Weiter bewerben trotz neuer Stelle, muss ich schlechtes Gewissen haben?

5 Antworten

Ist es daher ok, erst einmal dort anzufangen und sich dann weiterbewerben um was attrakativeres zu finden

Warum sollte das problematisch sein?

Auch Loyalität ist mittlerweile ein Gut, das käuflich erwerbbar ist. ;) Entweder durch "besonders interessante Leistungen des Unternehmens" ... oder eben durch Geld. Das hat - insbesondere in Zeiten, in denen die Mitarbeiter nur noch in Geld aufgewogen werden - mit "Anstand" nur wenig zu tun. (Es sei denn, du planst, "der letzte Anständige dieses Planeten" zu bleiben/werden, oder so. ;))

Du verkaufst deine Arbeitskraft; genauso, wie deine Firma ihre Produkte oder Dienstleistungen verkauft. Und ebenso, wie die Firma ihre Produkte und Dienstleistungen am liebsten an jene verkauft, die mehr bezahlen und weniger fragen, kannst (und solltest) du es auch halten.

Ansonsten lege ich dir den Tipp von charis0110 ans Herz: Wenn und falls du kündigen willst, spare dir die "ehrlichen" Gründe. Eine (genaue) Begründung musst du sowieso nur nach Aufforderung angeben. Insofern würde ich mich bei einer Kündigung auf einen Satz, wie beispielsweise "Persönliche Gründe haben mich zu diesem Schritt bewogen.", zurückziehen.

Wenn du noch in der Probezeit kündigst, brauchst du sowieso gar keine Gründe (und darfst auch höchstens informell danach gefragt werden); solltest also auch keine nennen; auch nicht im Frühstücksraum erwähnen.

Wenn du außerhalb der Probezeit kündigst und dich auf eventuelle Rückfragen vorbereiten musst, finde gute Gründe ("persönliche Gründe", wie beispielsweise Pflege von Kranken, Umzug, neue Frau/Freundin, etc., sind immer ideal, weil schwer widerleg- oder angreifbar). Am besten und sichersten ist aber auch hier, schweigsam zu bleiben: "Ich möchte nicht darüber reden."...

Denn auch jetzt "musst" du sie nicht nennen; niemand kann dich dazu zwingen. Es ist lediglich die Frage, ob du mehr oder weniger verbrannte Erde hinterlassen willst, denn es gibt eben auch einen zwischenmenschlichen Aspekt bei einer Kündigung...

Vergiss den Anstand. Die Arbeitswelt ein ist ein knallhartes Kalkül und (mittlerweile ist es leider so) jeder ist sich selbst der Nächste. Zwar wird dich dein Arbeitgeber nicht rauswerfen, weil er jmd findet, der deine Arbeit billiger verrichtet, aber er hat im Vorfeld kalkuliert und deinen Lohn auf ein Minimum angesetzt.

Brauchst kein schlechtes Gewissen haben wenn du dich in der heutigen Zeit weiterbewirbst und versuchst mehr daraus zu machen.

Nur noch eine Sache. Du solltest eine eventuelle Kündigung nicht mit deinem Gehalt begründen, sondern mit persönlichen Gründen oder einen neutralen Grund angeben, sonst kann es sein, dass du in deinem Arbeitszeugnis die Bemerkung "Gehalt hat ihm nicht (mehr) gepasst" versteckt wieder findest.

Es geht um deine Zukunft, wenn du was besseres findest dann nimm lieber die andere Stelle. Du musst nicht auf Geld verzichten :) Hatte auch mal wen bei meinem Betrieb der was besseres fand und gewechselt ist. Nicht das beste für den Arbeitgeber aber geht ja immerhin um dich.

Wenn dein Arbeitgeber Anstand hätte würde er dich ordentlich bezahlen, also wieso solltest du ihn mit Anstand behandeln?

Wobei es ehrlicherweise auch mein Fehler war, ich habe einfach zu niedrig angesetzt. Nachdem ich nun sicherer war weil ich einen Job habe, habe ich in die späteren Bewerbungen einfach 20.000 EUR mehr im Jahr angegeben und bekomme nun trotzdem Einladungen zu den Gesprächen. Also sehe ich irgendwo nicht ein, mich für viel weniger zu verkaufen, als ich eigentlich "wert" bin, obwohl ich es zu dem Zeitpunkt viel Geld fand.

Wenn Dein Arbeitgeber Anstand hätte, würde er Dir kein unterdurchschnittliches sondern ein angemessenes Gehalt zahlen.

Meinst Du, Dein Arbeitgeber wäre Dir gegenüber loyal und würde Dich weiter beschäftigen, wenn er feststellt, daß er für den Preis zu wenig Leistung bekommt?

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