Welche Gewerkschaft? Und muss man sie wechseln?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Du trittst in die Gewerkschaft ein, in dessen entsprechendem Gegenstück dein Arbeitgeber Mitglied ist. Also in die IG Metall, wenn dein Arbeitgeber im Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie ist. Denn mit denen handelt deine Gewerkschaft ja die Tarifverträge aus. Es macht ja keinen Sinn, wenn du in einer Gewerkschaft Mitglied bist, die mit einem ganz anderen Arbeitgeberverband die Tarifverträge auskaspert. Der Tarifvertrag hätte für dich ja dann keine Gültigkeit, da dein AG nicht daran gebunden ist.

Das hätte ich vllt erwähnen sollen: Der AG ist vor einigen Jahren aus dem AG-Verband ausgetreten. Auch sind wir im Moment nicht an einen TV gebunden. Daher gibt es natürlich nicht viel, was die Gewerkschaft für mich tun kann, aber da ich vor kurzem in den Betriebsrat gewählt wurde und der Gewerkschaftssekretär immer ein guter Ansprechpartner ist, würde ich gerne Mitglied werden. Natürlich könnte ich auch ihn fragen, anstatt hier eine Frage zu stellen, aber "dumme" Fragen mag er nicht besonders...

@Mettwurstfan

Wenn du dich an den Gewerkschaftssekretär halten willst, macht es natürlich Sinn, in dessen Gewerkschaft einzutreten. Ob es nun soviel Sinn macht, wenn der AG in keinem Verband Mitglied ist, ist wieder eine andere Frage.

Das erste und wichtigste Kreterium ist, wer den Tarifvertrag aushandelt, der für die gilt bzw. welche die Branche vertritt. In der Regel habe die DGB-Gewerkschaften das miteinander verteinbart und die eine Gewerkschaft organisiert nicht im Bereich der anderen. Du solltest jetzt also in die IG-Metall eintreten. Wen du den Bereich wechselst, z. B. zu einem Flughafen, wird für dich vermutlich die ver.di zuständig, Du kannst dann problemlos von einer DGB-Gewerkschaft in eine andere wechseln und die Ansprüche (z. b. Rechtsschutz bleiben dir ohne erneute Wartezeit erhalten.

Ausschlaggebend ist immer die Gewerkschaft, die für den Betrieb zuständig ist. Während meiner Berufsausbildung zum Chemielaborant war ich damals in der IG Chemie. Beruflich habe ich später in einem Dienstleistungsbetrieb gearbeitet und wechselte dann zu Verdi.

Die IG Metall ist auch für die Betriebe der Elektroindustrie zuständig, also scheint es sinnvoll zu sein, dort einzutreten. Wenn in Deinem Betrieb ein Tarifvertrag gilt, wurde der mit einer bestimmten Gewerkschaft (vermutlich IG Metall) abgeschlossen und gilt (theoretisch) nur für die Mitglieder dieser einen Gewerkschaft.

(Was passiert, wenn mehrere Gewerkschaften beteiligt sind, sehen wir ja gerade bei den Lokführern.)

Es gibt schon seit langem keine Bindung mehr an bestimmte Gewerkschaften zum Beruf. Die IG-Metall kannst Du aber wählen, weil sie u.A. auch den Elektrobereich betreut.

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