Welche Straftat ist das denn, bei diesem McDonalds-Trick?

5 Antworten

Da der Besteller hinter dir eine Quittung für seine Zahlung bekommt, kriegt er auch seine Bestellung.

Du würdest schlicht sog. Zechprellerei begehen, weil du Waren konsumierst, die du nicht bezahlst.

McDonalds hat dadurch einen zivilrechtlichen Schadensersatzanspruch gegen dich (§ 280 (1) BGB) und kann wg. Eingehungsbetrug n. § 263 Abs. 1 StGB Strafantrag stellen.

Und das dürfte mittels permanenter Videoüberwachung des Mc Drive kein größeres Problem werden.

HTH

G imager761

Zechprellerei, auch eine Möglichkeit... Echt komischer Fall. Danke

@mnyk06

Zechprellerei ist juristisch kein Tatbestand. McDonalds hat Ansprüche aus unerlaubter Handlung (§ 823 BGB) und ungerechtfertigter Bereicherung (§ 812 I S. 1 BGB), aber mangels Vertrag keinen aus § 280 BGB.

Diese Frage ist komplexer, als man erwarten könnte. Im Grunde sehe ich drei Möglichkeiten der Strafbarkeit, die nicht von vornherein ausscheiden: Diebstahl (§ 242 StGB), Unterschlagung (§ 246 StGB) oder Betrug (§ 263 StGB).

Zuerst zur Unterschlagung: Wegen einer solchen wird man nur bestraft, falls die Tat keiner nach anderen Vorschriften keiner schwereren Strafbarkeit unterliegt. Sowohl auf Diebstahl als auch auf Betrug steht eine Höchststrafe von fünf Jahren Haft, bei Unterschlagung sind es lediglich drei Jahre. Daraus folgt, dass im Wege der Subsidiarität die Unterschlagung zurücktritt, sobald eines der anderen beiden Delikte durch das Verhalten des Täters verwirklicht worden ist. Ich nehme vorweg, dass ich zu diesem Ergebnis gelange, daher m.E. eine Strafbarkeit wegen Unterschlagung ausscheidet.

Nun zum Diebstahl: Fraglich ist allein, ob es sich hierbei um eine Wegnahme handeln kann und inwiefern der Diebstahl zum Betrug abgegrenzt werden muss. In einschlägigen Kommentierungen habe ich als Beispiel der scheinbaren Beschlagnahme eines Kfz durch falsche Polizisten gefunden. Hier soll nicht nur bei Duldung der Beschlagnahme, sondern auch bei freiwilliger Herausgabe eine Wegnahme vorliegen. Kurz kam mir der Gedanke, dass man in unserem Fall evtl. ähnlich argumentieren könnte, jedoch beruht die Herausgabe auf dem Ausnutzen der herbeigeführten Fehlvorstellung des Verkäufers und nicht auf einem aktiven Fordern, bei der aus Sicht des durch die vermeintlichen Polizisten Angehaltenen auch eine Weigerung keine Gewahrsamssicherung bewirken könnte. Der Schwerpunkt ist beim McDonalds-Trick daher eindeutig bei der Täuschung zu sehen.

Folglich kommt nur eine Strafbarkeit wegen Betrugs in Frage. Diese ist auch gegeben: Der Täter beschädigt das Vermögen eines anderen (nämlich das der McDonalds-Filiale) dadurch, dass er gezielt eine zweite Bestellung abwartet, um sich so mit dem Anschein der Rechtmäßigkeit zu umgeben (Täuschen über die Tatsache, der rechtmäßige Empfänger des Essens zu sein), in der Absicht, sich dadurch einen Vermögensvorteil (das vom Hintermann bezahlte Menü) zu verschaffen. Das ist natürlich nur als kurzer Umriss unter Übergehung der Detailprobleme des Betrugs anzusehen. Falls etwas unklar sein sollte, antworte ich gerne.

Der vorletzte Satz des dritten Absatzes ist mir wohl etwas misslungen, dort bezieht sich das Ausnutzen der Fehlvorstellung auf unseren Fall, das aktive Fordern hingegen auf den Fall mit den falschen Polizisten.

@Stan82

sehr gute Antwort, danke..

Das klingt doch danach:

Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


Es handelt sich um einen ganz gewöhnlichen Betrug (§ 263 (1) StGB).

sehr schön, danke.

Es ist in jedem Fall eine Unterschlagung § 246 I StGB.

Wobei ich noch weiter gehen würde und es immer noch als Diebstahl klassifizieren würde, denn "weg nehmen" ist nicht mit "gewaltsam wegnehmen" gleichzusetzen. Jedes unrechtmäßige entziehen ist für mich Diebstahl.

Zur Abgrenzung: http://de.wikipedia.org/wiki/Unterschlagung

Naja, ich würde unter wegnimmt verstehen, dass man tatsächlich etwas nimmt.

Ist wohl interpretationssache, wie so oft. Da würde sicher jeder Richter anders entscheiden...

THx

Natürlich ist es Diebstahl, die das geklaute Essen dem gehört der hinter dir steht und bezahlt hat!

Wie gesagt, im deutschen Recht muss man genaustens subsumieren, wegnimmt stellt ein Tatbestandsmerkmal des 242 dar und ist nicht erfüllt, da ich nichts wegnehme, mir wird gegeben! Und wenn eins der kumulativen Tatbestandsmerkmale nicht erfüllt, so greift auch die Rechtsfolfe nicht.

@mnyk06

Es wird nicht freiwillig gegeben, da du eine arglistische Täuschung vorgenommenm ausgeführt hast!

@elke071980

Naja, ne richtige Begründung ist das ja nu nich...

@mnyk06

ääh, moment, natürlich wird es mir freiwillig gegeben. Er nimmt das Essen und gibt es mir.

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