welche möglichkeiten habe ich nachrangigem nießbrauchrecht eine zwangsversteigerung zu verhindern

3 Antworten

Sie können sich mit dem Gläubiger außergerichtlich einigen, sodass er das Verfahren einstweilen einstellt. Sie können auch die vorrangige Grundschuld ablösen, da Sie als nachrangiger Inhaber eines Nießbrauchrechts ein Ablöserecht haben.

Desweiteren gibt es die Möglichkeit, andere Versteigerungsbedingungen zu vereinbaren, sodass der Nießbrauch bestehen bleiben würde. Allerdings würde der Gläubiger dem wohl nicht zustimmen.

Andere Möglichkeiten sehe ich spontan nicht. Da Sie der Grundschuld den Vorrang eingeräumt haben, haben Sie sich rechtlich damit einverstanden gezeigt, dass Ihr Nießbrauch im Falle einer Zwangsversteigerung erlöschen darf.

Bei der Zwangsvollstreckung in ein Grundstück, auf welchem ein Nießbrauchsrecht eingetragen ist, gilt:

Ist der eingetragene Nießbrauch rangbesser, als das Recht des betreibenden Gläubigers, bleibt es nach der Versteigerung bestehen (§§ 44, 52 ZVG), ist Nießbrauch rangschlechter, erlischt es mit dem Zuschlag; an seine Stelle tritt ein Anspruch auf Wertersatz aus dem Versteigerungserlöse in Form einer Rente (§§ 121, 92II ZVG).

Zur Berechnung des Kapitalwertes des Nießbrauchrechtes wird in der Regel der Jahreswert des Nießbrauches, der sich an der Jahresnettokaltmiete orientiert, multipliziert mit einem Altersfaktor. Hier kann z. B. der für das Erbschafts- und Schenkungssteuerrecht anzuwendende Altersfaktor herangezogen werden.

Durch Eintritt in die ZV würde diese (auch) aus einem höherrangigem Recht erfolgen, so dass das Nießbrauchsrecht erlischt und ein Anspruch auf Wertersatz zugunsten des Nießbrauchberechtigten entsteht.

Verhinderung ist schlecht möglich.

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Als Nachrangiger sind Sie natürlich in einer denkbar schlechten Rechtsposition. Dadurch, daß Sie der Grundschuld den Vorrang ließen, haben Sie ja bereits zugestimmt, daß die Bank zuerst an ihr Geld kommt.

Die einzigen realistischen Möglichkeiten sind, entweder das Darlehen abzulösen, für das die Grundschuld bestellt wurde, oder die Wohnung selbst zu ersteigern.

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