Welche Abgaben muß ich bei Freiberuflicher Nebenbeschäftigung leisten?

3 Antworten

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Ob Du weiterhin hauptberuflich Angestellte mit nebenberuflicher Selbständigkeit bleibst oder sozialversicherungsrechtlich als hauptberuflich Selbständige mit nebenberuflicher Angestelltentätigkeit bist, kann nur Deine Krankenkasse nach Prüfverfahren feststellen. Bei ersterem hast Du Recht und Du zahlst Deine Sozialversicherungsbeiträge aus der Angestelltentätigkeit, während die selbständige Tätigkeit beitragsfrei bleibt. Wird aber letzteres von der Krankenkasse festgestellt, wird Deine Angestelltentätigkeit versicherungsfrei zur KV und PV (nur RV- und AV-Pflicht bleiben) und Du zahlst Deine Beiträge zur KV/PV aus beiden Tätigkeiten selbst.

Bei dieser sozialversicherungsrechtlichen Prüfung wird berücksichtigt, wieviel Arbeitsstunden Du für beides aufbringst, wieviel Du bei beiden verdienst und ob Du in der Selbständigkeit eigene Arbeitnehmer beschäftigst.

Vielen Dank! Bleibt nur noch die Frage mit den Steuern? Von Umsatz bin ich befreit. Als Freiberufler entfällt die Gewerbesteuer. Was muss ich für steuern abführen?

@Billy1905

Nicht mein Fachgebiet. Ich kann nur Sozialversicherung :-)

@Billy1905

Deine Einnahmen aus der Nebenbeschäftigung sind steuerpflichtig und erhöhen natürlich Dein zu versteuerndes Einkommen. Du musst diese in der Einkommenssteuererklärung angeben. Für den Angestellten-Jon wird dir bereits Lohnsteuer einbehalten. Sollte der tatsächlich zu zahlende Steuerbetrag höher sein, wird dies im Steuerbescheid festgestellt und Du musst eine (Nach-) Zahlung an das Finanzamt leisten.

@suzisorglos

Dankeschön fürs Kompliment!

Umsatzsteuer hast du schon geklärt (musst du dem Finanzamt mitteilen und auf deinen Rechnungen vermerken und natürlich keine USt ausweisen!!!).

Sozialversicherung hat schon einer beantwortet.

Gewerbesteuer ist natürlich so'ne Sache. Nicht alles , wo selbständig draufsteht, ist auch selbständig im Sinne von § 18 EStG. Was hast du denn vor? Aber wenn du USt-Kleinunternehmer bist und da nicht die Grenzen überschreitest, wirst du auch bei der Gewerbesteuer wohl unter der Grenze bleiben. Also auch erstmal kein Problem.

Einkommensteuer fällt auf deinen Gewinn an. Betriebseinnahmen minuss Betriebsausgaben in die ESt-Erklärung eintragen. Die Steuer kannst du mit einem gängigen Steuerprogramm (WISO oder Taxman o.ä.) ausrechnen, wenn du einfach mal außer der Anlage N die Anlage G oder S ausfüllst und da deinen voraussichtlichen gewinn einträgst. Rechne vorsichtshalber mal damit, dass das Finanzamt 30-50% deines gewinns haben will.

Hallo, wie Du schon richtig geschrieben hast ist die Einkommensteuer auf den Lohn hin bezogen erledigt. Je nach der nebenberuflichen Tätigkeit ist der Gewinn daraus natürlich auch zu versteuern. Dabei kommt es auch noch darauf an, welche Tätigkeit Du im Unterschied zu Deinem Hautpberuf nebenberuflich ausüben willst.

Neben der erwähnten Gewerbesteuer muss Du auch darauf achten, dass von den nebenberuflichen Einnahmen auch die Krankenkasse, sofern gesetzlich versichert, auch ihren Anteil davon haben will. Bei einer PKV-Mitgliedschaft ist es dem VR egal.

Bei den Versicherungen kommt es einzig und alleine darauf an, was genau Du machst bzw. machen willst, ob alleine von zu Hause aus, ob Du ein Büro hast und wie das eingerichtet ist. Da gibt es mehrere Ansätze, die besprochen werden müssen, aber nicht unbedingt versichert werden müssen. Wenn Du ein Büro hast oder zu Kunden gehst wäre zumindest mal über eine Betriebs-H nachzudenken. Dazu müsste man etwas mehr über Deinen Nebenberuf erfahren.

Also ich arbeite nebenberuflich von zu Hause aus. Und habe mit meinen Kunden nur E-Mail und telef. Kontakt. Ich glaub ich brauche vielleicht eine Rechtschutz (die ist immer Sinnvoll) und eine Haftpflicht mit Vermögensschutz. Ich zeichne und plane Räume und Raumaustattungen (Gestaltung, Möbel, Deko etc.)

@Billy1905

Zu der Rechtsschutz eine Nachfrage: Was erwartest Du von diesem Vertrag? Ich vermute etwas, will aber Deine Erwartung genau wissen um Dir die richtige Antwort geben zu können.

Die Haftpflicht ist dann sinnvoll, wenn Du Besuch bekommst oder aber auch zu den Kunden rausgehst. Ansonsten wirst Du ja nicht viel kaputt machen können. Es sind ja, wenn ich das richtig sehe, nur Entwürfe oder Vorschläge, die der Kunde annehmen kann oder nicht. Machst Du auch preisliche Angebote, so dass Du Dich verkalkulieren kannst? Wer erteilt dann später den Auftrag? Macht dies der Kunde oder machst Du es dann im Auftrag Deines Kunden? Bestellst Du die Waren auf Deine Rechnung oder wie hast Du Dir das vorgestellt?

@VersBerater

Zur RS: Eigentlich gehts nur darum, dass ich eine Anwaltshotline habe um allgemeine betriebliche Fragen zu stellen.

Z.B. Äger mit Finanzamt, Konkurrenz, Urheberrecht usw. oder der Kunde kann sich ja auch mal vermessen und z.B. die Couch, die schon gekauft wurde, passt dann doch nicht ins Zimmer. Habe da zwar in meinen AGB drauf hingewiesen aber man weiß ja nie was kommt. Außerdem müssen die AGB erst noch geprüft werden.

Hab da gute Erfahrungen mit meiner privaten RS gemacht. Wenn ich da mal Fragen habe, kann ich da jederzeit anrufen (Paket weg, Sorgerecht etc.) Ich glaub ich fühle mich einfach sicherer, so allein in der großen (manchmal auch bösen) Geschäftswelt. ;)

Zur HP: Ich weiß nicht ob HP mit Vermögensschutz sinnvoll ist.

War beim Existenzgründerkurs und da wurde mir das Nahe gelegt.

Nein preisliche Angebote mache ich nicht und die Aufträge erteilt der Kunde selbst oder renoviert selbst. Es sind reine Entwürfe und Gestaltungsvorschläge.

Wieder das Beispiel mit der Couch: Was ist wenn ich auch mal einen Fehler mache und mich verrechne? Ich kann mit ruhigem Gewissen sagen: Ich arbeite immer sehr gewissenhaft und gründlich! Aber mal ganz ehrlich: niemand ist Fehlerfrei! Und ich wil nicht das meine Existenz bedroht ist.

@Billy1905

Bei der RS gibt es zwei wesentliche Unterschiede. Da ist zum einen der Firmen-RS. Der dürfte am ehesten Deine oben gemachten Aussagen befriedigen. Dan gibt es auch noch einen Firmen-Vertrags-RS, der aber sehr teuer ist. Der würde Dir dann helfen, wenn Du eben Verträge mit Kunden und Lieferanten versichern willst. Ob man Dir über eine Hotline Fragen zu diesem Thema beantwortet wenn Du nur den Firmen-RS abgeschlossen hast, kann ich nicht beantworten. Du könntest von dem RS-Versicherer auch mal versuchen Deine AGB checken zu lssen, um hier Sicherheit zu bekommen. Du hast ja schon eine RS, dann frag die mal wegen einer solchen Erweiterung und was dann die Hotline unter diesem Gesichtspunkt alles bietet. Das ist heute bei der Tarifvielfalt nicht mehr so pauschal zu beantworten.

Zur HP: Bei allen mir bekannten Verträgen ist eine VermSchV enthalten, das ist heute fast Standard, so dass hier eine separate nicht mehr notwendig sein wird. Nachdem Du auch keine Aufträge erteilst sehe ich insgesamt ein relativ kleines Risiko für Dich, also reichen Standard-Deckungen. Die Versicherungssumme sollte aber dennoch ausreichend hoch sein, weil wir alle ja nach dem BGB unbegrenzt für von uns angerichtete Schäden haftbar gemacht werden können im Sinne von : Nobody is perfect - but me.

Ich wünsche Dir viel Erfolg.

@VersBerater

Herzlichen Dank!!!

Erst 9 Uhr morgens und ich habe wieder etwas dazu gelernt.;)

@Billy1905

Gerrne geschehen. Trotz über 30 Jahren Berufserfahrung lerne auch immer noch etwas dazu, das wird in dieser Branche auch immer so bleiben.

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