Welchen Vorteil hat der Arbeitgeber vom Betriebsrat?

5 Antworten

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  1. Erzahlt weniger Steuern, weil der Betriebsrat Geld kostet.

  2. Er ärgert sich weniger über die Ehefrau, weil er das Quantum an Ärger, was man täglich serviert bekommt, schon im Betrieb bekommen hat.

Super

Die Wirklichkeit aber Leider auch kein Vorteil

Wird der Betriebsrat korrekt eingebunden, insbesondere ich mittel- und langfristige Entscheidungen kann eine bedingt höhere Investitionssicherheit erreicht werden.

Dazu ist aber ein Betriebsrat nötig, wie ihn sich die meisten Arbeitgeber gar nicht wünschen. Nämlich kompetente Interessensvertreter, die gem. BetrVG das Wohl des Unternehmens im Auge haben.

Sicher können auch viele Betriebsinterna besser mit einem BR verhandelt werden, als wenn sich Mitarbeiter je nach eigener Kraft und Durchsetzungsvermögen mit ihren Anliegen "einzeln" melden.

Das Klima in einem Betrieb wird stark durch den Umgang mit dem Betriebsrat gesteuert. Wird erkannt, dass es hier um Gespräche auf Augenhöhe geht, dann ist die Identifikation mit Entscheidungen positiver.

Auch Entlassungen und Einstellungen können zu einer Transparenz innerhalb des Betriebes genutzt werden. Dieses gilt auch für Versetzungen und Beförderungen. Wer da die internen Abläufe durch Betriebsratsarbeit unterschätzt wird viel Geld verdienen.

Mir sind Unternehmen bekannt, die es durch Familienstrukturen schaffen so kleinteilig am Wirtschaftsleben erfolgreich teil zu nehmen und jeglichen Betriebsrat zu verhindern.

Der Nachteil von immer wieder neuen Gründungskosten und eine überbordende Verwaltung dieser einzelnen Unternehmen wird gar nicht erkannt. Zwar ist auch hier eine einheitliche Aufstellung von vielen kleinen Unternehmen möglich, doch ist hier für mich absolut fraglich, ob dieser Ausschluss von Mitbestimmungsmöglichkeiten im Ergebnis nicht teurer ist, als das was man verhindern will.

Was gern gesehen wird, dass ist der ungeschulte BR der, den Betriebsausflug organisiert. Allerdings wird eines unterschätzt: Der Streß. Nämlich die Angst vor dem unbekannten Wesen Betriebsrat.

Ich selber habe als Betriebsrat eine Umorganisation mal verboten. Azubi als stv. BR-Vors. sagt Geschäftsführer: Stornieren Sie die Bestellung. Diese Bestellung ist Grundlage einer Umorganisation und die ist mitbestimmungspflichtig.

Vorher waren die Betriebsräte in dem Laden immer nur Grußaugust und Feierorganisatoren. Trotzdem wurden BR-Mitglieder immer misstrauisch beäugt. Als wenigstens klar war, wo der Hammer hängt gab es sehr viel mehr Planungssicherheit.

Es geht auch nicht immer um Verhinderung. Es geht um eine gute Gesamtentwicklung. Auch Chefs haben eine selektive Wahrnehmung. Die Zusammenführung von Sichtweisen auf scheinbar einseitige Probleme führt zu Lösungen, die sogar für beide Seiten besser sind und auch oft weiter reichen.

Der Betriebsrat ist eine (ab einer bestimmten Betriebsgröße) im Betriebsverfassungsgesetz verankerte Institution, der sich ein Arbeitgeber eigentlich nicht verwehren kann. Viele Arbeitgeber (AG) sehen im Betriebsrat (BR) einen feindlichen Part. Geht man als AG auf Konfrontationskurs, kann einem der BR erhebliche Schwierigkeiten bereiten, z.B. kann er plötzlich notwendig werdende Überstunden ablehnen usw. Schon aus diesem Grunde sollte der AG ein gutes Verhältnis zum BR pflegen.

Der eigentliche Vorteile eines Betriebsrats (mit dem man ein konstruktives Verhältnis hat) ist jedoch, dass die BR-Mitglieder in der Regel erfahrene, langjährige Mitarbeiter sind, die den Betrieb und dessen Arbeitsabläufe sehr gut kennen. Die Vertreter des Arbeitgebers (Manager-Ebene) sind meistens nicht so dicht am täglichen Geschehen wie die Arbeitnehmer und die Vertreter des Betriebsrats.

Davon abgesehen, dass ein BR auch die Arbeitnehmerseite zu vertreten hat, wird ein guter BR auch einmal Mitarbeiter in die Schranken weisen, die "unsinnige" Anliegen vorbringen, die z.B. den Produktionsablauf oder die Effektivität des Betriebes nachteilig beeinflussen würden.

Fazit: Wird die Institution "Betriebsrat" positiv gesehen und (von beiden Seiten) konstruktiv gelebt, hat dies nicht nur für den AG, sondern für alle Beteiligten (!) Vorteile...

Das hat in erster Linie Vorteile für die Belegschaft, nicht für den Arbeitgeber! Denn der Betriebsrat kann - mit Einschräkungen - Dinge durchsetzten, die ein einzelner Arbeitnehmer nicht durchsetzen kann. Z.B. Arbeitszeiten, soziale Leistungen, Umgang mit Software usw.

Die Vorteile für die Belegschaft sind mir bekannt, aber es kann ja nicht nur Nachteile für den Arbeitgeber haben

Was für Vorteile hat denn die Belegschaft davon, dass der Arbeitgeber Mitglied in einem Arbeitgeberverband ist, außer dass er damit zu einer der beiden Tarifparteien gehört? So verhält es sich auch umgekehrt. Außer das der Betriebsrat vermittelnd zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer tätig werden kann, dürfte kaum ein Unternehmer große Vorteile für sich sehen. So ist das Leben :-)

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