Weihnachtsgeld Gleichberechtigungsgrundsatz + Krankheit

2 Antworten

Steht in Deinem Arbeitsvertrag etwas von Weihnachtsgeld? Soweit mir bekannt ist, handelt es sich hier um eine freiwillige Zahlung. Du kannst ja mal beim Chef anfragen, warum Du keines erhalten hast. Möglicherweise liegt es auch daran, dass Du zum Zeitpunkt der Auszahlung noch kein halbes Jahr dort beschäftigt warst.

Wie der AG Weihnachtsgeld verteilt, ist ihm überlassen.

Er muss nur darauf achten, dass dann eine Gleichberechtigung da ist. Manchmal erfordert das schon einer gewissen Kreativität.

Aber es muss generell nicht bedeuten, dass, sofern deine Kollegen Weihnachtsgeld erhalten, du auch Weihnachtsgeld erhältst.

Vielleicht hilft dir Hensche hier weiter

http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Weihnachtsgeld.html

Wie der AG Weihnachtsgeld verteilt, ist ihm überlassen. [...] Aber es muss generell nicht bedeuten, dass, sofern deine Kollegen Weihnachtsgeld erhalten, du auch Weihnachtsgeld erhältst.

Wenn Du schon den Hensche-Link postest, muss ich mich doch sehr über diese Äußerung wundern, denn sie ist schlicht und einfach falsch - und ich muss unterstellen, dass Du selbst den "Hensche" überhaupt nicht gelesen hast, denn sonst hättest Du diese Behauptung nicht aufstellen können!

Wenn der Arbeitgeber Weihnachtsgeld gewährt, ist es ihm eben nicht erlaubt, es nach eigenem Gutdünken zu "verteilen".

Er darf einzelne Arbeitnehmer (oder Gruppen von ihnen) nicht ohne sachlichen Grund von der Leistung ausschließen. Alleine die Tatsache eines Mini- oder Midijob erlaubt keinen Ausschluss von der Leistung. Und wenn der Arbeitgeber eine Weihnachtsgeldzahlung analog zu Fehlzeiten kürzen wollte, hätte das im Arbeitsvertrag (Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung, Betriebsordnung) so bestimmt sein müssen!

@Familiengerd

Was unterscheidet nun deine Antwort zu meiner?

Generell kann eben durch Sachgründe viel gespielt werden. Und das ist dir sicher auch nicht unbekannt...

Was unterscheidet nun deine Antwort zu meiner?

Fast schon eine "lustige" Frage!

Wenn Du etwas von Sachgründen geschrieben hättest in Deiner Antwort, wäre nichts zu beanstanden gewesen.

Aber Du behauptest ohne Einschränkung ganz allgemein, der Arbeitgeber könne frei entscheiden (also willkürlich), wie und an wen er Weihnachtsgeld verteilt.

Eben darum ist die Aussage in Deiner Antwort ganz einfach falsch! Und dann fragst Du, worin sich meine Aussage von Deiner unterscheidet ... (kopfschüttel)

450€ Job: Rückwirkend Urlaubsentgelt, Weihnachtsgeld und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall geltend machen?

Hallo und danke fürs Reinschauen :-)

Hier die harten Fakten:

Zwei Jahre nebenbei Minijob im Edeka-Center zu Mindestlohn mit 3x4 Stunden/ Woche gehabt; kein Arbeitsvertrag, nur Personalbogen; Festangestellte Mitarbeiter haben Anspruch auf 6 Wochen Urlaub/ Jahr.

Der Inhaber betreibt insgesamt vier Filialen mit dutzenden von Minijobbern. Hauptsächlich alleinerziehende Mütter und Schüler/ Studenten – also Mitarbeiter, die auf den Job angewiesen sind und keine Kritik üben.

Niemand davon erhält

  • Entgeltfortzahlung während des Urlaubs
  • Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
  • Anteilige Beteiligung am Weihnachtsgeld

Festangestellte Mitarbeiter und Azubis erhalten als Weihnachtsgeld Einkaufsgutscheine für den eigenen Betrieb. Ich weiß, dass aufgrund des Gleichbehandlungsgesetzes auch die Minijobber bis zur Jahres-EK-Grenze von 5400€ anteilig Weihnachtsgeld bzw. Gutscheine erhalten müssten.

Insgesamt verstößt der Betreiber also in drei Punkten gegen geltendes Arbeitsrecht.

Auf Rückfrage wurde klar kommuniziert:

Es gibt nur Geld für Anwesenheit, mit Hinweis auf Entgeltfortzahlung bei Urlaub/ Krankheit, erhielt ich tatsächlich die Antwort, dass der Inhaber nicht an einen Tarif gebunden und deshalb auch nicht verpflichtet sei Entgeltfortzahlungen zu leisten. Hier werden wissentlich gesetzliche Ansprüche mit Ansprüchen aus Tarifen vertauscht.

Aus Unwissenheit habe ich zuvor nie Urlaub genommen. Die anderen Minijobber machen sich über diese Verstöße überhaupt keine Gedanken und sehen die Zustände als Gegeben an.

Da die gesetzliche Möglichkeit besteht, die drei Leistungen rückwirkend geltend zu machen, würde mich interessieren, auf welche konkreten Punkte ich in einem Schreiben eingehen muss. Zwar werde ich ohne Anwalt dort sicher nichts erreichen, ich möchte den Betrieb aber erst "im Guten" auf seine Pflichten hinweisen.

Konkret stehen mir 36 Urlaubstage, drei Krankheitstage (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung eingereicht) und mindestens einmal ein Anteil am Weihnachtsgeld zu. Das sind mehr als 1000€, die sich der Inhaber allein schon bei mir gespart hat.

Was kann ich zusätzlich tun, um meine Rechte durchzusetzen? Wie kann ich diesem Betrieb einen "Denkzettel" verpassen, damit er sich künftig an Gesetze hält?

Bin dankbar für gute Tipps.

Cosmo

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