Welche Strafe bekommt man wegen Alkohol am Steuer?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Solange diese Person bislang noch nicht mit Alkohol / Drogen im Strassenverkehr strafrechtlich anfiel und sonst auch keine Vorstrafen eingetragen hatte, gälte sie zunächst mal als "Ersttäter" und wäre im einfachsten Falle nach Paragraf 316 StGB zu Geld- / oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr belangbar. ( unterstellen wir mal grundlegend, dass noch eine gültige Fahrerlaubnis vorliegt )

Wenn die Trunkenheitsfahrt ( > 1,09 Promille ) dann noch mit einem Unfall mit nicht unerheblichem Sachschaden, oder gar Personenschaden endete, käme schon durchaus Paragraf 315 ( c ) StGB in Betracht , was mit bis zu 2 Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet werden kann.

Kommen dabei Menschen zu schwerem Schaden oder gar zu Tode in Verbindung mit einer nachweislich vorsätzlichen Trunkenheitsfahrt, könnte es sogar in Richtung schwerer Körperveretzung oder Körperverletzung mit Todesfolge kommen.

Soweit erst mal "nur" die akute Sachlage, wenn die Person auf frischer Tat während einer Trunkenheitsfahrt mit Unfall und nicht unerheblichen Sach - / oder Personenschaden von der Polizei aufgegriffen würde.

Rückliegende Tatbegehungen einschlägiger Art wären durch reine Zeugenaussagen nur schwer bis garnicht vor Gericht zu beweisen als "Trunkenheitfarten" , da dazu alleine schon gerichtsverwertbare Blutproben fehlen.

Eventuell könnte man aber noch etwaige Delikte des unerlaubten Entfernens vom Unfallort vor Gericht argumentieren, wenn diese wirklich geschahen, ein Täter nicht ermittelt werden konnte, aber die Zeugenaussagen genaue Details zu Tatzeitpunkten und ggf. Tatorten und beteiligten / geschädigten Fahrzeugen benennen können und die Taten aus Sicht der Strafverfolgung noch nicht verjährt sind.

Dann würde hoffentlich die Führerscheinstelle die Fahrerlaubnis einkassieren.

Strafrechtliche Verfolgung wäre auch denkbar und wünschenswert, jedoch eventuell schwierig aufgrund der Beweislage.

...wenn man nie erwischt wurde, bekommt man keine Strafe. Zeugen können vielleicht aussagen....aber solange ein Unfall weder angezeigt oder sonstwie gemeldet wurde und solange die Polizei nicht unmittelbar nach dem Unfall, bzw. nach dem dieser Verkehrsteilnehmer als Führer eines KFZ gestoppt wurde eine Blutprobe anordnet, wird nicht viel geschehen.

OK und wenn es nochmal passiert, er erwischt wird und die Zeugen aussagen, dass es davor schon oft vorkam, also das er Wiederholungstäter ist, was wäre dann?

@PhilippL957

....nach wie vor "unbewiesene Vorwürfe". Wenn er erwischt wird und hat nachgewiesen z.B 1,5 Promille wird er deswegen "drangekriegt"....aber nicht wegen vergangener Taten, für die keinerlei amtlich festgestellter Wert der Blutalkoholkonzentration vorliegt. Und das ist auch gut so! Nicht weil "besoffen fahren" eine gute Sache wäre....sondern weil so niemand unschuldig durch missgünstige Menschen womöglich den Führerschein, den Job und infolge dessen die Existenz verliert.

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