regeln auch, aber abgewandelt. (wird hier nicht nachgefragt)

Also verbleiben / gehören die Altteile der Werkstatt - es sei denn, die Herausgabe wurde bei der Auftragserteilung verlangt. Der VR verzichtet in der Regel auf die Inbesitznahme der von ihm bezahlten Teile. Hat der VR dennoch die Herausgabe der Teile verlangt, dann ist das der Werkstatt bei der Auftragserteilung mitzuteilen. Ist dies nicht geschehen, hat man ein Problem.

Meinem Verständnis nach gehört das bezahlte Material dem, der es bezahlt hat -> der Versicherung.

Ein PKW, der als Vollkaskoschaden abgeschrieben und bezahlt wird (damit wird die Versicherung Eigentümer des PKW!), kann daher nur von der Versicherung weiterverkauft werden! Ich kann mir aber auch vorstellen, dass die Versicherung an der zusätzlichen Arbeit nicht interessiert ist und der Werkstatt ein Angebot macht.

Wenn du ein Teil austauschen lässt, gehört das Teil dir.

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